Ypern (Ieper) im Westen Flanderns, nahe der französischen Grenze, ist der zentrale Erinnerungsort an den Ersten Weltkrieg in Belgien.
Ypern (Ieper) im Westen Flanderns, nahe der französischen Grenze, ist der zentrale Erinnerungsort an den Ersten Weltkrieg in Belgien. Jeden Abend um 20 Uhr erklingt unter dem Menenpoort der Last Post für die Gefallenen der Commonwealth-Armeen, und rund um die Stadt liegen Soldatenfriedhöfe wie Tyne Cot.Die Altstadt mit Tuchhallen und Kathedrale wurde im Krieg fast vollständig zerstört und danach originalgetreu wieder aufgebaut. Wer einen Tag bleibt, verbindet das In Flanders Fields Museum, einen Spaziergang auf den Vauban-Wällen und die abendliche Zeremonie.
Ypern ist eine Kleinstadt mit rund 35.000 Einwohnern, deren Zentrum du problemlos zu Fuß erkundest. Herz der Stadt ist der Grote Markt mit den mächtigen Tuchhallen aus dem 13. Jahrhundert, in denen heute das In Flanders Fields Museum untergebracht ist; dahinter ragt die Sint-Maartenskathedraal auf. Die Altstadt umschließen Wälle, die der französische Festungsbaumeister Vauban Ende des 17. Jahrhunderts ausbaute. Auf ihnen kannst du vom Menenpoort bis zur Rijselpoort spazieren. Für die Schlachtfelder in der Umgebung, etwa Tyne Cot bei Passendale, brauchst du ein Auto, ein Fahrrad oder eine geführte Tour.
Sehenswürdigkeiten in Ypern
Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen
Sehenswürdigkeit
1Menenpoort
Das 1927 eingeweihte Gedenktor von Sir Reginald Blomfield trägt die Namen von über 54.000 Commonwealth-Soldaten, die im Ypernbogen fielen und kein bekanntes Grab haben. Jeden Abend um 20 Uhr spielen Hornisten hier den Last Post; komm frühzeitig, im Sommer wird es voll.
Die Tuchhallen aus dem 13. Jahrhundert wurden am 4. November 1914 in Brand gesetzt und nach dem Krieg originalgetreu wiederaufgebaut; ihr 70 Meter hoher Belfried gehört zum UNESCO-Welterbe. Darin erzählt das In Flanders Fields Museum den Ersten Weltkrieg in Westflandern mit persönlichen Zeugnissen und interaktiven Stationen.
Die gotische Kirche geht auf das Jahr 1221 zurück und war von 1561 bis 1801 Bischofskirche des Bistums Ypern. Im Ersten Weltkrieg wurde sie fast völlig zerstört und beim Wiederaufbau mit einem höheren Turm versehen.
Der Commonwealth-Soldatenfriedhof liegt bei Passendale nordöstlich von Ypern, am Schauplatz der Dritten Flandernschlacht. Er umfasst 11.956 Gräber, an der Gedenkmauer von Sir Herbert Baker stehen die Namen von rund 35.000 Vermissten. Friedhof und Besucherzentrum sind kostenlos zugänglich.
Die Brauerei De Kazematten braut seit 2014 in den Gewölben unter den Vauban-Wällen. Ihr Wipers Times Blond ist nach der Satirezeitung benannt, die britische Soldaten 1915 in Ypern herausgaben.
Poperings Hommelbier
Das goldene Starkbier mit 7,5 Prozent stammt aus dem Nachbarort Poperinge und wird seit 1981 mit Hopfen aus der Umgebung gebraut. Rund um Poperinge liegt der größte Teil der belgischen Hopfenfelder.
Biere aus dem Westhoek
Der Westhoek um Ypern hat eine dichte Brauereilandschaft, darunter Westvleteren und St. Bernardus.
Erinnerung und Tradition
Last Post am MenenpoortDas von Sir Reginald Blomfield entworfene Tor wurde am 24. Juli 1927 eingeweiht und trägt die Namen von über 54.000 Commonwealth-Soldaten ohne bekanntes Grab. Am 2. Juli 1928 erklang hier zum ersten Mal der Last Post. Seitdem spielen Hornisten der Feuerwehr ihn jeden Abend um 20 Uhr, unterbrochen nur während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Von 19:30 bis 20:30 Uhr ist die Straße für den Verkehr gesperrt. Komm frühzeitig, im Sommer und um den 11. November wird es voll.KattenstoetAlle drei Jahre im Mai zieht der Katzenumzug durch die Stadt. Er erinnert an einen mittelalterlichen Brauch, bei dem Katzen vom Belfried der Tuchhallen geworfen worden sein sollen. Heute wirft ein Narr Stoffkatzen in die Menge. Die nächste Ausgabe ist für den 9. Mai 2027 angesetzt.
Anreise und Unterwegs
AnreiseYpern liegt an der Bahnstrecke Kortrijk–Poperinge, nach Kortrijk fährt stündlich ein Zug. Ab Brüssel brauchst du je nach Verbindung etwa 1 Stunde 15 Minuten bis 1 Stunde 45 Minuten.Vor OrtDie Innenstadt zwischen Bahnhof, Grote Markt, Menenpoort und Wällen ist kompakt und zu Fuß gut zu bewältigen. Für die Friedhöfe und Gedenkstätten im Umland, etwa Tyne Cot in Passendale, nimmst du das Auto oder das Fahrrad oder buchst eine geführte Tour zu den Schlachtfeldern.