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    Chios

    Griechenland

    Chios

    StadtKultur

    Chios liegt wenige Kilometer vor der türkischen Küste und ist die einzige Gegend der Welt, in der Mastix, das Harz des Mastixstrauchs, traditionell gewonnen wird.

    von Felix Gillen

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    Chios liegt wenige Kilometer vor der türkischen Küste und ist die einzige Gegend der Welt, in der Mastix, das Harz des Mastixstrauchs, traditionell gewonnen wird. Der Handel damit hat befestigte Mastixdörfer, genuesische Landgüter und ein byzantinisches Kloster mit Welterbestatus hinterlassen.Die fünftgrößte Insel Griechenlands lebt bis heute stark von Reederei, Landwirtschaft und Handel, große Hotelanlagen sind selten. Du kommst wegen der Dörfer im Süden, der Mosaiken von Nea Moni und der Kiesbuchten an der Süd- und Westküste.

    Sehenswürdigkeiten in Chios

    Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen

    Kastro und Hamam von Chios-Stadt

    1Kastro und Hamam von Chios-Stadt

    Das Kastro über dem Hafen von Chios-Stadt geht auf byzantinische Fundamente zurück und wurde unter den Genuesen und später den Osmanen erweitert. Innerhalb der Mauern liegt bis heute ein bewohntes Viertel mit engen Gassen, Wohnhäusern und kleinen Plätzen, kein reines Museumsgelände.Im ehemaligen Hamam und der benachbarten Medresse ist das Byzantinische Museum untergebracht, das Grabsteine, Ikonen und osmanische Inschriften zeigt. Vom Hamam selbst sind die Kuppelräume mit den Lichtöffnungen erhalten, durch die einst der Dampf beleuchtet wurde.Der Eingang liegt am Nordende der Hafenpromenade. Wer nur durch das Viertel läuft, zahlt nichts, für das Museum gilt ein eigenes Ticket mit eingeschränkten Öffnungszeiten.
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    Kloster Nea Moni

    2Kloster Nea Moni

    Nea Moni steht seit 1990 auf der UNESCO-Welterbeliste und ist das wichtigste Bauwerk der Insel. Kaiser Konstantin IX. Monomachos ließ das Kloster im 11. Jahrhundert errichten und schickte dafür Mosaizisten aus Konstantinopel. Die Goldgrundmosaiken im Katholikon zeigen unter anderem Kreuzigung, Kreuzabnahme und Auferstehung und gelten als Hauptwerk der mittelbyzantinischen Kunst.Das Erdbeben von 1881 zerstörte die Kuppel und den Glockenturm, ein Teil der Mosaiken ging dabei verloren. Im Beinhaus neben dem Eingang liegen Gebeine von Opfern des Massakers von 1822.Das Kloster liegt rund 15 Kilometer westlich von Chios-Stadt auf einem Bergsattel. Die Straße ist schmal und kurvig, Busse fahren nicht regelmäßig. Über Mittag ist geschlossen, für den Kirchenraum gilt bedeckte Kleidung.
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    Pyrgi

    3Pyrgi

    Pyrgi ist eines der größten Mastixdörfer und bekannt für die sogenannten Xysta. Für diese Fassaden wird dunkler Putz mit weißem Kalk überzogen und das Muster wieder herausgekratzt, sodass geometrische Bänder in Schwarz und Weiß entstehen. Fast jedes Haus rund um den Hauptplatz ist so gestaltet.Das Dorf war als Wehrsiedlung angelegt, die äußeren Häuserreihen bildeten die Verteidigungsmauer, unter genuesischer Herrschaft wurde es weiter befestigt. Nahe der Platia steht die Kirche Agioi Apostoloi, vermutlich aus dem 15. Jahrhundert und die älteste Kirche des Dorfs.Im Spätsommer und Herbst trocknen Mastixernten und Tomaten an den Fassaden. Der Parkplatz liegt am Ortsrand, in den Gassen ist kein Durchkommen mit dem Auto.
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    Mesta

