Zentralmakedonien reicht vom Gipfel des Olymp bis zu den drei Landzungen der Chalkidiki und trägt mit Thessaloniki die zweitgrößte Stadt Griechenlands.
Zentralmakedonien reicht vom Gipfel des Olymp bis zu den drei Landzungen der Chalkidiki und trägt mit Thessaloniki die zweitgrößte Stadt Griechenlands. Dazwischen liegen die Königsgräber von Vergina, die Mosaike von Pella und eine Küste, an der die Griechen selbst ihren Sommer verbringen. Antike, Byzanz und Badebucht liegen hier so dicht beieinander wie sonst kaum im Land.
Zentralmakedonien umfasst rund 19.000 Quadratkilometer und gehört damit zu den größten Regionen Griechenlands. Im Süden steigt der Olymp auf 2.918 Meter, im Osten schieben sich die drei Finger der Chalkidiki in die Ägäis, dazwischen liegt die weite Schwemmebene der Flüsse Axios und Aliakmonas. Thessaloniki ist Dreh- und Angelpunkt: Vom Flughafen Makedonia und den Busbahnhöfen der Stadt erreichst Du Vergina, Pella und Dion in ein bis zwei Stunden, die Badeorte der Chalkidiki in ein bis drei. Der Charakter wechselt schnell, von Universitätsstadt mit voller Uferpromenade zu Dörfern, in denen Pfirsiche, Tabak und Wein den Jahreslauf bestimmen. Im Juli und August klettert das Thermometer oft über 33 Grad, die Küstenorte sind dann ausgebucht. Angenehmer sind April bis Juni und September bis Oktober: Die Ausgrabungen lassen sich ohne Mittagshitze begehen, und das Meer bleibt bis in den Oktober warm.
Die Halbinsel Chalkidiki südöstlich von Thessaloniki läuft in drei schmale Landzungen aus: Kassandra, Sithonia und Athos. Pinienwälder reichen hier bis an Sandstrände und klare Buchten.
Vergina ist ein Dorf am Rand der makedonischen Ebene, rund 75 Kilometer westlich von Thessaloniki. Hier lag das antike Aigai, die erste Hauptstadt des Königreichs Makedonien.
Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen
Archäologischer Park Dion
Am Nordostfuß des Olymp lag mit Dion das wichtigste Heiligtum der Makedonen, Zeus geweiht und von Philipp II. wie von Alexander vor ihren Feldzügen aufgesucht. Der Park ist grün und wasserreich, an manchen Stellen stehen die Fundamente bis heute unter Wasser. Du läufst über die gepflasterte Hauptstraße vorbei an Thermen, Werkstätten und dem Isis-Heiligtum, außerhalb liegen zwei Theater. Die Originalmosaike und Statuen zeigt das Museum im Ort, ein Besuch beider Teile dauert etwa drei Stunden.
Chalkidiki schiebt drei Landzungen in die Ägäis, und jede hat ihren eigenen Ton. Kassandra im Westen ist am dichtesten bebaut und am schnellsten von Thessaloniki aus erreichbar, Sithonia in der Mitte bleibt bergiger, mit Pinienwald bis an die Buchten und Stränden wie Kavourotrypes. Der dritte Finger gehört der Mönchsrepublik Athos und ist nur mit Genehmigung zugänglich, Frauen dürfen ihn nicht betreten. Für die Küstenstraßen brauchst Du ein Auto, Busse fahren vor allem die größeren Orte an.
Pella war ab dem späten 5. Jahrhundert vor Christus Hauptstadt des makedonischen Reiches und der Geburtsort Alexanders des Großen. Vom rechtwinkligen Straßenraster sind ganze Häuserblöcke freigelegt, dazu die Säulenhöfe wohlhabender Stadthäuser. Berühmt sind die Kieselmosaike mit der Hirschjagd und dem Löwenjagd-Motiv, die Originale hängen im modernen Museum am Rand des Geländes. Von Thessaloniki sind es rund 40 Kilometer nach Westen, Schatten gibt es auf dem Gelände kaum.
Der Olymp ist mit 2.918 Metern der höchste Berg Griechenlands und war 1938 der erste Nationalpark des Landes. Ausgangspunkt für die meisten Touren ist Litochoro, von dort führen Schotterstraßen zu den Startpunkten Prionia und Gortsia. Wer auf den Gipfel Mytikas will, übernachtet in einer der Berghütten und plant zwei Tage ein, das letzte Stück ist eine ausgesetzte Kletterei. Deutlich einfacher ist die Wanderung durch die Enipeas-Schlucht von Litochoro nach Prionia, vorbei an Wasserfällen und dem verlassenen Kloster Agios Dionysios.
