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    Ionische Inseln

    Griechenland

    Ionische Inseln

    Region

    Die Ionischen Inseln liegen westlich des Festlands und unterscheiden sich in fast allem von der Ägäis: mehr Regen, mehr Grün, venezianische statt osmanische Vergangenheit.

    von Felix Gillen

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    4. Ionische Inseln
    Die Ionischen Inseln liegen westlich des Festlands und unterscheiden sich in fast allem von der Ägäis: mehr Regen, mehr Grün, venezianische statt osmanische Vergangenheit. Sieben größere Inseln von Korfu im Norden bis Kythira im Süden tragen Zypressen, Olivenhaine und Städte mit Arkaden und Glockentürmen. Wer hier reist, findet Kalkfelsen, türkises Wasser und eine Küche mit italienischem Einschlag.
    Zur Region gehören sieben Hauptinseln, auf Griechisch Eptanisa: Korfu, Paxi, Lefkada, Ithaka, Kefalonia, Zakynthos und Kythira weit im Süden, das heute zur Region Attika gehört. Kefalonia ist mit knapp 780 Quadratkilometern die größte, Korfu mit rund 100.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste. Flughäfen gibt es auf Korfu, Kefalonia und Zakynthos sowie in Preveza auf dem Festland für Lefkada, das über einen Damm mit einer Schwimmbrücke zu erreichen ist. Fähren fahren ab Patras, Kyllini, Astakos und Igoumenitsa. Anders als der Großteil Griechenlands standen die meisten Inseln über Jahrhunderte unter venezianischer Herrschaft, danach kurz unter Frankreich und bis 1864 unter britischem Schutz, was Architektur, Musik und Alltag prägt. Der Westen fängt mehr Niederschlag ab als der Rest Griechenlands, deshalb bleibt die Landschaft bis in den Sommer grün. Gut reisen lässt es sich im Mai, Juni, September und Oktober, im Juli und August ist vor allem Zakynthos stark gebucht.
    Kefalonia (Insel)

    Ort 1 von 4

    Kefalonia (Insel)

    Kefalonia ist mit knapp 780 Quadratkilometern die größte der Ionischen Inseln und die mit dem schärfsten Relief: Der Ainos steigt auf 1.628 Meter und ist mit Griechischer Tanne bewaldet, die botanisch nach der Insel benannt ist.

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    Lefkada (Insel)

    Ort 2 von 4

    Lefkada (Insel)

    Lefkada erreichst du ohne Fähre: Ein Damm mit einer schwimmenden Drehbrücke verbindet die Insel über einen schmalen Kanal mit dem Festland. Bekannt ist sie für die Westküste, wo weiße Kalkfelsen steil in türkises Wasser fallen.

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    Zakynthos (Insel)

    Ort 3 von 4

    Zakynthos (Insel)

    Zakynthos ist die südlichste der größeren Ionischen Inseln und trägt zwei Gesichter: im Norden und Westen eine Steilküste mit Höhlen und der Schiffswrackbucht Navagio, im Süden flache Sandstrände, an denen Unechte Karettschildkröten ihre Eier ablegen.

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    Korfu
    Martin Falbisoner / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

    Ort 4 von 4

    Korfu

    Korfu ist die nördlichste der großen Ionischen Inseln und liegt vor der Küste Albaniens und des Epirus. Die Altstadt von Korfu-Stadt mit ihren zwei venezianischen Festungen steht auf der UNESCO-Welterbeliste.