    4Mesta

    Mesta gilt als das am besten erhaltene der mittelalterlichen Mastixdörfer. Der Grundriss ist ein Labyrinth innerhalb eines fünfeckigen Mauerrings, die Gassen werden teils von Tonnengewölben überspannt und sollten Angreifer bei Piratenüberfällen in die Irre führen. Nach außen zeigt das Dorf eine geschlossene Mauer aus Hauswänden. Unter genuesischer Herrschaft zwischen 1346 und 1566 wurden die Befestigungen verstärkt.Im Zentrum steht die große Kirche Megas Taxiarchis, dazu die ältere Taxiarchis-Kirche. Mehrere Häuser sind heute Ferienunterkünfte, das Dorf ist bewohnt und kein Freilichtmuseum.Autos bleiben draußen, die Wege innen sind gepflastert und uneben. Am Hauptplatz gibt es Tavernen, in denen auch Souma ausgeschenkt wird.
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    Anavatos

    5Anavatos

    Anavatos klebt an einem steilen Felsrücken im Inselinneren und ist heute nahezu verlassen. Die Steinhäuser stehen in Terrassen übereinander, viele ohne Dach, die Gassen führen als Treppen zum Gipfel mit einer Kirchenruine.Das Dorf wurde 1822 während des Massakers von Chios zerstört, viele Bewohner starben beim Sprung von den Felsen. Danach wurde es nie wieder richtig besiedelt, nur einzelne Häuser sind bewohnt.Der Ort liegt auf dem Weg zwischen Nea Moni und dem Westen der Insel und lässt sich gut mit beiden verbinden. Der Aufstieg ist steil und ohne Geländer, Schatten gibt es keinen.
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    Mavra Volia bei Emporios

    6Mavra Volia bei Emporios

    Der Strand Mavra Volia an der Südküste besteht aus schwarzen und dunkelgrauen Kieseln, die auf vulkanische Aktivität in der Region zurückgehen. Das Wasser fällt steil ab und wirkt vor dem dunklen Grund tiefblau.Die Bucht liegt unterhalb des Fischerorts Emporios und besteht aus mehreren hintereinanderliegenden Abschnitten, die über einen Pfad am Hang verbunden sind. Je weiter du gehst, desto ruhiger wird es.Schatten gibt es kaum, Liegen und eine Kantine nur am ersten Abschnitt. Badeschuhe sind wegen der groben Kiesel sinnvoll, für die Mastixdörfer im Hinterland sind es rund 15 Minuten Fahrt.
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    Essen & Trinken

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    Τα Χειρίσια της Σμαράγδας

    Τα Χερίσια της Σμαράγδας in der Sgouta-Straße in Chios-Stadt ist eine Manufaktur für handgemachte chiotische Nudeln, die mittags auch gekochte Tagesgerichte ausgibt. Täglich stehen drei bis vier Mageirefta zur Wahl, etwa Imam, Schmorfleisch, Pastitsio oder Bohneneintopf. Du kannst vor Ort essen oder mitnehmen.
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    2

    Snakaras

    Das Snakaras in Chios-Stadt ist ein Burger-Lokal mit Imbisscharakter. Neben Burgern gibt es Pommes und kleine Snacks, vieles geht auch als Lieferung oder zum Mitnehmen raus.
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    ΑΙΜΙΛΙΟΣ

    Das Aimilios an der Eleftheriou Venizelou in Chios-Stadt ist ein Souvlaki-Lokal. Auf der Karte stehen Pita-Wraps, Sandwiches, gegrilltes Fleisch in Portionen und kleine Vorspeisen, dazu Bier.
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    Roussiko

    Das Roussiko liegt an der Uferstraße Aigaiou am Hafen von Chios-Stadt, im Viertel Evangelistria, und serviert griechische Küche.
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    Essen & Trinken

    Die Küche von Chios dreht sich um Mastix, Zitrusfrüchte aus Kambos und die Erträge der Bergdörfer. Fisch ist gut, aber nicht der Kern der lokalen Küche.
    Mastix

    Mastix

    Das Harz des Mastixstrauchs wird ausschließlich im Süden der Insel geerntet und trägt eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Du findest es als Kaugummi, als Likör namens Mastiha, in Gebäck, Eis und Löffelsüßigkeiten. Die Genossenschaft betreibt Läden in Chios-Stadt und in den Dörfern, dazu ein Museum bei Pyrgi.

