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    Nafplio

    Griechenland

    Nafplio

    Stadt

    Nafplio liegt an der Ostküste der Argolis am Argolischen Golf, rund 140 Kilometer südwestlich von Athen.

    von Felix Gillen

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    Nafplio liegt an der Ostküste der Argolis am Argolischen Golf, rund 140 Kilometer südwestlich von Athen. Von 1823 bis 1834 war die Stadt die erste Hauptstadt des unabhängigen Griechenland, davor beherrschten Venezianer und Osmanen abwechselnd den Hafen. Geblieben sind drei Festungsanlagen, eine kompakte Altstadt aus venezianischen und neoklassizistischen Häusern und ein Felsweg rund um die Halbinsel.

    Sehenswürdigkeiten in Nafplio

    Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen

    Palamidi-Festung

    1Palamidi-Festung

    Die Palamidi-Festung steht auf einem 216 Meter hohen Felsen östlich der Altstadt und wurde zwischen 1711 und 1714 von den Venezianern gebaut. Sie besteht aus acht eigenständigen Bastionen, die sich gegenseitig decken und einzeln verteidigt werden konnten. Schon 1715, nur ein Jahr nach der Fertigstellung, nahmen die Osmanen die Anlage nach kurzer Belagerung ein. In der Bastion Miltiadis saß später der Freiheitskämpfer Theodoros Kolokotronis in Haft, seine Zelle ist zugänglich. Zur Festung führt eine Treppe mit rund 850 bis 900 Stufen, im Volksmund 999. Starte vor der Mittagshitze, alternativ führt eine Straße von hinten hinauf.
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    Bourtzi-Festung

    2Bourtzi-Festung

    Das Bourtzi liegt auf einer Felseninsel rund 450 Meter vor dem Hafen und wurde ab 1473 von den Venezianern als Seefestung angelegt. Eine Kette zwischen Insel und Festland konnte die Hafeneinfahrt sperren, was Nafplio über Jahrhunderte schwer angreifbar machte. Nach der Unabhängigkeit diente der Bau zeitweise als Sitz der Regierung, später als Wohnhaus des Henkers und ab den 1930er Jahren als Hotel. Heute setzen kleine Boote vom Hafen über, die Fahrt dauert wenige Minuten und die Innenräume sind nur eingeschränkt zugänglich. Bei starkem Wind aus Südwest wird der Bootsverkehr eingestellt.
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    Altstadt von Nafplio & Syntagma-Platz

    3Altstadt von Nafplio & Syntagma-Platz

    Die Altstadt von Nafplio folgt noch dem venezianischen Grundriss: drei längs verlaufende Gassen zwischen Hafen und Burgberg, quer dazu Treppen und Durchgänge. Der Syntagma-Platz bildet das Zentrum, mit Marmor gepflastert und begrenzt vom venezianischen Arsenal, der ehemaligen Vouleftiko-Moschee, in der 1825 das erste griechische Parlament tagte, und einer Reihe neoklassizistischer Häuser aus der Hauptstadtzeit. Die Staikopoulou parallel dazu ist die Tavernengasse, die Vasileos Konstantinou die Einkaufsstraße. Autos kommen nur bis zur Hafenmauer, innerhalb der Altstadt geht alles zu Fuß. Am späten Nachmittag wird es auf dem Platz voll, morgens hast du ihn meist für dich.
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    Archäologisches Museum von Nafplio

    4Archäologisches Museum von Nafplio

    Das Archäologische Museum belegt zwei Stockwerke im venezianischen Arsenal von 1713 an der Westseite des Syntagma-Platzes. Gezeigt werden Funde aus der gesamten Argolis, von neolithischen Geräten über mykenische Keramik bis zu römischen Skulpturen. Das bekannteste Stück ist ein bronzener Panzer aus Dendra aus dem 15. Jahrhundert v. Chr., die älteste weitgehend vollständig erhaltene Rüstung Europas. Dazu kommen Fresken aus Tiryns und Grabbeigaben aus Mykene, die den Besuch der Ausgrabungsstätten sinnvoll ergänzen. Für die Sammlung reichen rund eine Stunde, das Gebäude ist klimatisiert und damit eine Option für die Mittagshitze.
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    Akronafplia

