Umbrien liegt im Zentrum Italiens und ist die einzige Region der Apenninenhalbinsel ohne Zugang zum Meer. Rund 850.000 Menschen leben hier, Hauptstadt ist Perugia.
Umbrien liegt im Zentrum Italiens und ist die einzige Region der Apenninenhalbinsel ohne Zugang zum Meer. Rund 850.000 Menschen leben hier, Hauptstadt ist Perugia. Die Landschaft wechselt zwischen Hügeln, dem Tibertal, dem Trasimenischen See und den Bergen an der Grenze zu den Marken, wo der Monte Vettore mit 2.476 Metern der höchste Gipfel ist. Viele Orte liegen auf Hügeln und haben ihr mittelalterliches Stadtbild bewahrt, darunter Assisi, Orvieto, Gubbio, Todi und Spoleto.
Die wichtigsten Ziele in Umbrien sind Assisi mit der Basilika San Francesco, Perugia, Orvieto mit seinem Dom und Spoleto. Viele Städte sind mit der Bahn erreichbar, für Bergdörfer wie Castelluccio brauchst du ein Auto. Norcia und die Valnerina wurden im August und Oktober 2016 von schweren Erdbeben getroffen.
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Assisi
Assisi liegt am Westhang des Monte Subasio über der umbrischen Ebene. Die Stadt ist der Geburtsort von Franz von Assisi und Klara und einer der wichtigsten Pilgerorte Italiens.
Orvieto liegt im Südwesten Umbriens auf einem Tafelberg aus vulkanischem Tuff über dem Tal der Paglia. Die Stadt geht auf eine etruskische Siedlung zurück.
Perugia ist die Hauptstadt Umbriens und zieht sich über mehrere Hügel. Die Stadt geht auf das etruskische Phersna zurück, Stadttor und Brunnen aus dieser Zeit sind erhalten.
Spoleto liegt in Umbrien an einem Hang unterhalb der Rocca Albornoziana. Die Stadt war römische Kolonie und unter den Langobarden Hauptstadt eines Herzogtums.
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Museum
Palazzo dei Consoli, Gubbio
Gubbio liegt am unteren Hang des Monte Ingino im Nordosten Umbriens. Der Palazzo dei Consoli wurde zwischen 1332 und 1349 nach Plänen von Angelo da Orvieto gebaut. Im Erdgeschoss zeigt die archäologische Sammlung die Iguvinischen Tafeln, sieben antike Bronzetafeln. Auf dem Gipfel des Monte Ingino steht die Basilika Sant'Ubaldo, Ziel der Festa dei Ceri am 15. Mai.
Der Wasserfall bei Terni entstand 271 v. Chr., als der römische Konsul Manius Curius Dentatus einen Kanal anlegen ließ, der das Wasser des Velino über die Felskante in die Nera leitet. Mit 165 Metern Gesamthöhe gilt er als höchster künstlich angelegter Wasserfall der Welt. Weil das Wasser meist für ein Wasserkraftwerk abgeleitet wird, fließt er nur zu festgelegten Zeiten in voller Stärke, prüf die aktuellen Zeiten vorab. Wege führen zu Aussichtspunkten am Fuß und am oberen Rand des Falls.
Der Trasimeno ist mit 128 Quadratkilometern der viertgrößte See Italiens und im Schnitt nur 4 bis 5 Meter tief. Am Ufer liegen Orte wie Castiglione del Lago auf einer Halbinsel und Passignano sul Trasimeno mit Hafen und Bahnhof. Auf der Isola Maggiore gibt es ein kleines Fischerdorf mit rund dreißig Einwohnern. Im Juni 217 v. Chr. fand am Nordufer bei Tuoro die Schlacht am Trasimenischen See statt.
Todi liegt auf einem Hügel über dem Tibertal. Die Piazza del Popolo am höchsten Punkt der Stadt war einst das römische Forum. Sie wird vom Dom, dem Palazzo del Popolo, dem Palazzo del Capitano und dem Palazzo dei Priori eingerahmt, die im 12. bis 14. Jahrhundert entstanden. Die Renaissancekirche Santa Maria della Consolazione mit griechischem Kreuz als Grundriss wurde zwischen 1508 und 1607 gebaut.
