Cartago ist die erste Hauptstadt Costa Ricas und liegt im Osten des Valle Central, südöstlich von San José am Fuß des Vulkans Irazú. Hierher fährst du für die Basílica de los Ángeles, das wichtigste Heiligtum des Landes, und als Ausgangspunkt für den Irazú-Nationalpark.Juan Vásquez de Coronado gründete die Stadt 1563, sie gilt als erste dauerhafte spanische Siedlung des Landes. Bis 1823 war Cartago Hauptstadt, dann wechselte der Regierungssitz nach San José. Erdbeben in den Jahren 1822, 1841 und 1910 trafen die Stadt schwer, weshalb vom kolonialen Stadtbild wenig erhalten ist.Das Zentrum lässt sich in einem halben Tag zu Fuß erkunden. Im Osten steht die Basilika mit der Marienfigur La Negrita, etwa sieben Blocks westlich liegen an der Plaza Mayor die Ruinas de Santiago Apóstol, eine nie vollendete Kirche, deren Mauern heute einen Garten umschließen. Dazwischen findest du das Centro Cultural im neugotischen Bau des früheren Banco Crédito Agrícola von 1924 und den städtischen Markt mit einfachen Lokalen.Die Stadt liegt auf etwa 1.435 Metern Höhe und ist deshalb spürbar kühler als die Küsten. Von hier führt die Straße hinauf zum Irazú; südöstlich der Stadt liegt der botanische Garten Lankester.
Sehenswürdigkeiten in Cartago
Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen
Kirche
1Basílica de Nuestra Señora de los Ángeles
Die Basilika ist die wichtigste Kirche Costa Ricas und verbindet koloniale Elemente mit byzantinischem Stil. Sie bewahrt La Negrita, eine kleine dunkle Marienfigur, die der Überlieferung nach ein Bauernmädchen in Cartago fand und der heilende Kräfte zugeschrieben werden. Zum Fest der Virgen de los Ángeles am 2. August pilgern viele Gläubige hierher.
Die sogenannten Ruinen an der Plaza Mayor sind eigentlich ein nie vollendeter Kirchenbau. An dieser Stelle standen seit 1575 Kirchen; das Erdbeben von San Antolín zerstörte 1841 den Vorgängerbau. Der 1870 begonnene romanische Neubau wurde nach dem Santa-Mónica-Erdbeben von 1910 aufgegeben. Heute sind die Mauern ein öffentlicher Park mit Garten, etwa sieben Blocks westlich der Basilika.
Der botanische Garten liegt wenige Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Cartago. Der Schwerpunkt liegt auf einheimischen Pflanzen und Epiphyten; dazu kommt eine umfangreiche Bambussammlung.
Der Granitstein nördlich der Ruinas de Santiago Apóstol ist etwa 1,10 Meter hoch und wiegt rund 400 Kilogramm. Galicien schenkte ihn 2022; er zeigt die Entfernung von etwa 8.000 Kilometern nach Santiago de Compostela an und gilt als erster Wegstein des Jakobswegs in Mittelamerika.
Das Restaurant im Zentrum von Cartago, neben dem Palí-Supermarkt, hat eine breite Karte für Frühstück, Mittag- und Abendessen, inklusive vegetarischer und veganer Gerichte. In einem Ranking der Wirtschaftszeitung El Financiero von 2026 auf Basis von Tripadvisor stand es an der Spitze der Provinz.
La Negrita und die RomeríaDie kleine dunkle Marienfigur in der Basilika ist die Schutzpatronin Costa Ricas. Der Überlieferung nach fand sie ein Bauernmädchen in Cartago. Zum Fest der Virgen de los Ángeles am 2. August pilgern jedes Jahr große Menschenmengen zu Fuß aus dem ganzen Land hierher; die Bahn fährt zu diesem Anlass rund um die Uhr zwischen San José und Cartago.Eine Stadt der ErdbebenDas Stadtbild erzählt von wiederholten Zerstörungen. Das Erdbeben von San Antolín 1841 zerstörte die Pfarrkirche Santiago Apóstol, der Neubau wurde nach dem Santa-Mónica-Erdbeben von 1910 aufgegeben. 2022 kam ein neues Symbol hinzu: ein Granit-Wegstein, den Galicien als ersten Markstein des Jakobswegs in Mittelamerika stiftete.
Unterwegs in Cartago
Anreise aus San JoséDie staatliche Bahn INCOFER verbindet San José mit Cartago, außerdem fahren regelmäßig Busse. Mit dem Auto erreichst du die Stadt über die Autopista Florencio del Castillo.In der Stadt und zum IrazúZwischen Basilika, Ruinen und Markt gehst du zu Fuß. Für den Irazú-Nationalpark und das Orosi-Tal brauchst du ein Auto, ein Taxi oder eine gebuchte Tour; der Nationalpark verlangt eine vorherige Online-Reservierung bei SINAC.