Massachusetts ist der Bundesstaat im Nordosten der USA, in dem die amerikanische Geschichte gleich mehrfach begann: In Plymouth landeten 1620 die Pilger der Mayflower, in Lexington und Concord fielen am 19.
Massachusetts ist der Bundesstaat im Nordosten der USA, in dem die amerikanische Geschichte gleich mehrfach begann: In Plymouth landeten 1620 die Pilger der Mayflower, in Lexington und Concord fielen am 19. April 1775 die ersten Schüsse der Amerikanischen Revolution. Wer an der Ostküste unterwegs ist, kommt hier wegen Boston, der Dünenküste von Cape Cod und der vielen historischen Orte auf engem Raum.Die Wege sind kurz: Salem, Concord und Plymouth erreichst du von Boston aus bequem als Tagesausflug, Cape Cod mit seinen langen Atlantikstränden lohnt eher eine Übernachtung. Dazwischen liegen Kleinstädte mit weißen Holzkirchen, Hummerbuden und Leuchttürmen.Der Hexenprozess von Salem 1692, die Pilgerkolonie und die Revolution prägen bis heute, wie sich der Staat erzählt. Gleichzeitig ist Massachusetts mit Harvard und dem Großraum Boston eines der wichtigsten Universitäts- und Forschungszentren des Landes.
Massachusetts ist mit rund 20.200 km² Landfläche knapp so groß wie Hessen und zählt rund 7 Millionen Einwohner (Zensus 2020). Fast alle Reisen starten in Boston, das per Direktflug aus Europa erreichbar ist. Von dort fährst du nach Südosten auf die Halbinsel Cape Cod und zu den Inseln Martha's Vineyard und Nantucket, nach Norden zu den Fischerorten am Cape Ann und nach Westen bis in die bewaldeten Hügel der Berkshires. Weil die Entfernungen kurz sind, lässt sich vieles in Tagesausflügen erleben, für Cape Cod und die Inseln lohnen sich aber ein paar Nächte vor Ort.
Boston ist die Hauptstadt von Massachusetts und eine der ältesten Städte der USA, gegründet 1630 von englischen Puritanern. Du fährst hin, weil sich hier auf wenigen Kilometern die Geschichte der Amerikanischen Revolution ablaufen lässt, vom Boston Common bis zum Bunker Hill.Dazu kommen Backsteinviertel wie Beacon Hill und das italienische North End, Weltklasse-Museen, die Universitätsstadt Cambridge auf der anderen Seite des Charles River und mit Fenway Park das älteste noch genutzte Baseballstadion der Major League.Boston ist kompakt und gut zu Fuß zu erkunden. Von hier aus erreichst du Salem, Concord und Plymouth als Tagesausflug, mit Amtrak bist du schnell in New York.
Sehenswürdigkeiten in Massachusetts
Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen
Sehenswürdigkeit
Cape Cod National Seashore
Präsident John F. Kennedy unterzeichnete 1961 das Gesetz für das Schutzgebiet, das fast 64 km Atlantikküste auf Cape Cod umfasst. Dazu gehören Dünen, Leuchttürme wie Highland Light und Strände wie Race Point oder Coast Guard Beach. Infos bekommst du im ganzjährig geöffneten Salt Pond Visitor Center in Eastham.
Hier, zwischen Lexington und Concord, begann am 19. April 1775 mit den ersten Gefechten die Amerikanische Revolution. Startpunkt ist das North Bridge Visitor Center in Concord, von dort erkundest du die Brücke und die Schauplätze entlang der Battle Road.
Das Museum am Washington Square erzählt mit einer audiovisuellen Präsentation die Hexenprozesse von 1692, bei denen 19 Menschen gehängt wurden. Es ist ganzjährig geöffnet; im Oktober ist Salem allerdings sehr voll, Tickets also früh sichern.
Das Freilichtmuseum in Plymouth zeigt ein nachgebautes englisches Dorf des 17. Jahrhunderts und eine Wampanoag-Heimstätte. Am Hafen liegt mit der Mayflower II ein originalgroßer Nachbau des Pilgerschiffs von 1620.
Chowder und Lobster Roll bekommst du überall, doch außerhalb Bostons lohnen sich die Klassiker der Küstenorte und einige süße Erfindungen aus Massachusetts.
Fried Clams
Panierte, frittierte Muscheln, am besten aus einer Clam Shack an der Küste. Die Familie Woodman beansprucht die Erfindung für sich: Am 3. Juli 1916 frittierten Lawrence „Chubby“ Woodman und seine Frau Bessie in Essex die ersten Muscheln, ihr Lokal führen bis heute Nachfahren.
Cranberries
Schon die indigenen Völker ernteten die säuerlichen Moosbeeren. Heute bewirtschaften über 200 Betriebe mehr als 4.600 Hektar Moore. Im Herbst werden die Felder geflutet, die Beeren treiben an die Oberfläche und werden zusammengeschoben, ein Anblick, für den sich ein Abstecher in den Südosten des Staates lohnt.
Chocolate Chip Cookie
Ruth Wakefield, Wirtin des Toll House Inn in Whitman, veröffentlichte das Rezept 1938 in ihrem Kochbuch. 1939 verkaufte sie Rezept und Namen an Nestlé. Seit 1997 ist der Keks offizieller Staatskeks, angeregt von einer dritten Klasse aus Somerset.
Fluffernutter
Weißbrot mit Erdnussbutter und Marshmallow Fluff, ein Pausenbrot-Klassiker Neuenglands. Den süßen Aufstrich rührte Archibald Query 1917 erstmals in seiner Küche am Union Square in Somerville an, hergestellt wird er bis heute in Lynn.
Wampanoag, Walfang und Weltliteratur
Lange vor den Pilgern lebten an der Küste die Wampanoag. Ihr Anführer Massasoit kam im Herbst 1621 mit rund 90 Männern nach Plymouth, wo Siedler und Gäste drei Tage lang gemeinsam feierten, ein Ereignis, das später als erstes Thanksgiving verklärt wurde. Heute sind zwei Stämme auf Bundesebene anerkannt, der Mashpee Wampanoag Tribe auf Cape Cod und der Wampanoag Tribe of Gay Head (Aquinnah) auf Martha's Vineyard.Im 19. Jahrhundert war New Bedford die Walfanghauptstadt der Welt. Von hier stach Herman Melville am 3. Januar 1841 auf der Acushnet in See, ein Jahrzehnt später schrieb er in Pittsfield „Moby-Dick“. Die Seemannskapelle Seamen's Bethel, die im Roman vorkommt, ist heute Teil des New Bedford Whaling National Historical Park.Auch sonst ist Massachusetts ein Land der Schriftsteller. In Concord erinnert eine Nachbildung von Henry David Thoreaus Holzhütte am Walden Pond an sein Buch „Walden“, in Amherst kannst du das Geburts- und Sterbehaus von Emily Dickinson besichtigen, in dem sie die meisten ihrer Gedichte schrieb.
Anreise und Unterwegs
FlughafenDas wichtigste Tor ist der Boston Logan International Airport mit Direktflügen aus Europa. Vom Flughafen fährt die Silver Line SL1 kostenlos bis South Station.Bahn und BusAmtrak verbindet Boston über den Northeast Corridor mit New York, Philadelphia und Washington. Die MBTA Commuter Rail fährt von North Station unter anderem nach Salem (Newburyport/Rockport Line, rund 30 Minuten).AutoFür Cape Cod und die ländlichen Ecken ist ein Mietwagen am praktischsten. Die Route 6 führt über die gesamte Halbinsel bis Provincetown. In Boston selbst brauchst du kein Auto.