Epirus im Nordwesten Griechenlands reicht vom Pindos-Gebirge bis an die Küste des Ionischen Meeres. Im Gebirge liegen die Steindörfer der Zagorochoria, die Vikos-Schlucht und alte Bogenbrücken, an der Küste Orte wie Parga und Sivota.
Epirus im Nordwesten Griechenlands reicht vom Pindos-Gebirge bis an die Küste des Ionischen Meeres. Im Gebirge liegen die Steindörfer der Zagorochoria, die Vikos-Schlucht und alte Bogenbrücken, an der Küste Orte wie Parga und Sivota. Hauptstadt ist Ioannina am Pamvotis-See mit ihrer osmanisch geprägten Burgstadt. Zum Wandern eignen sich Mai, Juni und September am besten, zum Baden der Sommer.
Epirus ist eine der am dünnsten besiedelten Regionen Griechenlands und überwiegend gebirgig. Im Norden liegen die rund 45 Dörfer der Zagorochoria mit Steinhäusern, Saumpfaden und Bogenbrücken, dazwischen die Vikos-Schlucht im Nationalpark Vikos-Aoos. Weiter östlich liegt Metsovo am Katara-Pass.Ioannina ist mit rund 110.000 Einwohnern die größte Stadt und Ausgangspunkt für die Bergregion, in der Nähe liegt das Orakel von Dodona. An der Küste findest du Badeorte wie Parga und Sivota, bei Preveza die römischen Ruinen von Nikopolis. Für Zagori und Ioannina brauchst du mindestens drei bis vier Tage, mit Küste eher eine Woche.
Monodendri liegt auf 1.060 Metern im Zentralzagori, 41 Kilometer nördlich von Ioannina, direkt an der Kante der Vikos-Schlucht. Das Steindorf ist Ausgangspunkt für die Durchquerung der Schlucht und für die Aussichtspunkte über ihr.
Ioannina ist die Hauptstadt von Epirus und liegt auf rund 480 Metern Höhe am Westufer des Pamvotida-Sees. Die ummauerte Altstadt, das Kastro, war Sitz von Ali Pascha, der die Region um 1800 von hier aus beherrschte.
Papingo besteht aus den beiden Steindörfern Megalo und Mikro Papingo am Fuß der Felswände der Astraka im Nationalpark Vikos-Aoos. Von hier führen Wanderwege hinauf ins Tymfi-Massiv, zwischen den Dörfern liegen die Felsbecken der Ovires.
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Vikos-Schlucht
Der Voidomatis hat eine rund 20 Kilometer lange Schlucht in den Kalkstein des Pindos geschnitten, an der tiefsten Stelle fallen die Wände weit über 1.000 Meter ab. Der klassische Durchstieg führt in sechs bis sieben Stunden von Monodendri bis zu den Quellen des Voidomatis bei Vikos und ist stellenweise steil und steinig. Wer nur schauen will, fährt zum Aussichtspunkt Oxya oder zur Terrasse des Klosters Agia Paraskevi bei Monodendri. Im Frühjahr führt der Fluss viel Wasser, im Hochsommer trocknet der obere Teil aus.
Parga liegt als Halbrund aus flachen Häusern um eine Bucht, darüber steht die venezianische Burg aus dem 16. Jahrhundert. Bis 1819 gehörte der Ort zum venezianischen und dann britischen Einflussgebiet, ehe er an Ali Pascha verkauft wurde und die Bevölkerung nach Korfu floh. Vom Hafen fahren Boote zum Strand Valtos und zur Sandbank von Sarakiniko, die Insel Paxos ist in gut einer Stunde erreichbar. Im August ist die Altstadt voll, im Juni und September deutlich ruhiger.
Bei Glyki tritt der Acheron aus dem Fels und ist dort auch im Hochsommer kaum über 12 Grad kalt. In der Antike galt er als Fluss der Unterwelt, über den Charon die Toten setzte, weiter flussabwärts lag das Nekromanteion, ein Totenorakel. Heute waten Besucher durch das flache Bett zwischen den Felswänden, feste Schuhe mit Profil sind sinnvoll. Anbieter in Glyki organisieren Rafting, Kajak und Ritte am Ufer.