Die Hochebenen um Castelluccio di Norcia liegen auf rund 1.350 Metern im Nationalpark Monti Sibillini, das Dorf selbst auf 1.452 Metern. Zwischen Ende Mai und Anfang Juli blühen hier Mohn, Kornblumen und Margeriten, angebaut werden vor allem Linsen. Beim Erdbeben am 30. Oktober 2016 wurde das Dorf fast vollständig zerstört. Die Blütezeit hängt vom Wetter ab, informiere dich vorab.
Das Städtchen liegt am unteren Südhang des Monte Subasio zwischen Assisi und Foligno. Erhalten sind römische Stadttore wie die Porta Consolare, durch die die Via Flaminia führte, und die Porta Venere mit zwei zwölfeckigen Türmen. In der Kirche Santa Maria Maggiore malte Pinturicchio ab 1500 die Cappella Baglioni aus. Zu Fronleichnam bedecken bei der Infiorata Bilder aus Blütenblättern die Straßen.
Die umbrische Küche ist ländlich und setzt auf Olivenöl, Hülsenfrüchte, Schweinefleisch und Trüffel.
Tartufo nero
Schwarzer Trüffel aus der Gegend um Norcia, klassisch über Strangozzi.
Norcineria
Das Wort norcino für Wurstmacher leitet sich von Norcia ab, das für seine Wurstwaren bekannt ist.
Lenticchie di Castelluccio
Linsen von der Hochebene um Castelluccio mit geschützter geografischer Angabe (IGP), oft mit Würsten aus Norcia geschmort.
Torta al testo
Fladenbrot, auf dem testo, einer heißen Steinplatte über der Glut, gebacken und mit Schinken, Wurst oder Kräutern gefüllt.
Sagrantino di Montefalco
Roter DOCG-Wein aus Montefalco, trocken oder als Passito. Mengenmäßig wichtigster DOC-Wein der Region ist der Orvieto.
Kultur und Geschichte
Umbrer, Etrusker, RömerDer Tiber bildete die Grenze zwischen Etrurien und dem Gebiet der Umbrer. Perugia war eine etruskische Stadt am Westufer. Die 219 v. Chr. gebaute Via Flaminia wurde zur wichtigsten Achse der römischen Entwicklung in der Region, in Spello führte sie durch die Porta Consolare.Heilige und KirchenstaatFranz von Assisi stammt aus Assisi, Benedikt von Nursia aus dem heutigen Norcia. Bis 1860 gehörte Umbrien zum Kirchenstaat, dann kam es zum Königreich Sardinien und 1861 zum Königreich Italien. Giotto in Assisi und Pinturicchio in Spello hinterließen hier bedeutende Freskenzyklen.FesteZu den bekanntesten Ereignissen gehören die Festa dei Ceri in Gubbio am 15. Mai, die Infiorata in Spello zu Fronleichnam, das Festival dei Due Mondi in Spoleto und Umbria Jazz in Perugia.
Unterwegs in Umbrien
BahnOrvieto liegt an der Bahnstrecke Florenz–Rom. Die Strecke Terontola–Foligno führt vom Trasimeno über Perugia und Assisi nach Foligno, wo sie auf die Linie Rom–Ancona trifft. Gubbio hat keinen eigenen Bahnhof, der nächste liegt in Fossato di Vico.Bus und AutoBusitalia betreibt den öffentlichen Busverkehr in großen Teilen Umbriens. Für Bergdörfer und den Nationalpark Monti Sibillini ist ein Auto praktisch. In vielen Altstädten gelten ZTL.FlughafenDer Flughafen Perugia San Francesco d'Assisi hat Direktverbindungen innerhalb Italiens und nach Europa. Viele Reisende nutzen wegen der größeren Auswahl Rom-Fiumicino.