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    Sardinien

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    Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel des Mittelmeers und liegt westlich des italienischen Festlands.

    von Felix Gillen

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    4. Sardinien
    Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel des Mittelmeers und liegt westlich des italienischen Festlands. Bekannt ist sie für ihre Küste mit Sandstränden und klarem Wasser, von der Costa Smeralda im Nordosten bis zu den Buchten des Golfo di Orosei im Osten. Das Inselinnere ist gebirgig und dünn besiedelt; hier stehen viele der Nuraghen, steinerne Turmbauten aus der Bronzezeit, von denen die Anlage Su Nuraxi bei Barumini UNESCO-Welterbe ist. Sardinien hat eine eigene Sprache, das Sardische, und in Alghero wird bis heute eine alte Form des Katalanischen gesprochen. Fähren verbinden die Insel unter anderem mit Genua, Livorno und Civitavecchia, Flughäfen gibt es in Cagliari, Olbia und Alghero.
    Sardinien hat rund 1,6 Millionen Einwohner, Hauptstadt ist Cagliari im Süden. Die Insel ist groß: Allein die Schnellstraße SS131 von Cagliari nach Porto Torres ist rund 230 Kilometer lang. Das Bahnnetz ist dünn, Busse fahren zwischen den Städten, für Küsten und Inselinneres ist ein Mietwagen praktisch. Die Badesaison reicht von Juni bis September, im August sind Strände und Fähren stark ausgelastet. Frühling und Herbst eignen sich für Wanderungen und Kulturreisen.
    Oristano

    Ort 1 von 4

    Oristano

    Oristano ist Provinzhauptstadt im Westen Sardiniens und war im Mittelalter Hauptstadt des Judikats Arborea. Die Altstadt mit der Piazza Eleonora, der Kathedrale und dem Turm des Mariano II.

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    Bosa

    Ort 2 von 4

    Bosa

    Bosa liegt an der Westküste Sardiniens im Tal des Temo. Die farbig gestrichenen Häuser des Viertels Sa Costa ziehen sich den Serravalle-Hügel hinauf zur Burg der Malaspina.

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    Alghero

    Ort 3 von 4

    Alghero

    Alghero liegt an der Nordwestküste Sardiniens und hat eine ummauerte Altstadt am Meer. Seit die Katalanen die Stadt 1354 besetzten, ist sie katalanisch geprägt; das Algheresische, eine katalanische Varietät, ist als Minderheitensprache anerkannt.

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    Olbia

    Ort 4 von 4

    Olbia

    Olbia liegt an einer Bucht im Nordosten Sardiniens. Der Hafen ist der wichtigste Passagierhafen der Insel, südlich der Stadt liegt der Flughafen Olbia Costa Smeralda.

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    Weitere Orte in Sardinien

    Cagliari

    Cagliari

    Cagliari liegt am Golf an der Südküste Sardiniens und ist die Hauptstadt der Insel. Am Stadtrand liegen Lagunen und Salinen, im Molentargius brüten seit 1993 Flamingos.Historische ViertelDie Altstadt besteht aus vier Vierteln: dem befestigten Castello auf dem Hügel sowie Marina, Stampace und Villanova. Der Bastione di Saint Remy verbindet das Castello mit Villanova und Marina.Antike und MuseenPhönizier siedelten hier schon früh, die Römer hinterließen ein zur Hälfte in den Fels gehauenes Amphitheater. Das Archäologische Nationalmuseum zeigt Bronzefiguren der Nuraghenkultur und Statuen von Mont'e Prama.MeerDer Poetto ist der rund acht Kilometer lange Stadtstrand, an seinem Westende liegt die Sella del Diavolo.
    La Maddalena

    La Maddalena

    La Maddalena ist der Hauptort des gleichnamigen Archipels vor der Nordostküste Sardiniens. Von Palau bist du mit der Fähre in 15 bis 20 Minuten im Hafen. Die Stadt ist Ausgangspunkt für Bootstouren durch den Nationalpark und für Ausflüge nach Caprera mit dem Wohnhaus Garibaldis.

