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    Korinth

    Griechenland

    Korinth

    Stadt

    Korinth liegt am Isthmus, der schmalsten Stelle zwischen Peloponnes und griechischem Festland, und kontrollierte damit über Jahrhunderte den Verkehr zwischen zwei Meeren.

    von Felix Gillen

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    Korinth liegt am Isthmus, der schmalsten Stelle zwischen Peloponnes und griechischem Festland, und kontrollierte damit über Jahrhunderte den Verkehr zwischen zwei Meeren. Die antike Stadt wurde 146 v. Chr. von Rom zerstört und ein Jahrhundert später als Kolonie neu gegründet, hier predigte der Apostel Paulus. Apollon-Tempel, die Festung Akrokorinth und der 1893 eröffnete Kanal stehen für drei sehr unterschiedliche Epochen an einem Ort.

    Sehenswürdigkeiten in Korinth

    Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen

    Antikes Korinth

    1Antikes Korinth

    Korinth kontrollierte in der Antike mit seinen zwei Häfen den Handel über den Isthmus und zählte zu den reichsten Stadtstaaten Griechenlands. 146 v. Chr. zerstörten die Römer unter Lucius Mummius die Stadt, 44 v. Chr. gründete Caesar sie als römische Kolonie neu, und aus dieser Zeit stammt der Großteil der Ruinen. Über dem Forum stehen sieben monolithische dorische Säulen des Apollon-Tempels aus der Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. Auf dem Forum liegt das Bema, die Rednertribüne, an der der Apostel Paulus laut Apostelgeschichte vor dem Statthalter Gallio stand, dazu kommen die Peirene-Quelle und die Lechaion-Straße. Das Museum auf dem Gelände ist im Eintritt enthalten, über allem erhebt sich der Felsen von Akrokorinth.
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    Akrokorinth

    2Akrokorinth

    Akrokorinth ist der rund 575 Meter hohe Kalkfelsen über dem antiken Korinth, der seit der Antike als Burg diente. Auf dem Gipfel stand ein Tempel der Aphrodite, später folgten byzantinische, fränkische, venezianische und osmanische Befestigungen. Drei hintereinander liegende Mauerringe mit je einem Tor schützen den Zugang an der Westseite. Innerhalb der Mauern liegen Reste von Kirchen, Moscheen, Zisternen und die obere Peirene-Quelle. Von oben reicht der Blick über den Isthmus bis zum Korinthischen und zum Saronischen Golf, die Wege auf dem Gelände sind steinig und uneben.
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    Kanal von Korinth

    3Kanal von Korinth

    Der Kanal von Korinth durchschneidet den Isthmus auf 6,3 Kilometern und macht die Peloponnes streng genommen zur Insel. Schon Periander, Caligula und Nero planten den Durchstich, Nero ließ 67 n. Chr. sogar mit dem Bau beginnen, ausgeführt wurde er erst 1881 bis 1893. Die Felswände stehen bis zu 79 Meter hoch über dem Wasser, bei nur rund 21 Metern Breite an der Sohle, weshalb große Frachtschiffe nicht hindurchpassen und heute vor allem Ausflugsboote, Jachten und kleinere Schiffe verkehren. Gute Blicke bietet die Brücke der alten Nationalstraße, an beiden Enden liegen zudem Tauchbrücken, die zur Durchfahrt im Wasser versenkt werden. Nach Hangrutschen war der Kanal ab 2021 mehrfach über längere Zeit gesperrt, prüfe den Betrieb vorab.
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    4Strand Kalamia

    Kalamia ist der Stadtstrand von Korinth am Golf von Korinth, am westlichen Rand des Zentrums. Der Strand besteht aus Kies und Sand, entlang der Uferstraße liegen Cafés und Tavernen. Im Sommer werden Liegen und Schirme vermietet. Über das Wasser blickst du nach Norden auf die Berge des Festlands.
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    Archäologisches Museum von Alt-Korinth

    5Archäologisches Museum von Alt-Korinth

    Das Museum liegt innerhalb der Ausgrabungsstätte und ist im Eintritt enthalten. Es wurde 1931 mit Mitteln der amerikanischen Ausgrabungen errichtet und ordnet die Funde in drei Flügeln: griechische Keramik und Bronzen, römische Skulpturen aus Forum und Theater sowie Votivgaben aus dem Asklepieion. Bemerkenswert sind die Tonmodelle von Körperteilen, die Kranke dem Heilgott stifteten, und Mosaikböden aus römischen Wohnhäusern. Der Innenhof mit Statuen ist überdacht und bietet Schatten. Plane 45 Minuten ein und beginne mit dem Museum, wenn die Sonne über dem Gelände steht.
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    Isthmia und das Poseidon-Heiligtum