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    Sehenswürdigkeiten in Ionische Inseln

    Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen

    Myrtos-Bucht auf Kefalonia

    Myrtos-Bucht auf Kefalonia

    Die Bucht von Myrtos liegt im Nordwesten von Kefalonia zwischen zwei Bergrücken und ist der bekannteste Strand der Ionischen Inseln. Der helle Kiesel besteht aus zerriebenem Kalkstein, der im Wasser schwebt und ihm die ungewöhnliche Farbe gibt.Von der Küstenstraße zwischen Divarata und Assos führen mehrere Aussichtspunkte den Blick auf die Bucht, von dort geht eine Serpentinenstraße hinunter zum Strand. Unten gibt es Liegen und eine Kantine, aber keinen Schatten.Das Wasser fällt steil ab und die Brandung ist stärker, als die Bilder vermuten lassen. Die Parkplätze an den Aussichtspunkten sind schmal und liegen direkt an der Straße, im August ist der Strandparkplatz früh voll.
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    Altstadt von Korfu

    Altstadt von Korfu

    Die Altstadt von Korfu steht seit 2007 auf der UNESCO-Welterbeliste, weil sie ein befestigtes Stadtbild aus venezianischer Zeit nahezu vollständig bewahrt hat. Zwischen der Alten und der Neuen Festung liegen hohe Häuserzeilen und schmale Gassen, das Viertel Campiello ist der dichteste Teil.An der Esplanade reihen sich die Arkaden des Liston, die unter französischer Verwaltung nach dem Vorbild der Rue de Rivoli entstanden. Daneben steht der Palast von St. Michael und St. Georg aus britischer Zeit, heute Museum für asiatische Kunst.Auf der Esplanade wird im Sommer Cricket gespielt, ein Überbleibsel der britischen Protektoratszeit. Für die Gassen brauchst du festes Schuhwerk, Autos kommen in den Kern nicht hinein.
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    Navagio auf Zakynthos

    Navagio auf Zakynthos

    Navagio, die Schiffswrackbucht, liegt an der Nordwestküste von Zakynthos unter senkrechten Kalkwänden. Auf dem hellen Kiesel liegt das Wrack des Frachters Panagiotis, der 1980 auf Grund lief. Einen Landzugang gibt es nicht.Nach Felsstürzen ist der Strand seit 2018 für Landgänge gesperrt. Für die Saison 2026 gilt bis zum 31. Oktober ein Betretungs- und Badeverbot für Strand und Bucht, Boote dürfen sich der Küste nicht auf weniger als 50 Meter nähern. Bootsausflüge an der Küste entlang fahren dennoch, etwa von Porto Vromi und Agios Nikolaos.Von oben siehst du die Bucht vom Aussichtspunkt bei Anafonitria, die Plattform liegt direkt über der Steilkante und ist nur bei angebrachter Sicherung freigegeben. Prüfe vor dem Besuch den aktuellen Stand.
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    Höhle von Melissani

    Höhle von Melissani

    Die Melissani bei Sami auf Kefalonia ist eine Karsthöhle mit einem See aus Brack- und Süßwasser. Ein Teil der Decke stürzte vor Jahrtausenden ein, deshalb fällt Tageslicht direkt auf das Wasser.Gespeist wird der See unter anderem von Wasser, das bei Argostoli auf der anderen Seite der Insel in Schwundlöchern verschwindet und unterirdisch durch den Kalk fließt. Dieser Zusammenhang wurde in den 1960er Jahren mit Farbstoffversuchen nachgewiesen.Besucht wird die Höhle im Ruderboot, die Fahrt dauert wenige Minuten. Am eindrucksvollsten ist sie um die Mittagszeit, wenn die Sonne senkrecht durch die Öffnung fällt, dann sind allerdings auch die Schlangen am längsten.
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    Porto Katsiki auf Lefkada

    Porto Katsiki auf Lefkada

    Porto Katsiki liegt an der Westküste von Lefkada unter einer hellen Kalkwand, die fast senkrecht ins Meer abfällt. Der Name bedeutet Ziegenhafen und verweist darauf, dass die Bucht früher nur für Ziegen erreichbar war.Vom Parkplatz oben führt eine lange, steile Treppe hinunter, der Rückweg ist der anstrengendere Teil. Der Strand ist schmal und wird bei Wellengang kleiner, Schatten gibt es nur am frühen Morgen an der Felswand.Alternativ fahren Boote aus Vasiliki und Nydri die Bucht an. Die Zufahrtsstraße ist eng und kurvig, in der Hochsaison ist der Parkplatz vormittags voll.
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    Vathy auf Ithaka