    Sehenswürdigkeiten in Sardinien

    Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen

    Su Nuraxi di Barumini
    Museum

    Su Nuraxi di Barumini

    Nuraghen-Anlage aus der Bronzezeit bei Barumini im Inselinneren nördlich von Cagliari, seit 1997 UNESCO-Welterbe. Um einen zentralen Turm gruppieren sich eine Bastion mit vier Ecktürmen und die Reste eines Dorfes mit mehr als 200 Hütten. Die Besichtigung ist nur mit Führung möglich.
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    Spiaggia La Pelosa (Stintino)
    Strand

    Spiaggia La Pelosa (Stintino)

    Strand mit hellem Sand und flachem, klarem Wasser an der Nordwestspitze Sardiniens, vor einem genuesischen Wachturm auf einer kleinen Insel. Zum Schutz des Strandes ist die Besucherzahl im Sommer begrenzt; Zugang nur mit vorab gebuchtem Ticket, Strandmatte unter dem Handtuch ist Pflicht.
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    Costa Smeralda
    Sehenswürdigkeit

    Costa Smeralda

    Küstenabschnitt nördlich von Olbia, ab 1962 unter Karim Aga Khan als Feriengebiet erschlossen. Zentrum ist Porto Cervo mit Jachthafen; dazwischen liegen Buchten wie Capriccioli, Cala di Volpe, Grande Pevero und die Spiagge del Principe. Im August sehr voll und teuer.
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    Golfo di Orosei und Cala Gonone
    Sehenswürdigkeit

    Golfo di Orosei und Cala Gonone

    Steilküste an der Ostseite der Insel mit Buchten wie Cala Luna, Cala Mariolu und Cala Goloritzé. Die meisten erreichst du nur mit dem Boot ab Cala Gonone, Santa Maria Navarrese oder Arbatax oder auf anspruchsvollen Wanderungen. Für Cala Goloritzé und Cala Mariolu ist die Besucherzahl im Sommer begrenzt, der Zugang erfordert ein Ticket oder eine Reservierung. Im Hinterland, im Supramonte, liegt die Schlucht Gola di Gorropu.
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    Essen & Trinken

    Die sardische Küche ist im Inland eine Hirtenküche mit Fleisch und Käse, an der Küste stehen Fisch und Meeresfrüchte im Vordergrund.

    Porceddu

    Spanferkel, langsam am Spieß gegart und oft mit Myrte oder Rosmarin aromatisiert.

    Culurgiones

    Teigtaschen mit Kartoffel-Pecorino-Minz-Füllung, wie eine Ähre verschlossen, vor allem aus der Ogliastra.

    Pane carasau

    Hauchdünnes, knuspriges Fladenbrot der Hirten; in Brühe eingeweicht und mit Tomatensauce, pochiertem Ei und Pecorino geschichtet wird es zum Pane frattau.

    Malloreddus

    Kleine geriffelte Grießnudeln, oft mit Wurst-Tomaten-Sauce mit Safran (alla campidanese).

    Bottarga

    Gesalzener, getrockneter Rogen der Meeäsche, gerieben über Pasta, eine Spezialität aus Cabras.

    Cannonau und Vermentino

    Die wichtigsten Rebsorten der Insel: Cannonau ergibt kräftige Rotweine, Vermentino frische Weißweine vor allem aus dem Norden.

    Kultur und Geschichte

    Die Insellage hat Sardinien eine eigene Entwicklung beschert, geprägt von prähistorischen Kulturen und wechselnden Herrschern von außen.NuraghenPrägend ist die Nuraghenkultur, die etwa ab 1700 v. Chr. in der mittleren Bronzezeit entstand und bis in die Eisenzeit reichte. Von ihren steinernen Turmbauten, den Nuraghen, sind auf der Insel mehrere Tausend Reste erhalten. Die Anlage Su Nuraxi bei Barumini gehört seit 1997 zum UNESCO-Welterbe.Fremde HerrscherPhönizier, Punier, Römer und Byzantiner folgten, im Mittelalter regierten einheimische Judikate, dann gewannen Pisa und Genua Einfluss, später Aragon und Spanien. Aus diesen Epochen stammen römische Theater und Amphitheater, romanische Kirchen im pisanischen Stil und Bauten des spanischen Barock.TraditionenDer mehrstimmige Hirtengesang Canto a tenore steht auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Handwerk wie Weberei, Keramik und Messerschmiedekunst wird bis heute gepflegt.