    6Isthmia und das Poseidon-Heiligtum

    Am Ostende des Kanals lag das Heiligtum des Poseidon, Austragungsort der Isthmischen Spiele, die neben Olympia, Delphi und Nemea zu den vier panhellenischen Wettkämpfen zählten und alle zwei Jahre stattfanden. Erhalten sind die Fundamente des Poseidon-Tempels aus dem 7. Jahrhundert v. Chr., das Stadion mit einer erhaltenen Startvorrichtung und Reste des römischen Bades mit Mosaikboden. Ein kleines Museum am Eingang zeigt Funde aus dem Heiligtum und aus dem versunkenen Hafen von Kenchreai. Das Gelände ist wenig besucht und liegt abseits der Hauptrouten, ein Auto ist praktisch nötig. Eine Stunde reicht für Stätte und Museum.
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    Restaurants & Cafés

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    Marinos Restaurant

    Das Marinos liegt an der Apollonos im Dorf Archaia Korinthos, unweit der Ausgrabungen des antiken Korinth. Die Küche ist griechisch, es gibt Tische im Freien.
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    2

    Taverna Gemelos

    Die Taverna Gemelos liegt an der Apollonos im Dorf Archaia Korinthos, nahe den Ausgrabungen des antiken Korinth. Serviert wird griechische Hausmannskost.
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    3

    Alexandra's Taverna

    Alexandra's Taverna liegt an der Periandrou im Zentrum der modernen Stadt Korinth. Die Küche ist griechisch und mediterran.
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    Essen und Trinken in Korinth

    Die Korinthia ist Agrarland: Zitrusplantagen in der Küstenebene, Weinberge im Hügelland um Nemea, Oliven an den Hängen. Der Fisch kommt aus dem Golf, der offen zum Ionischen Meer liegt.
    Agiorgitiko aus Nemea

    Agiorgitiko aus Nemea

    Nemea liegt knapp 30 Kilometer südwestlich und ist die größte Rotweinregion Griechenlands. Die autochthone Sorte Agiorgitiko ergibt in den tieferen Lagen weiche, fruchtige Weine, in den Höhenlagen um Koutsi und Asprokambos strukturiertere Gewächse mit Lagerpotenzial. Der antike Name Blut des Herakles bezieht sich auf die Farbe. Zahlreiche Weingüter im Tal bieten Verkostungen an.
    Korinthen

    Korinthen

    Die kleine, kernlose schwarze Rosine trägt ihren Namen nach der Stadt, weil Korinth im Mittelalter der Ausfuhrhafen für die Traube war. Angebaut wird sie heute vor allem weiter westlich in Achaia und Ilia, verkauft wird sie in der ganzen Region lose auf den Märkten. In der Küche landet sie in Pilafgerichten, in Spinatpasteten und in Weihnachtsgebäck. Der Zuckergehalt ist hoch, der Geschmack deutlich säuerlicher als bei großen Rosinen.

    Zitrusfrüchte und Olivenöl der Ebene

    Zwischen Korinth, Lechaion und Kiato reihen sich Orangen- und Zitronenhaine, dazwischen stehen Olivenbäume. Von Dezember bis März ist Erntezeit, dann gibt es frisch gepressten Saft an Straßenständen. Olivenöl aus der Region wird meist in kleinen Kooperativen abgefüllt und direkt verkauft. Auf dem Wochenmarkt in der modernen Stadt stehen die Erzeuger selbst hinter den Tischen.

    Fisch aus dem Golf von Korinth

    An der Uferpromenade der modernen Stadt liegen mehrere Fischtavernen, weitere im Hafen von Kiato. Üblich sind Sardinen, Makrele, Tintenfisch und je nach Saison Dorade. Bestellt wird nach Gewicht, frage vor der Bestellung nach dem Kilopreis. Am Kanalufer bei Isthmia gibt es Lokale mit Blick auf die Durchfahrt, die Küche ist dort einfacher.

    Korinth: Handelsmacht zwischen zwei Meeren

    Von der Stadtrepublik zur römischen KolonieKorinth kontrollierte mit seinen beiden Häfen Lechaion am Golf von Korinth und Kenchreai am Saronischen Golf den Warenverkehr zwischen West und Ost. Diese Lage machte die Stadt in archaischer und klassischer Zeit reich, sie gründete Kolonien wie Syrakus und Korkyra und richtete die Isthmischen Spiele aus. 146 v. Chr. zerstörte der römische Feldherr Lucius Mummius die Stadt vollständig, die Bevölkerung wurde versklavt. Erst 44 v. Chr. gründete Caesar an derselben Stelle eine Kolonie, aus der die Hauptstadt der Provinz Achaia wurde. Aus dieser römischen Phase stammt der Großteil der heute sichtbaren Bauten, älter ist nur der dorische Apollon-Tempel aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.Paulus und die Schichten des AkrokorinthUm 50 n. Chr. lebte der Apostel Paulus anderthalb Jahre in Korinth und gründete eine der ersten christlichen Gemeinden Europas, an die später seine beiden Korintherbriefe gingen. Das Bema auf dem Forum gilt als der Ort, an dem er sich vor dem Statthalter Gallio verantworten musste. Auf dem Burgberg darüber liegen die Befestigungen aller folgenden Herrscher übereinander: byzantinische Mauern, fränkische Türme, venezianische Bastionen und osmanische Umbauten samt Moschee.

