Arachova, auf den südlichen Hängen des Parnass gelegen, blickt auf eine reiche Geschichte zurück, die eng mit dem antiken Heiligtum von Delphi verbunden ist. Obwohl die Siedlung selbst jünger ist, profitierte sie historisch von ihrer strategischen Lage an einer wichtigen Passroute. Die byzantinische Ära prägte erste kirchliche Bauten, doch ihre Blütezeit erlebte die Stadt durch ihre Rolle im griechischen Unabhängigkeitskampf, insbesondere mit der Schlacht von Arachova im Jahr 1826, die als wichtiger Sieg gegen die Osmanen gilt.Die Architektur Arachovas ist geprägt von traditionellen Steinhäusern mit roten Ziegeldächern, die sich terrassenförmig an den Berg schmiegen. Enge, gepflasterte Gassen und steile Treppen charakterisieren das Stadtbild, wobei der markante Uhrturm aus dem 18. Jahrhundert ein zentrales Wahrzeichen darstellt. Lokale Handwerkskunst, insbesondere die Weberei von Teppichen und Textilien aus Schafwolle, hat hier lange Tradition.Kulturelle Besonderheiten manifestieren sich im starken Gemeinschaftssinn und in lebendigen Bräuchen. Das jährliche Panigiri des Heiligen Georg (Agios Georgios) ist ein Höhepunkt, bei dem traditionelle Trachten getragen, Tänze aufgeführt und Pferderennen veranstaltet werden. Dieses Fest bewahrt die Authentizität und den tief verwurzelten Glauben der Bevölkerung, die auch für ihre Herstellung von lokalem Käse, dem Formaela, bekannt ist.