    Mandarinen aus Kambos

    Die Gärten südlich der Hauptstadt liefern seit Jahrhunderten Zitrusfrüchte, die früher nach Konstantinopel und Marseille verschifft wurden. Verarbeitet werden sie zu Marmelade, Sirup und Löffelsüßigkeiten. Im Zitrusmuseum in Kambos gibt es Verkostungen im alten Herrenhaus.

    Souma

    Der klare Tresterbrand der Insel wird nach der Weinlese aus Feigen oder Trauben gebrannt und in den Dörfern selbst hergestellt. Er ist stärker als Ouzo und wird zu Mezedes getrunken. Verkauft wird er meist offen, in Chios-Stadt gibt es ihn in den Ouzerien am Hafen.

    Mastelo und Chiotiko Tyri

    Mastelo ist ein junger, milder Frischkäse, der gebraten oder gegrillt auf den Tisch kommt. Daneben gibt es einen härteren, salzigeren Inselkäse, der zu Souma passt. Beide bekommst du auf dem Markt in Chios-Stadt und in den Dorfläden.

    Chioskes Süßgebäck

    In der Konditorei-Tradition der Insel mischen sich osmanische und genuesische Einflüsse. Typisch sind Masourakia mit Mandeln, mit Mastix parfümierte Kekse und die weißen Löffelsüßigkeiten aus Zitrone oder Bergamotte, die in Häusern noch als Gastgeschenk gereicht werden.

    Chios: Kultur, Kunst und Geschichte

    Byzanz und GenuaChios beansprucht, Geburtsort Homers zu sein, belegt ist das nicht. Sicher ist der Rang des Klosters Nea Moni: Kaiser Konstantin IX. Monomachos ließ es im 11. Jahrhundert errichten, seit 1990 steht es zusammen mit Daphni und Hosios Loukas auf der UNESCO-Welterbeliste. 1346 übernahm die genuesische Handelsgesellschaft Maona die Insel und kontrollierte sie bis zur osmanischen Eroberung 1566. In dieser Zeit wurden die Mastixdörfer wie Pyrgi, Mesta und Olympi zu Wehrsiedlungen ausgebaut, mit labyrinthartigen Gassen und geschlossenen Außenmauern aus Hauswänden.MastixDas Harz des Mastixstrauchs bestimmte über Jahrhunderte Wirtschaft und Gesellschaft der Süddörfer, unter Genuesen und Osmanen war es ein streng kontrolliertes Monopol. Seit 2014 steht das Wissen um den Mastixanbau auf Chios auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. In Pyrgi zeigen die Xysta-Fassaden mit ihren schwarz-weißen Mustern, wie eigenständig sich diese Dörfer entwickelt haben.1822 und die FolgenWährend des griechischen Unabhängigkeitskriegs zerstörten osmanische Truppen 1822 weite Teile der Insel, ein großer Teil der Bevölkerung wurde getötet oder versklavt. Das Massaker von Chios ist in der Erinnerung der Insel fest verankert, Eugène Delacroix machte es mit seinem Gemälde in Europa bekannt. Seit 1912 gehört Chios zu Griechenland.