    5Akronafplia

    Der Felsrücken Akronafplia direkt über der Altstadt ist der älteste befestigte Teil der Stadt. Die Mauern stammen aus byzantinischer, fränkischer und venezianischer Zeit und liegen teilweise übereinander, weshalb sich an manchen Abschnitten drei Bauphasen an einer Mauer ablesen lassen. Unter der osmanischen Herrschaft hieß die Anlage Its Kale, im 20. Jahrhundert wurde sie als Gefängnis für politische Häftlinge genutzt. Heute ist der Zugang frei, Teile des Geländes sind allerdings gesperrt oder von einer Hotelruine verbaut. Ein Aufzugsschacht im Fels verbindet die Altstadt mit dem Plateau, er ist jedoch nicht immer in Betrieb.
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    Arvanitia-Promenade

    6Arvanitia-Promenade

    Am westlichen Ende des Hafens beginnt ein knapp einen Kilometer langer, in den Fels geschlagener Weg, der die Halbinsel unterhalb der Akronafplia umrundet und an der Badebucht Arvanitia endet. Der Weg ist eben und autofrei, links fällt der Fels ins Meer, rechts steht die Festungsmauer. Arvanitia selbst ist ein Kiesstrand mit Betonplattformen, organisiert und im Sommer gut besucht. Wer weiter will, folgt dem markierten Pfad um die Südseite bis zum Sandstrand Karathona, dafür brauchst du rund eine Stunde. Am späten Nachmittag liegt die Promenade im Schatten, das ist die angenehmste Zeit.
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    Rundgänge in Nafplio

    Kuratierte Spaziergänge zu den Highlights der Stadt, von erfahrenen Reisejournalisten zusammengestellt.

    Nafplio: Ein Spaziergang durch Griechenlands erste Hauptstadt

    Entdecken Sie Nafplio, die charmante erste Hauptstadt Griechenlands, auf einem zweistündigen Rundgang. Schlendern Sie durch malerische Gassen, genießen Sie atemberaubende Meerblicke und tauchen Sie ein in die reiche Geschichte dieser venezianisch geprägten Stadt.

    ~2 Std.
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    Stopps (6)

    Restaurants & Cafés

    1

    Karamalis Tavern

    Die Karamalis-Taverne liegt an der Bouboulinas, der Uferstraße am Hafen von Nafplio. Serviert wird griechische Küche.
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    2

    Aiolos Tavern

    Die Aiolos-Taverne liegt an der Vasilissis Olgas in der Altstadt von Nafplio, wenige Schritte vom Hafen entfernt. Die Küche ist griechisch.
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    3

    3Sixty Cafe & Wine Bar

    Das 3Sixty an der Ecke Rigas Feraiou und Dimitriou Ypsilantou in der Altstadt von Nafplio verbindet Café, Weinbar und Restaurant. Tagsüber gibt es Kaffee und leichte Gerichte, abends Wein und Essen.
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    Essen und Trinken in Nafplio

    Die Argolis ist eine Agrarebene, entsprechend viel Gemüse und Obst landet in der lokalen Küche. Fisch kommt aus dem Argolischen Golf, der Wein aus Nemea, gut 30 Kilometer nördlich.

    Zitrusfrüchte aus der Argolis

    Die Ebene zwischen Nafplio, Argos und Neo Kios ist eines der größten Anbaugebiete für Orangen und Mandarinen in Griechenland. Von Dezember bis März stehen frisch gepresste Säfte in jedem Café auf der Karte, im Frühjahr riechen die Straßen zwischen den Hainen nach Blüte. Auf dem Wochenmarkt in der Neustadt verkaufen die Erzeuger direkt. Aus den Schalen werden außerdem kandierte Früchte und Löffelsüßigkeiten gemacht.

