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    Ikaria

    Griechenland

    Ikaria

    StadtKultur

    Ikaria zählt zu den fünf sogenannten Blauen Zonen der Welt, in denen auffällig viele Menschen über 90 Jahre alt werden.

    von Felix Gillen

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    Ikaria zählt zu den fünf sogenannten Blauen Zonen der Welt, in denen auffällig viele Menschen über 90 Jahre alt werden. Die Insel zwischen Samos und den Kykladen hat kaum große Hotelanlagen, dafür Bergdörfer, heiße Quellen und Sommerfeste, die bis zum Morgen dauern.Du kommst zum Wandern auf alten Saumpfaden, zum Baden an der Nordküste um Armenistis und für die Panigyria. Fahrpläne und Öffnungszeiten werden hier lockerer gehandhabt als anderswo.

    Sehenswürdigkeiten in Ikaria

    Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen

    1Archäologisches Museum Agios Kirykos

    Das kleine Archäologische Museum im Hauptort Agios Kirykos sammelt, was auf der Insel gefunden wurde: Keramik, Werkzeuge, Münzen und Grabstelen von der prähistorischen Zeit bis in die römische Kaiserzeit. Die Funde stammen unter anderem aus dem antiken Oinoe bei Kampos und vom Kap Drakano im Osten.Bekanntestes Stück ist eine Grabstele aus klassischer Zeit. Die Sammlung ist überschaubar und in einer knappen Stunde zu sehen, die Beschriftungen sind griechisch und englisch.Das Museum liegt zentral im Ort, wenige Minuten vom Hafen. Die Öffnungszeiten sind kurz und saisonal unterschiedlich, ein Blick auf die Aushänge vor Ort lohnt sich.
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    2Strand Nealia

    Nealia liegt an der Ostküste nahe Therma und gehört zu den Buchten, die vor allem Einheimische ansteuern. Der Strand besteht aus hellen Kieseln, das Wasser fällt rasch ab und ist entsprechend klar.Infrastruktur gibt es keine: keine Liegen, keine Kantine, kein Schatten. Der Zugang führt über einen unbefestigten Weg, das letzte Stück geht zu Fuß.Wasser, Sonnenschutz und Proviant musst du mitbringen. Bei Nordwind steht in der Bucht spürbare Welle, dann ist der Süden der Insel die bessere Wahl.
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    3Chalasmena Therma, die zerstörten Bäder

    Östlich von Therma liegen die Reste eines Badehauses, das seit seiner Zerstörung offen am Wasser steht. Daher der Name Chalasmena Therma, die zerstörten Bäder. Zwischen den Mauerresten haben sich Becken erhalten, in denen heißes Quellwasser steht und sich mit Meerwasser mischt.Die Quellen um Therma sind radonhaltig, ihre Temperatur unterscheidet sich je nach Austritt. Gebadet wird ohne Aufsicht und ohne Eintritt.Der Zugang führt über einen unbefestigten Pfad vom Ortsrand, Badeschuhe sind wegen der glatten Steine sinnvoll. Einheimische bleiben meist nur kurz im heißen Wasser.
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    4Quelle Athanato Nero

    Die Quelle Athanato Nero, auf Deutsch unsterbliches Wasser, ist eine der Kaltwasserquellen im Süden der Insel und trägt ihren Namen aus der lokalen Überlieferung. Sie steht im Kontrast zu den heißen Thermalquellen weiter östlich und liefert kühles Trinkwasser direkt aus dem Fels.Der Ort ist schlicht: ein gefasster Auslauf, eine Bank, ein paar Bäume. Einheimische halten hier an und füllen Kanister, wie an vielen Quellen der Insel.Eine leere Flasche lohnt sich. Beschildert ist die Stelle nur knapp, sie liegt an der Straße zwischen Agios Kirykos und dem Inselinneren.
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    Nas und der Artemis-Tempel

    5Nas und der Artemis-Tempel

    Nas an der Nordwestküste war in der Antike der letzte geschützte Ankerplatz vor der offenen See, der Name geht auf das griechische Wort für Tempel zurück. Über der Bucht liegen die Fundamente eines Heiligtums der Artemis Tauropolos, an dem Seefahrer vor der Weiterfahrt opferten.Unterhalb mündet der Fluss Chalaris in einer Kiesbucht ins Meer. Dort steht auch im Sommer Süßwasser in Felsbecken, flussaufwärts führt ein Pfad in die Schlucht.Der Abstieg von der Straße dauert etwa zehn Minuten über Treppen. Am Rand stehen einige Tavernen mit Blick auf die Bucht, Liegen gibt es keine. Die Strömung an der Flussmündung kann kräftig sein.
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    Christos Raches

