Korinth, strategisch am Isthmus gelegen, der die Peloponnes mit dem griechischen Festland verbindet, blickt auf eine faszinierende und oft turbulente Geschichte zurück. Die Stadt war bereits in neolithischer Zeit besiedelt, erlangte aber ihre größte Blüte als mächtige griechische Stadt-Republik in der archaischen und klassischen Epoche. Ihre maritime Dominanz und ihr florierender Handel machten sie zu einem bedeutenden Zentrum der Antike, das weitreichende Kolonien gründete und die berühmten Isthmischen Spiele ausrichtete.Die heutige archäologische Stätte zeugt von dieser reichen Vergangenheit, insbesondere mit den imposanten Überresten des Apollon-Tempels aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., dessen dorische Säulen die Landschaft prägen. Nach seiner Zerstörung durch die Römer im Jahr 146 v. Chr. wurde Korinth unter Julius Caesar als römische Kolonie neu gegründet, was die Architektur des Forums, des Lechaion-Weges und zahlreicher Brunnen wie der Peirene-Quelle nachhaltig prägte. Auch die frühchristliche Geschichte ist eng mit Korinth verbunden, da der Apostel Paulus hier predigte und eine der ersten christlichen Gemeinden gründete.Über dem antiken Korinth thront die Festung Acrocorinth, ein majestätisches Zeugnis verschiedener Epochen – von griechisch über römisch, byzantinisch und fränkisch bis hin zu venezianischer und osmanischer Herrschaft. Die Schichten dieser Festung spiegeln die kulturellen Einflüsse wider, die die Region über Jahrtausende prägten. Obwohl viele antike Bräuche im modernen Korinth nicht mehr direkt praktiziert werden, lebt das Erbe der Stadt in ihrem architektonischen Reichtum und der tief verwurzelten Geschichte fort, die sich in jeder Steinsäule und jedem Mosaik widerspiegelt.