Mission District und Castro liegen nebeneinander südlich der Innenstadt von San Francisco, getrennt nur durch den Dolores Park. Hier ist das Wetter oft sonniger als am Ufer, und du verbringst den Tag mit Wandbildern, Taquerias und dem Park, abends mit Bars, die bis spät voll sind.Die Mission ist das älteste Viertel der Stadt, benannt nach der Mission Dolores von 1776, und seit Jahrzehnten das Zentrum der lateinamerikanischen Community. Die Valencia Street hat Cafés, Buchläden und Restaurants, die Mission Street und die 24th Street sind lauter und günstiger, mit Taquerias und Bäckereien. Das Castro westlich davon ist seit den 1970er Jahren das bekannteste Schwulenviertel der USA, mit Regenbogen-Zebrastreifen an der Kreuzung Castro und 18th Street und dem Castro Theatre.Gute Reihenfolge: Vormittags Mission Dolores und Dolores Park, mittags Burrito, nachmittags die Wandbilder in Balmy Alley an der 24th Street, abends ins Castro.Wetter: Die Mission liegt im Windschatten der Twin Peaks und ist oft wärmer und nebelfreier als Fisherman's Wharf. An sonnigen Wochenenden ist der Dolores Park entsprechend voll.
Sehenswürdigkeiten in Mission District und Castro
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Park
1Mission Dolores Park
Der rund 6,5 Hektar große Park steigt nach Südwesten an, von der oberen Ecke an der 20th und Church Street hast du einen der besten Blicke auf die Skyline. An sonnigen Wochenenden liegen hier Tausende auf der Wiese, Verkäufer gehen mit Getränken und Snacks herum. Der Helen Diller Playground von 2012 ist einer der besten Spielplätze der Stadt. Die Straßenbahn J Church hält direkt am Westrand.
Die kurze Gasse zwischen 24th Street und Garfield Square ist auf ganzer Länge mit Wandbildern bemalt. Die ersten malten 1972 Mia Galivez und Kinder aus einer Kita in der Nachbarschaft, seit 1973 kamen Wand um Wand dazu. Die Motive drehen sich um Lateinamerika, Migration und das Viertel selbst und werden immer wieder übermalt und erneuert. Der Besuch ist frei, plane eine halbe Stunde ein und verbinde ihn mit den Bäckereien und Taquerias an der 24th Street.
Die Mission San Francisco de Asís wurde am 9. Oktober 1776 gegründet. Ihre Adobe-Kapelle von 1791 ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt, daneben steht die Basilika von 1918. Auf dem kleinen Friedhof liegen Grabsteine von 1830 bis 1898 und die nicht gekennzeichneten Gräber von rund 5.000 indigenen Kaliforniern. Der Eingang liegt an der Dolores Street 320, für Kapelle, Museum und Friedhof zahlst du Eintritt.
Der Filmpalast von 1922 nach Plänen von Timothy Pflueger ist mit seiner Leuchtreklame das Wahrzeichen des Castro. Nach zwei Jahren Umbau für rund 41 Millionen Dollar öffnete er am 6. Februar 2026 wieder, betrieben vom Konzertveranstalter Another Planet. Auf dem Programm stehen jetzt Filme, Festivals wie Frameline und Konzerte. Wenn du nicht zu einer Vorstellung gehst, reicht ein Blick auf die Fassade an der Castro Street 429.
Kleines Museum an der 18th Street 4127, das die Geschichte der queeren Community von San Francisco erzählt, mit Objekten aus dem Nachlass von Harvey Milk, Plakaten, Fotos und Zeugnissen aus der Aids-Krise. Geöffnet ist dienstags bis sonntags, montags bleibt es zu. Erwachsene zahlen 10 $, am ersten Mittwoch im Monat ist der Eintritt frei, dann ohne Reservierung nach Verfügbarkeit.
Miguel Jara eröffnete die Taqueria an der Mission Street 1973, 2017 bekam sie den James Beard Award als "America's Classic". Die Burritos kommen hier ohne Reis, gefüllt mit Fleisch wie Carnitas, Bohnen und Salsa. Wer ihn knusprig mag, bestellt ihn "dorado", in der Pfanne angebraten. Mittags und am Wochenende steht eine Schlange, die BART-Station 24th Street Mission liegt einen Block entfernt.