    Fisch aus dem Argolischen Golf

    Am Hafen und entlang der Bouboulinas liegen die Fischtavernen. Üblich sind Dorade, Wolfsbarsch, Sardinen und Tintenfisch, meist einfach gegrillt und mit Zitrone und Olivenöl serviert. Frage nach dem Tagesfang und dem Preis pro Kilo, bevor du bestellst, das ist in Griechenland üblich und vermeidet Überraschungen. Zuchtfisch aus dem Golf wird auf der Karte gekennzeichnet.

    Agiorgitiko aus Nemea

    Das Weinbaugebiet Nemea liegt eine gute halbe Stunde nördlich und ist die größte Rotweinregion des Landes. Die Sorte Agiorgitiko ergibt je nach Höhenlage weiche, beerige Weine oder kräftigere, lagerfähige Gewächse. In den Tavernen von Nafplio steht sie fast immer als offener Wein auf der Karte. Mehrere Weingüter im Tal nehmen Besucher ohne Voranmeldung an.

    Mezedes in der Staikopoulou

    Die Gasse Staikopoulou unterhalb der Palamidi-Treppe ist die dichteste Tavernenreihe der Altstadt. Bestellt wird hier klassisch in kleinen Tellern: gebratener Feta, Auberginenpaste, Oktopus in Essig, Fleischbällchen mit Minze. Die Lokale sprechen Vorbeigehende aktiv an, was manche als aufdringlich empfinden. Ein Stück weiter in den Seitengassen ist es ruhiger und meist günstiger.

    Speiseeis und Löffelsüßigkeiten

    Nafplio hat eine ungewöhnliche Dichte an handwerklichen Eisdielen, eine Folge der italienischen Einflüsse aus venezianischer Zeit und der Hauptstadtjahre. Neben klassischen Sorten findest du regionale Varianten mit Mastix, Honig oder Zitrone. Dazu kommen Glyka tou koutaliou, in Sirup eingelegte Früchte, die traditionell zu Kaffee gereicht werden. Verkauft werden sie auch im Glas als Mitbringsel.

    Geschichte der Stadt

    In der Umgebung von Nafplio liegen mit Mykene und Tiryns zwei der wichtigsten Städte der mykenischen Bronzezeit. Die Stadt selbst wurde vor allem in der Neuzeit geprägt: Venezianer und Osmanen wechselten sich zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert mehrfach als Herren des Hafens ab.Venedig und OsmanenDie Venezianer bauten ab 1473 die Wasserburg Bourtzi vor dem Hafen und von 1711 bis 1714 die Festung Palamidi auf dem Berg über der Stadt. Schon 1715 eroberten die Osmanen Nafplio zurück. Aus ihrer Zeit stammen Moscheen am Syntagma-Platz, eine davon diente später als erstes Parlament Griechenlands.Erste HauptstadtNach der Eroberung durch griechische Aufständische 1822 wurde Nafplio Sitz der Regierung und ab 1829 offiziell Hauptstadt. 1831 wurde Ioannis Kapodistrias, der erste Regierungschef des Landes, vor der Kirche Agios Spyridon ermordet, die Einschussstelle ist noch zu sehen. 1833 landete hier König Otto, 1834 zog die Hauptstadt nach Athen. Aus dieser Zeit stammen viele klassizistische Häuser der Altstadt.