Metsovo liegt auf rund 1.150 Metern am Katara-Pass und ist der Hauptort der Aromunen, deren Sprache hier noch gesprochen wird. Wohlhabende Kaufmannsfamilien stifteten der Stadt Schulen, Museen und eine Käserei, entsprechend gepflegt wirken die Steinhäuser. Das Archontiko Tositsa zeigt, wie eine solche Familie im 18. Jahrhundert wohnte, die Galerie Averoff hängt voller griechischer Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Bekannt ist der Ort für den geräucherten Metsovone-Käse und für ein kleines Skigebiet oberhalb der Stadt.
Rund um Kipoi stehen einige der bekanntesten der zahlreichen Steinbogenbrücken, die im 18. und 19. Jahrhundert oft von wohlhabenden Händlern aus der Region gestiftet wurden. Die dreibogige Kalogeriko-Brücke, auch Plakidas-Brücke genannt, schwingt wie eine Wellenlinie über den Bach und ist von der Straße aus in wenigen Minuten erreichbar. In der Nähe liegen weitere Brücken wie Kontodimou und Lazaridi, markierte Wege verbinden mehrere davon. Die bekannte einbogige Kokkori-Brücke steht etwas weiter südlich bei Koukouli.
Dodona war das älteste Orakel Griechenlands, älter als Delphi, und lag 22 Kilometer südwestlich von Ioannina in einem stillen Talkessel. Die Priester lasen den Willen des Zeus aus dem Rauschen einer heiligen Eiche, Fragen ritzten die Besucher auf Bleitäfelchen, von denen Tausende gefunden wurden. Erhalten ist vor allem das Theater für rund 17.000 Zuschauer, eines der größten der antiken Welt. Das Gelände ist weitläufig und selten voll, ein Besuch dauert etwa zwei Stunden.
Das Castello liegt in der Altstadt von Parga, unterhalb der venezianischen Burg, und gehört zur Hotelgruppe Zigouris. Die Küche ist mediterran und verbindet griechische mit italienischen Rezepten. Von den Tischen im Freien blickst du auf das Meer, abends wird das Lokal auch als Weinbar betrieben.
Das Koutouki tou Nikola ist eine Taverne in Metsovo, geführt von der Familie Dasoulas. Auf der Karte steht die lokale Küche des Bergorts, der in der Region für seinen Käse und seine Weine bekannt ist.
Die Küche des Epirus ist Bergküche und gehört zu den eigenständigsten Griechenlands: viel Milchwirtschaft, gezogener Blitzteig, Wildkräuter und wenig Fisch, obwohl die Küste nah ist.
Pita in allen Varianten
Der Epirus gilt als Heimat der griechischen Pita. Der Teig wird von Hand hauchdünn gezogen und mit Käse, Wildkräutern, Lauch, Kürbis oder Fleisch gefüllt. Jedes Dorf hat seine Variante, in Ioannina bekommst du mehrere Sorten frisch aus dem Blech.
Käse aus dem Pindos
Aus der Milch der Bergschafe entstehen Feta, der halbharte Metsovone aus Metsovo und der geräucherte Kefalotyri. Metsovone wird nach italienischem Vorbild hergestellt und ist einer der wenigen geräucherten Käse Griechenlands.
Tsipouro als Abendbegleitung
Im Norden wird der Tresterbrand nicht als Abschluss getrunken, sondern als Grundlage eines ganzen Abends. Zu jeder Karaffe kommen kleine Teller auf den Tisch, oft ohne dass du sie bestellst.
Forelle und Seefisch aus dem Pamvotida
Der See von Ioannina liefert Aal, Karpfen und Frosch, die in den Lokalen der Inselsiedlung serviert werden. In den Bergbächen des Pindos wird Forelle gezüchtet, die auf fast jeder Dorfkarte steht.
Beste Reisezeit
Wann ist die beste Zeit für deine Reise?
Mai
Juni
September
Oktober
19–24°C·25–90 mm(mäßig Regen)
Diese Monate bieten ideale Bedingungen für Reisen in den Epirus. Im Mai und Juni ist das Wetter warm und sonnig, perfekt für Strände und Erkundungen, bevor die größte Sommerhitze und Menschenmassen einsetzen. September und Oktober sind ebenfalls sehr angenehm, mit milden Temperaturen und noch warmem Meerwasser, ideal für Outdoor-Aktivitäten und Kulturerlebnisse, während der Tourismus abnimmt. Der Herbst färbt zudem die Berglandschaft wunderschön.
