Obwohl der Kgalagadi Transfrontier Park primär für seine unberührte Wildnis und einzigartige Tierwelt bekannt ist, birgt er auch ein tiefes menschliches Erbe, das Jahrtausende zurückreicht. Die Geschichte dieses trockenen Landes ist untrennbar mit den indigenen Völkern verbunden, die es einst bewohnten und deren Spuren bis heute sichtbar sind. Kulturelle Ausdrucksformen und historische Kontexte prägen das Verständnis dieser einzigartigen Region.Die Geschichte der Kalahari-Region ist eng mit den San-Völkern (Buschmännern) verknüpft, die hier über Zehntausende von Jahren als Jäger und Sammler lebten. Ihre traditionelle Lebensweise, ihr umfassendes Wissen über die Flora und Fauna der Wüste sowie ihre mündlich überlieferten Geschichten und spirituellen Praktiken bilden das kulturelle Fundament dieser Gegend. Obwohl innerhalb des Parks keine prominenten archäologischen Stätten oder Felsmalereien direkt zugänglich sind, zeugen Artefakte und die fortwährende Präsenz ihrer Nachfahren von dieser tiefen Verbindung zur Landschaft.Die Gründung des Parks im Jahr 1999, durch die Zusammenlegung des Kalahari Gemsbok Nationalparks in Südafrika und des Gemsbok Nationalparks in Botswana, ist ein jüngeres historisches Ereignis, das die Bemühungen um grenzüberschreitenden Naturschutz widerspiegelt. Angrenzend an den südafrikanischen Parkbereich lebt die Mier-Gemeinschaft, zu der Nachfahren der San gehören. Diese Gemeinschaft spielt eine wichtige Rolle bei der Bewahrung ihres kulturellen Erbes und ist aktiv in Naturschutz- und Tourismusinitiativen eingebunden, wodurch die alte Kultur in einem modernen Kontext weiterlebt.