Der Geschichtspark Ayutthaya bewahrt die Reste der Hauptstadt des Königreichs Siam, die 1350 gegründet und 1767 im Krieg mit Burma zerstört wurde. Über vier Jahrhunderte war die Stadt ein Handelszentrum von internationalem Rang, in dem portugiesische, niederländische, japanische und persische Gemeinden lebten. Die UNESCO führt das Gelände als Welterbe.Die Kernzone liegt auf einer Insel zwischen Chao Phraya, Lopburi und Pa Sak. Zu den zentralen Bauwerken zählen Wat Phra Si Sanphet mit drei aneinandergereihten Chedis, der Krönungstempel der Könige, und Wat Mahathat, wo ein Buddhakopf in den Wurzeln eines Feigenbaums steckt. Am Flussufer im Westen steht Wat Chaiwatthanaram mit einem zentralen Prang khmerischer Form, im benachbarten Wihan Phra Mongkhon Bophit sitzt eine der großen bronzenen Buddha-Figuren des Landes.Die Stätten liegen weit verteilt; viele Besucher nutzen Fahrrad, Roller oder ein Tuk-Tuk für eine Rundtour. Am Morgen und am späten Nachmittag ist es kühler und das Licht für Fotos günstiger. In den Tempelanlagen gelten dieselben Kleidungsregeln wie in aktiven Tempeln: Schultern und Knie bedeckt. Von Bangkok aus ist Ayutthaya per Zug, Minibus oder Bootstour erreichbar.
Sehenswürdigkeiten
Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen
1Wat Mahathat Ayutthaya
Königlicher Reliquientempel im Zentrum der Insel, um 1374 unter König Borommaracha I. errichtet. Der ursprüngliche Prang stürzte 1631 ein, der rund 50 Meter hohe Neubau 1911 erneut; erhalten sind Sockel, Reihen von Chedis und die Grundmauern der Hallen. In den Wurzeln eines Baums am Rand des Geländes steckt ein steinerner Buddhakopf, das bekannteste Motiv Ayutthayas. Er ist ein Verehrungsobjekt: Für Fotos hockst Du Dich davor, statt Dich darüber zu stellen.
Aktiver Tempel am Chao Phraya südöstlich der Insel, dessen Gründung auf 1324 datiert wird und damit vor die Stadt selbst. In der Haupthalle sitzt Luang Pho Tho, eine vergoldete Buddhafigur von rund 19 Metern Höhe, die von thailändischen wie chinesischstämmigen Gläubigen verehrt wird. Entsprechend ist der Tempel voll, laut und in Betrieb, nicht Ruine. Vom Fluss aus per Boot erreichbar.
Der Tempel lag auf dem Gelände des alten Königspalasts und war der Königsfamilie vorbehalten. Die drei glockenförmigen Chedis in einer Reihe entstanden 1492 und 1529 für die Könige Borommatrailokkanat, Borommaracha III. und Ramathibodi II. und sind das bekannteste Bild der Anlage. 1767 zerstörten die burmesischen Truppen den Tempel und schmolzen das Gold ein, nur die Chedis blieben erhalten und wurden 1956 restauriert. Auf dem Gelände gibt es kaum Schatten.
Neben dem Wat Phra Si Sanphet steht die Halle mit dem Phra Mongkhon Bophit, einer der bedeutendsten Bronzefiguren Thailands, rund 12,5 Meter hoch. Sie wurde 1538 gegossen; beim Fall der Stadt 1767 brannte das Dach der Halle, Kopf und rechter Arm der Figur brachen ab. Die heutige Halle wurde 1957 fertiggestellt, unterstützt durch eine Spende des burmesischen Premierministers. Innen ist es ein aktiver Andachtsort: Schuhe ausziehen, Schultern und Knie bedecken.
Ruinenbezirk im Norden der Insel, abseits der Hauptrouten und ohne Eintritt. Erhalten sind der Sockel eines großen Chedis und Grundmauern von Nebenbauten in einem verwilderten Gelände. Wer den Park abgesehen von den Kernanlagen kennenlernen will, findet hier eine der stillen Stellen. Mit dem Rad in wenigen Minuten von Wat Mahathat.
König Prasat Thong ließ die Anlage 1630 als ersten Tempel seiner Regierungszeit am Westufer des Chao Phraya errichten, südwestlich der Insel. Um den rund 35 Meter hohen zentralen Prang stehen vier kleinere Prangs, dazu acht kapellenartige Chedis, die ein rechteckiger Gang verbindet. In diesem Gang saßen einst rund 120 Buddhafiguren, erhalten sind vor allem Säulenfundamente und Außenmauer. Am späten Nachmittag steht die Sonne günstig für den Blick über den Fluss.
Lokal in der Nähe des Parks mit thailändischer Karte, unaufwendig eingerichtet. Praktisch für eine Pause zwischen den Anlagen. Bestellung per Zeigen, wenn die englische Karte fehlt.
Isaan-Küche in Ayutthaya: Papayasalat, Laab und gegrilltes Hähnchen mit Klebreis, wie der Name ankündigt. Einfache Tische, schneller Betrieb, Schärfe lässt sich beim Bestellen anpassen. Mittags und am frühen Abend am belebtesten.
Som-Tam-Küche mit Isaan-Karte, in Ayutthaya seit Jahren am Ort. Papayasalat in mehreren Varianten, dazu gegrilltes Fleisch und Klebreis. Die Version mit fermentierter Fischsauce ist deutlich intensiver als die milde Thai-Variante; sag beim Bestellen, was du willst.