Der dritte Finger der Chalkidiki ist ein autonomer Mönchsstaat mit zwanzig Großklöstern und einer Geschichte, die bis ins 10. Jahrhundert reicht. Männer brauchen für den Besuch das Diamonitirion, eine Aufenthaltsgenehmigung, die vorab beantragt wird und für vier Tage gilt. Frauen dürfen die Halbinsel nicht betreten, sehen die Klosterburgen aber von Ausflugsbooten aus, die in Ouranoupoli ablegen und in einigen hundert Metern Abstand an der Küste entlangfahren. Die Fahrt dauert etwa drei Stunden und zeigt die Südseite mit dem 2.033 Meter hohen Athos-Gipfel.
Edessa liegt auf einer Felskante über der Ebene von Pella, und der Fluss Edesseos stürzt am Stadtrand in mehreren Stufen in die Tiefe. Der größte Fall, Karanos, misst rund 70 Meter, ein Weg führt hinter die Wand in eine Grotte. Der umgebende Park ist schattig und in wenigen Minuten vom Zentrum erreichbar, unterhalb erklärt ein kleines Wassermuseum die alten Mühlen. Ein guter Halt auf dem Weg zwischen Thessaloniki und Kastoria oder als Tagesziel mit dem Zug.
Die Küche der Region mischt makedonische Bauernkost mit dem Erbe der Flüchtlinge aus Kleinasien, die sich ab 1922 in Thessaloniki niederließen. Dazu kommen Fisch von der Chalkidiki, Käse aus den Bergen und Wein aus Naoussa.
Bougatsa
Blätterteig mit Grießcreme, Käse oder Hackfleisch, frisch aus dem Blech geschnitten und in Papier gewickelt. In Thessaloniki ist Bougatsa Frühstück, die Bäckereien öffnen dafür vor sieben Uhr. Zum süßen Stück gehört Puderzucker und Zimt.
Soutzoukakia
Längliche Hackfleischröllchen mit Kreuzkümmel in Tomatensoße, benannt nach Smyrna und über die Flüchtlinge nach Thessaloniki gekommen. Serviert werden sie mit Reis oder Kartoffelpüree. Fast jede Taverne im Zentrum hat sie auf der Karte.
Muscheln aus dem Thermaischen Golf
In den Buchten bei Chalastra und Nea Michaniona liegen Griechenlands größte Miesmuschelbänke. Gereicht werden die Muscheln gedämpft, mit Feta überbacken oder als Mydopilafo mit Reis. Dazu passt ein Glas Tsipouro statt Wein.
Oliven aus Chalkidiki
Die grünen, sehr großen Chalkidiki-Oliven haben eine geschützte Herkunftsbezeichnung und wachsen auf den Hügeln hinter der Küste. Sie schmecken mild und fest, oft gefüllt mit Mandel oder Paprika. Auf Märkten bekommst Du sie lose aus dem Fass.
Xinomavro aus Naoussa
Rund um Naoussa, keine 30 Kilometer von Vergina, wächst die Rebsorte Xinomavro zu herben, langlebigen Rotweinen heran. Viele Güter bieten Verkostungen ohne Voranmeldung an. In den Bergdörfern trinkt man daneben Tsipouro, den Tresterbrand, zu kleinen Tellern.
Beste Reisezeit
Wann ist die beste Zeit für deine Reise?
Mai
Juni
September
20–25°C·25–35 mm(wenig Regen)
Diese Monate bieten ideale Bedingungen mit angenehmen Temperaturen, viel Sonnenschein und warmem Meerwasser. Der Tourismus ist zwar präsent, aber die größten Menschenmassen der Hochsaison im Juli und August werden oft vermieden, was sowohl für Strandurlaub als auch für kulturelle Erkundungen perfekt ist.