    Anreise und unterwegs in Korinth

    Anreise aus AthenDer Vorortzug Proastiakos fährt vom Athener Flughafen und aus der Stadt nach Korinth und weiter Richtung Kiato und Aigio, der Bahnhof liegt am südlichen Stadtrand. Die Überlandbusse der KTEL fahren vom Busbahnhof Kifissos in Athen und halten am Isthmos beim Kanal, von dort fahren Busse auch weiter in die Argolis und nach Tripoli. Mit dem Auto nimmst du die Mautautobahn A8.Zwischen Stadt und AusgrabungDas Zentrum der modernen Stadt und die Uferpromenade erkundest du zu Fuß. Nach Archaia Korinthos fahren lokale Busse, aber nicht häufig, alternativ nimmst du ein Taxi. Auf den Akrokorinth führt eine schmale Straße bis zum unteren Tor, zu Fuß ist der Aufstieg vom Dorf steil und schattenlos.UmgebungFür den Kanal, Isthmia und die Basilika von Lechaion ist ein Mietwagen am bequemsten, weil die Orte auseinanderliegen und kaum durch Busse verbunden sind.

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      Sonnenaufgang über Alpengipfeln und einem Wolkenmeer
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      Korinth-Reise

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      Korinth
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    In der Umgebung

    Mykene

    Mykene

    Mykene liegt auf einem Hügel am Nordrand der Argolischen Ebene, rund 25 Kilometer nördlich von Nafplio. Zwischen etwa 1350 und 1200 v. Chr. war die Burg das Zentrum einer Palastkultur, die einer ganzen Epoche ihren Namen gab. Heinrich Schliemann legte ab 1876 die Schachtgräber frei, seit 1999 gehört die Stätte gemeinsam mit Tiryns zum UNESCO-Welterbe.
    Antikes Epidauros

    Antikes Epidauros

    Antikes Epidauros bezeichnet zwei Orte, die zwölf Kilometer auseinanderliegen: das Küstendorf Palea Epidavros am Saronischen Golf und das Asklepieion im Landesinneren, seit 1988 UNESCO-Welterbe. Das Heiligtum war über Jahrhunderte die wichtigste Heilstätte der griechischen Welt. Erhalten ist vor allem das Theater aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., dessen Akustik bis heute ohne technische Verstärkung auskommt.
    Nafplio

    Nafplio

    Nafplio liegt an der Ostküste der Argolis am Argolischen Golf, rund 140 Kilometer südwestlich von Athen. Von 1823 bis 1834 war die Stadt die erste Hauptstadt des unabhängigen Griechenland, davor beherrschten Venezianer und Osmanen abwechselnd den Hafen. Geblieben sind drei Festungsanlagen, eine kompakte Altstadt aus venezianischen und neoklassizistischen Häusern und ein Felsweg rund um die Halbinsel.
    Peloponnes

    Peloponnes

    Die Peloponnes hängt am südlichen Ende des griechischen Festlands und ist seit dem Bau des Kanals von Korinth streng genommen eine Insel. Mykenische Burgen, das Heiligtum von Olympia, byzantinische Ruinenstädte und venezianische Seefestungen liegen hier dicht beieinander.Dazwischen steigen Bergketten auf über 2.400 Meter, der Taygetos erreicht 2.407 Meter. Die Küstenstraßen bleiben schmal und kurvig, wer die Halbinsel bereist, plant besser mit wenigen Standorten und Tagesausflügen.
    Arachova

    Arachova

    Arachova ist ein Bergort am Südhang des Parnass, rund zehn Kilometer östlich von Delphi. Im Winter ist er der wichtigste Stützpunkt für das Skizentrum Parnassos, an Wochenenden kommen dann viele Gäste aus Athen, im Rest des Jahres übernachten hier vor allem Besucher von Delphi.Der Ort ist bekannt für Webwaren wie Teppiche und Decken und für den Käse Formaela, der eine geschützte Ursprungsbezeichnung trägt. Abseits der Hauptstraße führen steile Gassen und Treppen zwischen Steinhäusern hinauf zum Uhrturm und zur Kirche Agios Georgios, im Frühling und Herbst beginnen hier Wanderungen am Parnass.

    Quellen & Methode

    • Fotos: Wikimedia Commons, Unsplash, Pexels. Die Urheber stehen jeweils am Bild.
    • Ortsdaten wie Adressen und Bewertungen stammen aus Google Maps.
    • Die Inhalte beruhen auf Web-Recherche aus öffentlichen, nachvollziehbaren Quellen. So entstehen die Inhalte · Die Rolle von KI