    Unterwegs

    Flughäfen gibt es in Cagliari, Olbia und Alghero. Fähren verbinden die Insel unter anderem mit Genua, Livorno, Piombino, Civitavecchia und Neapel; von Santa Teresa Gallura fährt eine Fähre nach Bonifacio auf Korsika.Auf der Insel verbindet die Schnellstraße SS131 Cagliari mit Sassari und Porto Torres, eine Abzweigung führt über Nuoro nach Olbia. Regionalzüge fahren zwischen den größeren Städten, Busse erreichen auch kleinere Orte, aber selten. Viele Buchten erreichst du nur zu Fuß oder per Boot.StrandregelnEs ist verboten, Sand, Kiesel und Muscheln von den Stränden mitzunehmen; bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen, der Zoll kontrolliert auch an Flughäfen und Häfen. An mehreren besonders beliebten Stränden, etwa La Pelosa, Cala Goloritzé, Cala Mariolu oder Cala Brandinchi, ist der Zugang im Sommer kontingentiert und nur mit Reservierung oder Ticket möglich. Prüf die Regeln vorab bei der jeweiligen Gemeinde.Im Sommer kann es zu Waldbränden kommen; aktuelle Hinweise zu Sicherheit und Gesundheit findest du in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts.

    Rundreisen durch die Region

    Sardinien Nord-Süd

    Sardinien Nord-Süd

    Die Runde startet in Olbia, führt mit der Fähre ab Palau auf den La-Maddalena-Archipel und quer über den Norden nach Alghero, dann an der Westküste über Bosa und Oristano nach Cagliari. Ohne Mietwagen oder Wohnmobil erreichst du die Buchten kaum. Von La Maddalena nach Alghero fährst du rund drei Stunden.

    14 Tage
    6 Stopps

    In der Umgebung

    Oristano

    Oristano

    Oristano ist Provinzhauptstadt im Westen Sardiniens und war im Mittelalter Hauptstadt des Judikats Arborea. Die Altstadt mit der Piazza Eleonora, der Kathedrale und dem Turm des Mariano II. ist klein. Auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Cabras liegen die Sinis-Halbinsel mit den Ausgrabungen von Tharros und Strände wie Is Arutas, Maimoni und Mari Ermi.
    Bosa

    Bosa

    Bosa liegt an der Westküste Sardiniens im Tal des Temo. Die farbig gestrichenen Häuser des Viertels Sa Costa ziehen sich den Serravalle-Hügel hinauf zur Burg der Malaspina. Am linken Flussufer stehen die ehemaligen Gerbereien.
    Cagliari

    Cagliari

    Cagliari liegt am Golf an der Südküste Sardiniens und ist die Hauptstadt der Insel. Am Stadtrand liegen Lagunen und Salinen, im Molentargius brüten seit 1993 Flamingos.Historische ViertelDie Altstadt besteht aus vier Vierteln: dem befestigten Castello auf dem Hügel sowie Marina, Stampace und Villanova. Der Bastione di Saint Remy verbindet das Castello mit Villanova und Marina.Antike und MuseenPhönizier siedelten hier schon früh, die Römer hinterließen ein zur Hälfte in den Fels gehauenes Amphitheater. Das Archäologische Nationalmuseum zeigt Bronzefiguren der Nuraghenkultur und Statuen von Mont'e Prama.MeerDer Poetto ist der rund acht Kilometer lange Stadtstrand, an seinem Westende liegt die Sella del Diavolo.
    Alghero

    Alghero

    Alghero liegt an der Nordwestküste Sardiniens und hat eine ummauerte Altstadt am Meer. Seit die Katalanen die Stadt 1354 besetzten, ist sie katalanisch geprägt; das Algheresische, eine katalanische Varietät, ist als Minderheitensprache anerkannt.Altstadt und BastionenIn der Altstadt stehen die Kathedrale und die katalanisch-gotische Kirche San Francesco, zur Seeseite verlaufen die Bastionen mit einer Promenade.UmgebungWestlich der Stadt liegen die Bucht von Porto Conte und das Kap Capo Caccia mit der Neptungrotte. An der Küste liegen Strände wie Le Bombarde und Lazzaretto.
    Olbia

    Olbia

    Olbia liegt an einer Bucht im Nordosten Sardiniens. Der Hafen ist der wichtigste Passagierhafen der Insel, südlich der Stadt liegt der Flughafen Olbia Costa Smeralda.StadtBedeutendster Bau ist die romanische Basilica di San Simplicio, größtenteils aus Granit.GeschichtePhönizier und Griechen kamen an die Küste, die Karthager bauten eine befestigte Stadt, später folgten die Römer. Im Archäologiemuseum am Hafen sind Teile römischer Schiffe ausgestellt; in der Umgebung liegen ein Brunnenheiligtum und ein Gigantengrab.

    Quellen & Methode

    • Fotos: Unsplash, Pexels, Google Maps. Die Urheber stehen jeweils am Bild.
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