Klimatische Besonderheiten in ZentralmakedonienZentralmakedonien, im Norden Griechenlands gelegen, weist ein Übergangsklima auf, das sowohl mediterrane als auch kontinentale Einflüsse zeigt. Dies führt zu deutlichen regionalen Unterschieden:Küstenregionen (z.B. Thessaloniki, Chalkidiki): Hier herrscht ein klassisches Mittelmeerklima mit heißen, trockenen Sommern und milden, feuchteren Wintern. Die Meerestemperaturen sind von Juni bis September sehr angenehm zum Baden.Binnenland und Bergregionen: Weiter im Landesinneren und in höheren Lagen (z.B. nahe dem Olymp-Gebirge oder in den Präfekturen Pella und Serres) sind die Sommer kühler und die Winter deutlich kälter mit häufigerem Schneefall. Die kontinentalen Einflüsse sind hier stärker ausgeprägt.Niederschlag: Die trockensten Monate sind typischerweise Juli und August. Die meisten Niederschläge fallen im Spätherbst und Winter.Winde: Gelegentlich kann der 'Vardaris' (ein lokaler Wind, der aus dem Flusstal des Vardar/Axios kommt) in der Region Thessaloniki für kühlere und stürmischere Bedingungen sorgen, besonders im Winter.Hitzewellen: Im Hochsommer (Juli, August) sind Hitzewellen mit Temperaturen über 35°C möglich.Generell ist die Region sehr sonnenreich, besonders in den Sommermonaten.
Saisons
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Trockenzeit
Übergangssaison
Regenzeit (relative Niederschlagsspitze)
Nebensaison
Beste Reisezeit
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Monat
Temp (°C)
Regen (mm)
Sonne (h)
Januar
6.0
55
3.0
Februar
7.0
50
4.0
März
10.0
45
5.0
April
15.0
40
7.0
Mai
20.0
35
9.0
Juni
25.0
25
11.0
Juli
28.0
20
12.0
August
27.0
20
11.0
September
23.0
30
9.0
Oktober
17.0
50
6.0
November
12.0
65
4.0
Dezember
8.0
60
3.0
Geschichte der Region
Königreich MakedonienIn der Ebene westlich von Thessaloniki lag das Kernland des antiken Königreichs Makedonien. Aigai, das heutige Vergina, war die erste Hauptstadt und blieb Begräbnisstätte der Könige, um 400 v. Chr. wurde Pella neue Hauptstadt. Hier wurde 356 v. Chr. Alexander der Große geboren. Am Fuß des Olymp lag mit Dion das wichtigste Heiligtum der Makedonen.Rom und ByzanzNach der römischen Eroberung 168 v. Chr. führte die Via Egnatia durch die Region, Thessaloniki wurde zur größten Stadt. Im Byzantinischen Reich war sie nach Konstantinopel die wichtigste Stadt, ihre frühchristlichen und byzantinischen Kirchen stehen auf der UNESCO-Welterbeliste. Auf der Halbinsel Athos entstanden ab dem 10. Jahrhundert die großen Klöster.Osmanen und NeuzeitAb dem 15. Jahrhundert gehörte die Region rund 500 Jahre zum Osmanischen Reich, 1912 kam sie zu Griechenland. Nach 1922 ließen sich Hunderttausende Geflüchtete aus Kleinasien und vom Schwarzen Meer nieder, viele Orte tragen deshalb den Zusatz Nea im Namen.
Unterwegs in Zentralmakedonien
Mit dem AutoFür die Region brauchst Du praktisch einen Mietwagen. Die Autobahn A1 führt von Thessaloniki nach Süden an Katerini und Dion vorbei Richtung Athen, die Egnatia Odos (A2) verbindet die Stadt nach Westen mit Veria und Ioannina, nach Osten mit Kavala. Beide sind mautpflichtig, die Stationen nehmen Bargeld und Karte. Auf der Chalkidiki wird das Netz schmaler: Die Küstenstraßen von Sithonia sind kurvig, für die Umrundung eines Fingers solltest Du einen halben Tag rechnen. In Thessaloniki selbst ist Parken schwierig, dort lohnt sich ein Parkhaus am Rand des Zentrums.Bus, Bahn und BootÜberlandbusse der KTEL fahren von Thessaloniki zuverlässig nach Veria, Edessa, Katerini und Litochoro, die Linien auf die Chalkidiki starten von einem eigenen Terminal. In die kleinen Dörfer kommst Du damit oft nur ein- bis zweimal am Tag, Rückfahrten am Nachmittag solltest Du vorher prüfen. Züge verkehren nach Athen sowie nach Edessa und Florina, für Vergina steigst Du in Veria um und nimmst von dort Bus oder Taxi. Ausflugsboote zur Athos-Küste legen in Ouranoupoli ab.