    Vathy auf Ithaka

    Vathy liegt am Ende einer tief eingeschnittenen Bucht, die als einer der geschütztesten Naturhäfen des Mittelmeers gilt. Die Häuser stehen im Halbkreis um das Wasser, davor ankern Segelboote.Der Ort wurde nach dem Erdbeben von 1953 im alten Maßstab wieder aufgebaut, weshalb das Ortsbild stimmig wirkt, auch wenn die Bausubstanz jung ist. Ein kleines archäologisches Museum sammelt Funde aus der Umgebung, die mit der Odyssee in Verbindung gebracht werden.Fähren verbinden Ithaka mit Sami und Fiskardo auf Kefalonia, mit Patras und mit Astakos auf dem Festland, je nach Linie legen sie in Vathy oder im Hafen Pisaetos an. Ithaka ist bergig, für den Norden um Kioni und Frikes brauchst du ein Fahrzeug.
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    Essen & Trinken

    Die Küche der Ionischen Inseln ist die italienischste Griechenlands. Tomatensaucen, Pasta und Gebäck kamen über Venedig, dazu kommen eigene Rebsorten und ein Käse, den es nur hier gibt.
    Robola von Kefalonia

    Robola von Kefalonia

    Die weiße Rebsorte wächst auf Kalkböden an den Hängen des Ainos bis auf 800 Meter Höhe. Der Wein ist trocken, säurebetont und mineralisch und trägt eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Die Genossenschaft bei Omala hat einen Verkostungsraum.
    Pastitsada und Sofrito

    Pastitsada und Sofrito

    Beide Gerichte stammen aus der venezianischen Zeit: Pastitsada ist in Tomate und Gewürzen geschmortes Fleisch auf dicken Nudeln, Sofrito dünn geschnittenes Kalbfleisch in Weißwein, Knoblauch und Petersilie. Auf Korfu stehen sie auf fast jeder Tavernenkarte.
    Bourdeto

    Bourdeto

    Der scharfe Fischeintopf mit viel rotem Paprika und Zwiebeln gehört zu den ältesten Gerichten der Region und wurde ursprünglich mit billigem Fisch wie Drachenkopf gekocht. Er wird mit Brot gegessen, nicht mit Beilage. Die Schärfe variiert von Haus zu Haus deutlich.
    Mandolato und Pasteli

    Mandolato und Pasteli

    Der weiße Nougat mit Mandeln ist besonders auf Zakynthos verbreitet und wird in Konditoreien blockweise verkauft. Daneben gibt es Pasteli aus Sesam und Honig. Beide gehen auf italienische Vorbilder zurück und werden als Mitbringsel gehandelt.
    Olivenöl aus Korfu und Paxi

    Olivenöl aus Korfu und Paxi

    Die Venezianer ließen ab dem 16. Jahrhundert Hunderttausende Olivenbäume pflanzen, viele davon stehen bis heute und sind entsprechend hoch gewachsen. Geerntet wird oft mit Netzen, die den ganzen Winter unter den Bäumen liegen. Kleine Mühlen verkaufen direkt.