    6Christos Raches

    Christos Raches liegt auf rund 700 Metern Höhe zwischen Kiefern und Eichen und ist das bekannteste der Bergdörfer. Bekannt wurde es für seinen Tagesrhythmus: Viele Läden öffnen erst am späten Nachmittag und schließen weit nach Mitternacht, mancher Kaufmann hängt statt Öffnungszeiten einen Zettel an die Tür.Das Dorf ist Ausgangspunkt der markierten Wanderwege zwischen den Raches-Dörfern, die alten Saumpfade sind beschildert und in Tagesetappen begehbar.Auf dem Platz stehen Kafenia, in denen abends Karten gespielt wird. Im Winter fällt hier Schnee, im Sommer ist es merklich kühler als an der Küste.
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    Essen & Trinken

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    Katafygi tis gefsis (Shelter of taste)

    Das Katafygi tis gefsis (Zuflucht des Geschmacks) ist ein Familienrestaurant im Kurort Therma, gut einen Kilometer östlich von Agios Kirykos. Es liegt nahe den Thermalbädern und eignet sich für eine Mahlzeit nach dem Baden.
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    2

    To Tzaki

    Das To Tzaki (Der Kamin) ist ein Restaurant an der Küstenstraße westlich von Agios Kirykos, auf dem Weg nach Therma Lefkadas. Die Küche ist griechisch.
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    3

    Abariza Bistro

    Das Abariza Bistro ist ein Bistro mit Cafébetrieb in Agios Kirykos, dem Hafenort im Süden von Ikaria. Du kannst hier tagsüber Kaffee trinken und kleinere Gerichte essen.
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    4

    Meating Point

    Das Meating Point ist ein Restaurant im Kurort Therma östlich von Agios Kirykos. Wie der Name andeutet, stehen Fleischgerichte im Mittelpunkt.
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    Essen & Trinken

    Die ikarische Küche ist gemüselastig, fleischarm und stark saisonal. Vieles kommt aus eigenen Gärten, Wildkräuter spielen eine größere Rolle als Fisch.

    Soufiko

    Der Gemüseeintopf aus Auberginen, Zucchini, Paprika, Zwiebeln und Tomaten wird langsam in Olivenöl geschmort und lauwarm oder kalt gegessen. Jede Familie hat ihre eigene Reihenfolge beim Schichten. Das Gericht steht sinnbildlich für die Ernährung, die der Insel ihren Ruf eingebracht hat.

    Ziege aus dem Ofen

    Zum Panigyri und zu Feiertagen kommt Ziegenfleisch auf den Tisch, meist stundenlang mit Kräutern geschmort oder am Spieß gegart. Die Tiere weiden frei auf den Felshängen, das Fleisch ist entsprechend kräftig. In Tavernen findest du es als Tagesgericht, nicht immer auf der Karte.
    Pramnios Oinos

    Pramnios Oinos

    Der Wein von Ikaria wird bis auf Homer zurückgeführt, der einen pramnischen Wein erwähnt. Heute keltern kleine Betriebe und viele Haushalte dunkle, kräftige Rotweine aus einheimischen Sorten. Ausgeschenkt wird oft offen aus dem Fass, Flaschenware gibt es von wenigen Weingütern im Norden.

    Wildkräuter und Hülsenfrüchte

    Horta, also gekochtes Wildgrün mit Olivenöl und Zitrone, steht auf fast jeder Karte und wechselt mit der Jahreszeit. Dazu kommen Linsen, Kichererbsen und Saubohnen, oft als eigenständiges Hauptgericht. In den Bergdörfern sammeln viele Haushalte die Kräuter selbst.
    Ikarischer Honig

    Ikarischer Honig

    Der Honig der Insel stammt oft von Thymian, Heidekraut oder Kiefer und wird als besonders dunkel und harzig beschrieben. Verkauft wird er direkt bei den Imkern und in den Dorfläden. Zusammen mit Sauermilch oder Joghurt ist er ein typisches Frühstück.

    Ikarias kulturelles Erbe

    Verbannung und EigensinnIkaria lag lange abseits der Machtzentren. In byzantinischer Zeit diente die Insel als Verbannungsort für Angehörige der Kaiserfamilien, während der Piratenjahrhunderte zogen sich die Bewohner ins Inselinnere zurück und bauten niedrige Steinhäuser, die vom Meer aus kaum zu sehen waren. Im Juli 1912 vertrieben die Bewohner die osmanische Garnison und riefen den Freistaat Ikaria aus, im November 1912 kam die Insel zu Griechenland. Unter dem Metaxas-Regime und während des Bürgerkriegs wurden erneut politische Gefangene hierher verbannt, in den Bürgerkriegsjahren rund 13.000 Menschen.Panigyria und Blaue ZoneDie wichtigsten Feste sind die Panigyria zu Ehren der Dorfheiligen. Sie werden vom Dorf selbst organisiert, der Erlös fließt in Gemeinschaftsaufgaben. Gespielt wird Live-Musik mit Violine und Laute, getanzt der Ikariotikos, dazu gibt es Ziegenfleisch und Wein. Die Feste beginnen spät am Abend und enden oft im Morgengrauen. International bekannt wurde Ikaria als Blaue Zone. Studien wie die Ikaria-Studie von 2011 nennen als Faktoren unter anderem eine Ernährung mit viel Gemüse und Hülsenfrüchten, viel Bewegung im Steilgelände und enge soziale Netze.

