Großpolen (Wielkopolska) im Westen des Landes gilt als Wiege Polens: In Posen (Poznań) und Gnesen (Gniezno) residierten die ersten Piastenherrscher, Kalisch (Kalisz) wird als älteste Stadt Polens bezeichnet.
Großpolen (Wielkopolska) im Westen des Landes gilt als Wiege Polens: In Posen (Poznań) und Gnesen (Gniezno) residierten die ersten Piastenherrscher, Kalisch (Kalisz) wird als älteste Stadt Polens bezeichnet. Mit rund 29.800 km² ist die Woiwodschaft die zweitgrößte des Landes, etwa 3,5 Millionen Menschen leben hier.Die Landschaft ist flach und von der Großpolnischen Seenplatte geprägt, fast neun Zehntel der Region entwässern über die Warthe. Zwischen Feldern und Wäldern liegen Kirchen, Schlösser und Herrenhäuser, viele davon nur eine kurze Fahrt von Posen entfernt.
Ausgangspunkt für die Region ist Posen, die Hauptstadt der Woiwodschaft, mit Altstadt, Dominsel und lebendiger Restaurantszene. Die Autobahn A2 zwischen Berlin und Warschau führt mitten durch Großpolen, Posen ist zugleich der wichtigste Bahnknoten und hat einen internationalen Flughafen.Von Posen aus lassen sich die wichtigsten Ziele gut als Tagesausflüge verbinden: Gnesen mit seinem Dom, in dem im Jahr 1000 das erste polnische Erzbistum gegründet wurde, das Schloss Kórnik mit Bibliothek und Arboretum und das Schloss Rogalin mit der Gemäldesammlung der Familie Raczyński.Großpolen gehört zu den trockensten Regionen Polens. Für Ausflüge aufs Land eignen sich Frühling bis Herbst, wenn Parks und Gärten der Schlösser grün sind.
Posen (Poznań) liegt an der Warthe, etwa auf halbem Weg zwischen Berlin und Warschau, und ist mit rund 534.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Polens. Auf der Dominsel wurde 968 das erste polnische Bistum eingerichtet, gegenüber entstand ab 1253 eine Stadt nach Magdeburger Recht. Universität, Messe und eine lebendige Restaurantszene prägen heute den Alltag.Herz der Stadt ist der Alte Markt (Stary Rynek) mit dem Renaissance-Rathaus und den schmalen Krämerhäusern. Östlich davon, jenseits der Warthe, liegen die Dominsel (Ostrów Tumski) mit dem Dom und das kleine Viertel Śródka, das ein Steg über die Cybina mit der Insel verbindet. Westlich der Altstadt beginnt das Kaiserviertel rund um das Kaiserschloss, dahinter das Wohnviertel Jeżyce mit Cafés und Restaurants.Posen lässt sich gut in zwei bis drei Tagen zu Fuß erkunden. Wer mehr Zeit hat, kombiniert die Stadt mit Ausflügen in die Region Großpolen, etwa nach Gnesen (Gniezno) oder zum Schloss Kórnik.
Sehenswürdigkeiten in Großpolen
Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen
Kirche
Dom von Gnesen (Gniezno)
Die Erzkathedrale ist Sitz des Primas von Polen und birgt den Schrein des heiligen Adalbert. Beim Akt von Gnesen im Jahr 1000 wurde hier in Anwesenheit Kaiser Ottos III. das erste polnische Erzbistum gegründet, 1025 wurde Bolesław I. als erster König Polens gekrönt. Die heutige gotische Backsteinbasilika wurde 1390 vollendet. Berühmt ist die Bronzetür aus dem späten 12. Jahrhundert mit Szenen aus dem Leben und Martyrium Adalberts.
Die Burg aus dem 15. Jahrhundert, später Residenz der Familie Górka, ließ Tytus Działyński im 19. Jahrhundert im Stil der englischen Neugotik umbauen, vor allem nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel. Heute zeigt ein Museum Räume und eine Gemäldegalerie, außerdem hat die Bibliothek Kórnik der Polnischen Akademie der Wissenschaften hier ihren Sitz. Rund um das Schloss liegt das Arboretum Kórnik, hervorgegangen aus einem französischen Garten des 18. Jahrhunderts.
Das Palais südlich von Posen ließ Kazimierz Raczyński 1770 bis 1776 errichten. Heute ist es eine Abteilung des Nationalmuseums Posen, die Gemäldegalerie zeigt rund 250 der mehr als 300 erhaltenen Werke aus der Sammlung der Raczyńskis. Am Rand des Parks steht die Kirche St. Marcellinus von 1817 bis 1820 mit dem Mausoleum der Familie, in dem auch der frühere Exilpräsident Edward Raczyński begraben ist.