    Vor Ort unterwegs

    Bus und TaxiDas städtische Busnetz verbindet Chios-Stadt mit Kambos, Vrontados und Karfas, die Überlandbusse der KTEL fahren in die Mastixdörfer und nach Volissos, zu den entlegeneren Zielen aber oft nur ein- bis zweimal täglich und am Wochenende seltener. Fahrpläne hängen am zentralen Busbahnhof aus und stehen auf der Seite der KTEL Chios. Taxis stehen am Hafen und am Flughafen.Selbst fahrenFür alles außerhalb der Hauptstadt ist ein eigenes Fahrzeug die praktikable Lösung. Mietwagen und Roller bekommst du in Chios-Stadt, am Flughafen und in Karfas, in der Hochsaison lohnt eine Buchung vorab. Die Straße in den Süden ist gut ausgebaut, die Strecke in den Norden über Volissos dagegen schmal und kurvig, plane dafür gut anderthalb Stunden ein. Tankstellen gibt es außerhalb der Ostküste wenige, tanke also vor längeren Touren voll.Zu FußIn Chios-Stadt ist der Kern zwischen Hafen, Kastro und Markt gut zu Fuß zu erkunden, Parkplätze findest du am Hafen und am Stadtrand.

    Unterkünfte in Chios

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    Campingplätze in Chios

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      Sonnenaufgang über Alpengipfeln und einem Wolkenmeer
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      Chios-Reise

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    In der Umgebung

    Alaçatı & Çeşme

    Alaçatı & Çeşme

    Alaçatı und Çeşme liegen an der Spitze der gleichnamigen Halbinsel westlich von İzmir, etwa 75 Kilometer vom Flughafen entfernt. Alaçatı ist für seine Steinhäuser, Windmühlen und das Windsurfrevier bekannt, Çeşme für Burg und Hafen. Nördlich davon lockt der flache Sandstrand von Ilıca mit warmem Thermalwasser im Meer.
    Ikaria

    Ikaria

    Ikaria zählt zu den fünf sogenannten Blauen Zonen der Welt, in denen auffällig viele Menschen über 90 Jahre alt werden. Die Insel zwischen Samos und den Kykladen hat kaum große Hotelanlagen, dafür Bergdörfer, heiße Quellen und Sommerfeste, die bis zum Morgen dauern.Du kommst zum Wandern auf alten Saumpfaden, zum Baden an der Nordküste um Armenistis und für die Panigyria. Fahrpläne und Öffnungszeiten werden hier lockerer gehandhabt als anderswo.
    İzmir

    İzmir

    İzmir ist mit rund 4,5 Millionen Einwohnern in der Provinz die drittgrößte Stadt der Türkei und das Tor zur Ägäisküste. Du kommst wegen des Basarviertels Kemeraltı, der Uferpromenade Kordon und der Küche mit Boyoz, Kumru und Meze. Das historische Zentrum liegt um den Konak-Platz, nördlich davon das Ausgehviertel Alsancak, auf der anderen Seite der Bucht Karşıyaka.
    Lesbos (Lesvos)

    Lesbos (Lesvos)

    Lesbos ist mit rund 1.630 Quadratkilometern die drittgrößte Insel Griechenlands und lebt bis heute stark von Olivenöl, Ouzo und Schafskäse. Zwischen Mytilini im Osten und dem versteinerten Wald im Westen liegen ausgedehnte Olivenhaine, zwei große Meeresbuchten und eine Landschaft, die nach Westen hin immer karger und vulkanischer wird.Du kommst wegen der Ouzerien von Mytilini und Plomari, der Bergdörfer am Olymbos, der Vogelbeobachtung am Golf von Kalloni und des UNESCO-Geoparks im Westen. Für die ganze Insel brauchst du mindestens eine Woche.
    Nordägäische Inseln

    Nordägäische Inseln

    Die Nordägäischen Inseln liegen dicht vor der türkischen Küste und zählen zu den am wenigsten überlaufenen Inselgruppen Griechenlands. Lesbos, Chios, Samos, Ikaria und Limnos sind groß genug für eigene Gebirge, Weinbaugebiete und Hafenstädte, die auch im Winter bewohnt bleiben. Du reist hierher wegen Mastix, Ouzo, heißen Quellen und leeren Kiesbuchten, nicht wegen einer Postkartenkulisse.

    Quellen & Methode

    • Fotos: Wikimedia Commons, Unsplash, Pexels. Die Urheber stehen jeweils am Bild.
    • Die Inhalte beruhen auf Web-Recherche aus öffentlichen, nachvollziehbaren Quellen. So entstehen die Inhalte · Die Rolle von KI