    Vor Ort unterwegs

    AnreiseDie Busse von KTEL Argolida fahren ab dem Busbahnhof Kifissos in Athen etwa stündlich nach Nafplio, die Fahrt dauert gut zwei Stunden. Mit dem Auto sind es über die mautpflichtige Autobahn über Korinth ebenfalls rund zwei Stunden. Der Busbahnhof liegt am Rand der Altstadt, von dort fahren auch Busse nach Mykene, Epidauros, Argos und Tolo.In der StadtDie Altstadt ist klein und weitgehend autofrei, du erkundest sie zu Fuß. Zur Palamidi-Festung führen rund 900 Stufen hinauf, alternativ eine Straße, über die du mit Taxi oder Auto bis zum oberen Eingang kommst. Der Uferweg Arvanitia führt um die Felshalbinsel zum Stadtstrand. Zum Bourtzi fahren im Sommer kleine Boote vom Hafen.Mit dem AutoParkplätze gibt es am Hafen und am Rand der Altstadt, in den Gassen selbst kaum. Für Ausflüge zu den antiken Stätten der Argolis ist ein Mietwagen am bequemsten, die meisten liegen in 20 bis 40 Minuten Entfernung.

    Unterkünfte in Nafplio

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    Campingplätze in Nafplio

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      Sonnenaufgang über Alpengipfeln und einem Wolkenmeer
      1234

      Rundreise

      12 Tage · 4 Stopps

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      Nafplio-Reise

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    In der Umgebung

    Mykene

    Mykene

    Mykene liegt auf einem Hügel am Nordrand der Argolischen Ebene, rund 25 Kilometer nördlich von Nafplio. Zwischen etwa 1350 und 1200 v. Chr. war die Burg das Zentrum einer Palastkultur, die einer ganzen Epoche ihren Namen gab. Heinrich Schliemann legte ab 1876 die Schachtgräber frei, seit 1999 gehört die Stätte gemeinsam mit Tiryns zum UNESCO-Welterbe.
    Antikes Epidauros

    Antikes Epidauros

    Antikes Epidauros bezeichnet zwei Orte, die zwölf Kilometer auseinanderliegen: das Küstendorf Palea Epidavros am Saronischen Golf und das Asklepieion im Landesinneren, seit 1988 UNESCO-Welterbe. Das Heiligtum war über Jahrhunderte die wichtigste Heilstätte der griechischen Welt. Erhalten ist vor allem das Theater aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., dessen Akustik bis heute ohne technische Verstärkung auskommt.
    Peloponnes

    Peloponnes

    Die Peloponnes hängt am südlichen Ende des griechischen Festlands und ist seit dem Bau des Kanals von Korinth streng genommen eine Insel. Mykenische Burgen, das Heiligtum von Olympia, byzantinische Ruinenstädte und venezianische Seefestungen liegen hier dicht beieinander.Dazwischen steigen Bergketten auf über 2.400 Meter, der Taygetos erreicht 2.407 Meter. Die Küstenstraßen bleiben schmal und kurvig, wer die Halbinsel bereist, plant besser mit wenigen Standorten und Tagesausflügen.
    Korinth

    Korinth

    Korinth liegt am Isthmus, der schmalsten Stelle zwischen Peloponnes und griechischem Festland, und kontrollierte damit über Jahrhunderte den Verkehr zwischen zwei Meeren. Die antike Stadt wurde 146 v. Chr. von Rom zerstört und ein Jahrhundert später als Kolonie neu gegründet, hier predigte der Apostel Paulus. Apollon-Tempel, die Festung Akrokorinth und der 1893 eröffnete Kanal stehen für drei sehr unterschiedliche Epochen an einem Ort.
    Hydra

    Hydra

    Hydra ist eine schmale, felsige Insel im Saronischen Golf vor der Küste der Peloponnes. Um den halbrunden Hafen steigen die Natursteinhäuser und Herrenhäuser der Reederfamilien auf, die im Unabhängigkeitskrieg von 1821 einen großen Teil der griechischen Flotte stellten. Autos und andere Fahrzeuge gibt es auf der Insel nicht, Lasten tragen Maultiere und Esel.

    Quellen & Methode

    • Fotos: Wikimedia Commons, Unsplash, Pexels. Die Urheber stehen jeweils am Bild.
    • Ortsdaten wie Adressen und Bewertungen stammen aus Google Maps.
    • Die Inhalte beruhen auf Web-Recherche aus öffentlichen, nachvollziehbaren Quellen. So entstehen die Inhalte · Die Rolle von KI