    Vor Ort unterwegs

    Mietwagen als StandardOhne eigenes Fahrzeug lässt sich Ikaria kaum erschließen. Die Busse verbinden Agios Kirykos, Evdilos und Armenistis, fahren aber nur wenige Male am Tag. Mietwagen bekommst du in Agios Kirykos, Evdilos, Armenistis und am Flughafen, in der Hochsaison solltest du vorab buchen, weil der Bestand auf der Insel begrenzt ist. Die Hauptstraße über den Bergkamm ist asphaltiert, aber eng und kurvenreich, viele Zufahrten zu Stränden und Bergdörfern sind Schotterpisten. Tankstellen sind selten, tanke vor längeren Fahrten voll.TaxiTaxis stehen in Agios Kirykos und Evdilos. Für die Strecke zwischen beiden Orten solltest du den Fahrpreis vorher abstimmen.Zu FußZwischen den Bergdörfern verlaufen alte Saumpfade, mehrere davon sind als Rundweg „Round of Rahes“ markiert und lassen sich in Tagesetappen gehen. Feste Schuhe und Wasser sind Pflicht, Schatten gibt es vor allem in den Eichenwäldern des Nordwestens. Im Sommer startest du am besten früh am Morgen.

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      Sonnenaufgang über Alpengipfeln und einem Wolkenmeer
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      • 1Archäologisches Museum Agios Kirykos3 Tage
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    In der Umgebung

    Patmos

    Patmos

    Patmos liegt im Norden des Dodekanes und ist seit fast tausend Jahren Klosterinsel: Der byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos überließ sie 1088 dem Mönch Christodoulos, und das Kloster prägt bis heute Bebauung, Landbesitz und Tagesrhythmus.Kloster, Höhle der Apokalypse und die Chora stehen zusammen seit 1999 auf der UNESCO-Welterbeliste. Große Hotels und lautes Nachtleben gibt es kaum, die Insel ist eher etwas für Leute, die Ruhe, Wanderwege und Kirchengeschichte suchen.
    Samos

    Samos

    Samos liegt an der engsten Stelle keine zwei Kilometer von der türkischen Küste entfernt und gilt als eine der grünsten Inseln der Ägäis. Auf knapp 480 Quadratkilometern liegen hier das UNESCO-Welterbe Pythagoreion und Heraion, der 1.434 Meter hohe Kerkis und die Weinterrassen, auf denen der süße Muskat von Samos wächst.Du kommst wegen der Antike, der Bergdörfer am Ambelos und der Kieselbuchten an der Nordküste. Die Insel ist groß genug für eine Woche, ohne dass sich Wege wiederholen.
    Leros

    Leros

    Leros ist eine Insel, deren Hauptfährhafen vom italienischen Rationalismus geprägt ist: Lakki, damals Portolago, entstand in den dreißiger Jahren als Planstadt für den Marinestützpunkt, mit Rundbögen, Arkaden und breiten Achsen. Dazu kommen Bunker, Stollen und ein Kriegsmuseum zur Schlacht um Leros von 1943.Badebuchten gibt es auch, doch die Insel lohnt sich vor allem für Leute, die Geschichte im Straßenbild lesen wollen und eine Insel ohne große Hotelanlagen suchen.
    Alaçatı & Çeşme

    Alaçatı & Çeşme

    Alaçatı und Çeşme liegen an der Spitze der gleichnamigen Halbinsel westlich von İzmir, etwa 75 Kilometer vom Flughafen entfernt. Alaçatı ist für seine Steinhäuser, Windmühlen und das Windsurfrevier bekannt, Çeşme für Burg und Hafen. Nördlich davon lockt der flache Sandstrand von Ilıca mit warmem Thermalwasser im Meer.
    Chios

    Chios

    Chios liegt wenige Kilometer vor der türkischen Küste und ist die einzige Gegend der Welt, in der Mastix, das Harz des Mastixstrauchs, traditionell gewonnen wird. Der Handel damit hat befestigte Mastixdörfer, genuesische Landgüter und ein byzantinisches Kloster mit Welterbestatus hinterlassen.Die fünftgrößte Insel Griechenlands lebt bis heute stark von Reederei, Landwirtschaft und Handel, große Hotelanlagen sind selten. Du kommst wegen der Dörfer im Süden, der Mosaiken von Nea Moni und der Kiesbuchten an der Süd- und Westküste.

    Quellen & Methode

    • Fotos: Wikimedia Commons, Unsplash, Pexels. Die Urheber stehen jeweils am Bild.
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