Epirus im Nordwesten Griechenlands weist ein vielfältiges Klima auf, das stark von der Topographie geprägt ist. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen den Küstenregionen entlang des Ionischen Meeres und dem bergigen Landesinneren.Küstenregionen (z.B. Parga, Syvota, Preveza): Hier herrscht ein typisch mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern. Die Sommermonate (Juni bis August) sind sehr sonnig mit hohen Temperaturen, die oft über 30°C liegen können. Die Meerestemperaturen sind dann ideal zum Schwimmen. Winter sind regenreich, aber selten frostig.Bergregionen (z.B. Zagori, Ioannina): Das Klima im Landesinneren ist kontinentaler geprägt. Die Sommer sind wärmer als an der Küste, aber weniger schwül, mit oft kühleren Nächten, insbesondere in höheren Lagen. Die Winter sind deutlich kälter, mit häufigem Schneefall und Frost, was die Region zu einem Ziel für Wintersport macht. Die Niederschlagsmengen sind hier generell höher als an der Küste.Die oben angegebenen monatlichen Durchschnittswerte stellen eine Mischung aus diesen regionalen Unterschieden dar, tendieren aber leicht zu den für den Tourismus relevanteren Küsten- und tiefergelegenen Inlandregionen. Reisende sollten je nach geplanter Aktivität und genauer Destination die spezifischen lokalen Wetterbedingungen beachten.
Saisons
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Trockenzeit
Übergangssaison
Regenzeit
Beste Reisezeit
▶Detaillierte Monatsdaten anzeigen
Monat
Temp (°C)
Regen (mm)
Sonne (h)
Januar
9.0
145
3.5
Februar
10.0
120
4.0
März
12.0
95
5.5
April
16.0
60
7.0
Mai
20.0
40
9.5
Juni
24.0
25
11.0
Juli
27.0
15
12.0
August
27.0
18
11.5
September
23.0
50
9.0
Oktober
19.0
90
6.5
November
14.0
130
4.0
Dezember
11.0
155
3.0
Kulturelles Erbe und Geschichte von Epirus
Epirus verfügt über eine tief verwurzelte Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Die Region war die Heimat antiker griechischer Stämme wie der Molosser, Thesproter und Chaonier. Das Orakel von Dodona, eines der ältesten und bedeutendsten in der griechischen Welt, zeugt von der spirituellen Bedeutung Epirus'.Nach der Eingliederung ins Römische Reich entstanden bedeutende Städte wie Nikopolis, dessen weitläufige Ruinen noch heute römische Architektur und Planung demonstrieren. Die byzantinische Ära hinterließ zahlreiche Klöster und Kirchen, während die lange osmanische Herrschaft, insbesondere in Ioannina, eine einzigartige Mischung aus orientalischen und lokalen Baustilen hervorbrachte, sichtbar in der Festung und den Moscheen der Stadt.Die kulturelle Identität Epirus' ist stark ausgeprägt, manifestiert sich in der charakteristischen polyphonen Volksmusik, traditionellen Tänzen und dem berühmten Silberschmiedehandwerk von Ioannina. Diese lebendigen Traditionen spiegeln die vielschichtige Geschichte der Region wider, die von antiken Ursprüngen über römische und byzantinische Einflüsse bis hin zur osmanischen Zeit reicht.
Vor Ort unterwegs
Anreise und HauptachsenEpirus liegt abseits der üblichen Routen, ist aber gut erschlossen. Der Flughafen Ioannina hat Inlandsverbindungen, größer ist Preveza an der Küste mit Charterflügen. Die Autobahn Egnatia Odos durchquert die Region von West nach Ost und hat die Fahrzeit nach Thessaloniki auf rund drei Stunden verkürzt, die Ionia Odos verbindet nach Süden Richtung Patras. KTEL-Busse fahren zwischen den Städten, in die Bergdörfer allerdings nur wenige Male pro Woche.Im GebirgeFür die Zagorochoria und das Pindos-Gebirge brauchst du ein eigenes Fahrzeug. Die Straßen sind schmal, kurvig und im Winter gelegentlich verschneit, Schneeketten gehören dann ins Auto. Zwischen den Dörfern verlaufen alte gepflasterte Saumpfade, die Kalderimia, teils restauriert und markiert. Sie sind oft die direktere Verbindung als die Straße.