Die Pizzeria an der 18th Street gehört zur Trattoria Delfina nebenan, die Time Out zu den besten Restaurants der Mission zählt. Auf der Karte stehen dünne Pizzen, Salate und Antipasti. Sie liegt einen Block vom Dolores Park entfernt und passt gut nach einem Nachmittag im Park.
Restaurant an der Mission Street, das seit 1999 kalifornisch-mediterrane Küche serviert. Im Innenhof läuft ab der Dämmerung ein Film auf einer Leinwand, dazu gibt es Austern und Gerichte vom Holzkohlegrill. Der Wochenendbrunch ist ebenso gefragt wie das Abendessen, reserviere für beides vorher.
In vielen Taquerias der Mission kannst du den Burrito nach dem Rollen in der Pfanne anbraten lassen, dann ist die Tortilla außen knusprig. Frag nach "dorado" oder "crispy".
Pan dulce
Süßes mexikanisches Gebäck wie Conchas mit Zuckerkruste gibt es in den Panaderías an der 24th Street, meist günstig und früh am Morgen am frischesten.
Morning bun
Die Bakery Tartine an der Guerrero Street ist bekannt für Sauerteigbrot und Morning Buns, Hefeschnecken mit Orange und Zimt. Morgens steht oft eine Schlange, komm gleich zur Öffnung.
Kultur und Geschichte
Die Franziskaner gründeten 1776 die Mission San Francisco de Asís, nach der das Viertel heißt. Um 1900 lebten hier Iren und Deutsche, ab den 1940er Jahren zogen Einwanderer aus Mexiko und Mittelamerika zu.Wandbilder: Seit den 1970er Jahren bemalen Kunstschaffende der Chicano-Bewegung Hauswände und Gassen wie Balmy Alley und Clarion Alley. Das Women's Building an der 18th Street trägt eines der größten Wandbilder der Stadt.Castro: In den 1970er Jahren wurde das Viertel zum Zentrum der Schwulenbewegung. Harvey Milk betrieb hier einen Fotoladen und wurde 1977 als einer der ersten offen schwulen Politiker der USA in den Stadtrat gewählt, 1978 wurde er ermordet.Gentrifizierung: Seit dem Tech-Boom steigen die Mieten stark, viele Familien aus Lateinamerika sind weggezogen. Das ist auch Thema vieler neuerer Wandbilder.
Die Bar an der Ecke Castro und 17th Street, direkt an der Muni-Station Castro, gilt als erste Schwulenbar der USA mit großen, offenen Fenstern zur Straße: 1973 entfernten die Besitzerinnen Mary Ellen Cunha und Peggy Forster die Abdeckungen. Seit 2013 ist sie städtisches Landmark. Ruhiger als die Clubs der Umgebung, mit gemischtem, oft älterem Publikum und gutem Blick auf das Treiben an der Kreuzung.
Bar mit großem Hinterhof an der Mission Street 3158, im Süden der Mission. Der Kalender ist voll: Livebands, Filmabende, Partys der queeren Community und im Sommer Salsa am Sonntagnachmittag im Garten. Einfache Drinks, gemischtes Publikum, oft ohne oder mit geringem Eintritt.
Cocktailbar an der 16th Street 3174, wenige Schritte von der BART-Station 16th Street Mission. Fodor's zählt sie zu den besten Cocktailbars der Stadt. Die Karte reicht von Klassikern bis zu eigenen Kreationen mit Mezcal und Amaro, dazu kleine Gerichte. Am Wochenende wird es ab 21 Uhr eng.
Beide Viertel sind flach genug zum Laufen, vom Castro zur Valencia Street sind es rund 20 Minuten zu Fuß quer durch den Dolores Park.BART: Die Stationen 16th Street Mission und 24th Street Mission liegen an der Mission Street, von der Innenstadt (Powell, Montgomery) brauchst du rund 10 Minuten. Vom Flughafen SFO fährst du ohne Umsteigen hierher.Muni Metro: Die Linien K, L und M halten an der unterirdischen Station Castro an der Market Street. Die Straßenbahn J Church fährt am Dolores Park entlang.Straßenbahn F: Die historischen Wagen enden an der Castro Street (17th Street), eine langsame, aber schöne Fahrt die Market Street hinauf.Auto: Parkplätze sind am Wochenende rund um den Dolores Park kaum zu finden. Lass im Wagen nichts liegen.
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