Café am Rand des Parks mit Kaffee, kalten Getränken und leichten Snacks, mit Klimaanlage. Nützlich als Pause auf der Radrunde, wenn die Hitze auf den freien Ruinenflächen zu viel wird.
Die Küche der Stadt ist zentralthailändisch mit einem eigenen Aushängeschild: Flussgarnelen aus dem Chao Phraya, die gegrillt serviert werden. Dazu kommen Nudelsuppen, Isaan-Grillküchen und die Märkte. Im Park selbst gibt es Stände an den größeren Anlagen; die dichteste Auswahl liegt am Nachtmarkt und in der Guesthouse-Zone im Nordosten der Insel.
Kung Mae Nam
Große Flussgarnelen, längs halbiert und über Kohle gegrillt, dazu eine scharfe Dipsauce. Die bekannteste Spezialität der Stadt, meist nach Gewicht berechnet und deshalb teurer als der Rest der Karte.
Kuay Teow Ruea
Die dunkle, kräftige Nudelsuppe, die ursprünglich von Booten aus verkauft wurde. Portionen sind klein, man isst mehrere Schälchen. In Ayutthaya und den Nachbarprovinzen an eigenen Lokalen zu haben.
Roti Sai Mai
Ayutthayas Süßigkeit: Fäden aus gesponnenem Zucker, die in einen dünnen Pfannkuchen gewickelt werden. Wird an Straßenständen und vor dem Krankenhaus verkauft und ist das übliche Mitbringsel aus der Stadt.
Nachtmarkt und Frischmarkt
Am Abend baut sich im Nordosten der Insel ein Markt mit Garständen auf, tagsüber arbeitet der Frischmarkt in derselben Gegend. Günstigste Verpflegung, dazu Obst und Getränke für die Radrunde.
Isaan-Küchen
Papayasalat, Laab und gegrilltes Hähnchen sind auch hier verbreitet, weil viele Zugezogene aus dem Nordosten kommen. Einfache Lokale, oft nur mit thailändischer Karte.
Ayutthaya: Hauptstadt 1350 bis 1767
Vier Jahrhunderte ZentrumAyutthaya wurde 1350 gegründet und war über vier Jahrhunderte die Hauptstadt eines der größten Reiche Südostasiens. Die Stadt lag auf einer Insel am Zusammenfluss von Chao Phraya, Lopburi und Pa Sak und war von Kanälen durchzogen. Portugiesische, niederländische, japanische, chinesische und persische Gemeinschaften hatten eigene Viertel jenseits der Flüsse.1767Im April 1767 nahmen burmesische Truppen die Stadt nach langer Belagerung ein und zerstörten sie. Tempel wurden geplündert, Gold eingeschmolzen, Archive gingen verloren. Die neue Hauptstadt entstand weiter südlich, zunächst in Thonburi, dann in Bangkok. Viele kopflose Buddhafiguren im Park sind Folge der Plünderung.Was Du im Park siehstDie Ruinen sind seit 1991 UNESCO-Welterbe. Zwei Bauformen prägen sie: der Prang, ein maiskolbenförmiger Turm khmerischer Herkunft, und der glockenförmige Chedi in singhalesischer Tradition. Erhalten sind vor allem Ziegel und Laterit, Holz und Stuck der Hallen sind verschwunden.VerhaltenNicht auf Ruinen, Chedis oder Buddhafiguren klettern oder sitzen.Beim Fotografieren nicht über einer Buddhafigur posieren. Vor dem Buddhakopf in den Baumwurzeln am Wat Mahathat hockst Du Dich hin.In aktiven Tempeln wie Wat Phanan Choeng und Wat Yai Chai Mongkhon Schultern und Knie bedecken und Schuhe ausziehen.
Vor Ort unterwegs
AnreiseDer Park ist kein umzäuntes Gelände, sondern liegt über die Insel verteilt zwischen Wohnstraßen, Schulen und Märkten. Eintritt wird pro Anlage erhoben, für die wichtigsten gibt es ein Kombiticket.Zug: Ab Bangkok Krung Thep Aphiwat brauchen Express-Züge etwa 50 bis 65 Minuten, langsamere Züge ab Hua Lamphong 80 bis 90 Minuten. Vom Bahnhof östlich der Insel gehst Du zum Pier gegenüber und setzt in zwei Minuten mit dem Longtailboot über den Pa Sak über.Im ParkFahrrad: die praktischste Art, den Park zu sehen. Die Insel ist flach, die Wege zwischen den Kernanlagen kurz. Fahre morgens, ab Mittag wird es auf den freien Flächen heiß.Roller: sinnvoll für Anlagen außerhalb der Insel wie Wat Chaiwatthanaram oder Wat Yai Chai Mongkhon.Tuk-Tuk: lässt sich stundenweise mieten; Preis und Route vorher festlegen.Boot: Rundfahrten auf den Flüssen halten an Tempeln am Ufer, etwa Wat Phanan Choeng und Wat Chaiwatthanaram.Für die Kernanlagen reicht ein halber Tag, mit den Tempeln jenseits der Flüsse ein voller. Als Tagesausflug ab Bangkok machbar, mit Übernachtung entspannter.
Unterkünfte in Geschichtspark Ayutthaya
Finde die perfekte Unterkunft in Geschichtspark Ayutthaya