    Kultur und Geschichte der Ionischen Inseln

    Venedig, Frankreich, GroßbritannienDie Ionischen Inseln entgingen der osmanischen Herrschaft größtenteils. Korfu gehörte ab 1386 zu Venedig, Zakynthos und Kefalonia ab dem Ende des 15. Jahrhunderts, Lefkada dagegen war von 1479 bis 1684 osmanisch. 1797 endete die venezianische Zeit, danach kamen Franzosen und Russen und ab 1815 die Briten, die einen Staat unter ihrem Protektorat einrichteten. 1864 kamen die Inseln zu Griechenland. Daraus folgt vieles, was Reisende bemerken: Arkadengänge und hohe Fassaden statt gekalkter Würfelhäuser, katholische neben orthodoxen Kirchen, Cricket auf Korfu, italienische Lehnwörter in der Umgangssprache. Die Altstadt von Korfu steht seit 2007 auf der UNESCO-Welterbeliste.Kantades und PhilharmonienDie Musik der Region unterscheidet sich vom Rest des Landes: Kantades sind mehrstimmige Lieder mit Gitarrenbegleitung, die auf italienische Vorbilder zurückgehen. Dazu kommen die Philharmonischen Gesellschaften, Bürgerorchester mit Musikschulen, die bei Festen und Prozessionen auftreten, allein auf Korfu gibt es mehrere.Das Erdbeben von 1953Ein Einschnitt war das Erdbeben von 1953, das große Teile von Zakynthos, Kefalonia und Ithaka zerstörte. Der Wiederaufbau erfolgte schnell und schlicht, weshalb viele Orte moderner wirken, als ihre Geschichte vermuten lässt. Auf Kefalonia blieb vor allem Fiskardo im Norden weitgehend verschont, Korfu war nicht betroffen.

    Unterwegs auf den Ionischen Inseln

    Zwischen den InselnAnders als in der Ägäis liegen die Ionischen Inseln nah beieinander und am Festland, das macht Kombinationen einfach. Kefalonia, Ithaka und Lefkada sind über kurze Fährstrecken verbunden, von Kefalonia gibt es außerdem eine saisonale Verbindung nach Zakynthos. Korfu und Paxi hängen dagegen an Igoumenitsa und sind von den südlichen Inseln aus umständlich zu erreichen. Lefkada braucht keine Fähre: Ein Damm mit Schwimmbrücke verbindet die Insel mit dem Festland, die Brücke öffnet regelmäßig für Boote. Fahrpläne wechseln saisonal stark, im Winter fährt vieles nur noch selten.Auf den InselnEin Mietwagen ist auf allen größeren Inseln die praktische Lösung, weil KTEL-Busse zwar die Hauptorte verbinden, aber selten die Buchten anfahren. Die Küstenstraßen sind eng und kurvig, an Steilabschnitten wie über der Myrtos-Bucht oder an der Westküste von Lefkada geht es langsam voran. Viele bekannte Strände sind nur über Serpentinen oder per Boot erreichbar, Parkplätze sind im August knapp. Taxis stehen an Häfen und Flughäfen.

    In der Umgebung

    Kefalonia (Insel)

    Kefalonia (Insel)

    Kefalonia ist mit knapp 780 Quadratkilometern die größte der Ionischen Inseln und die mit dem schärfsten Relief: Der Ainos steigt auf 1.628 Meter und ist mit Griechischer Tanne bewaldet, die botanisch nach der Insel benannt ist. Unter der Insel liegt ein Karstsystem, in dem Meerwasser auf einer Seite verschwindet und auf der anderen wieder auftaucht.Dazwischen liegen Kiesbuchten wie Myrtos, Weinberge mit der Rebsorte Robola und kleine Häfen. Die Insel ist groß genug für eine ganze Woche und lässt sich gut mit Ithaka kombinieren.
    Lefkada (Insel)

    Lefkada (Insel)

    Lefkada erreichst du ohne Fähre: Ein Damm mit einer schwimmenden Drehbrücke verbindet die Insel über einen schmalen Kanal mit dem Festland. Bekannt ist sie für die Westküste, wo weiße Kalkfelsen steil in türkises Wasser fallen.Dahinter liegt ein bergiges Inselinneres mit Linsenfeldern, Stickereitradition und Dörfern auf über 700 Metern Höhe. An der ruhigeren Ostküste starten die Bootstouren zu den vorgelagerten Inseln.
    Zakynthos (Insel)

    Zakynthos (Insel)

    Zakynthos ist die südlichste der größeren Ionischen Inseln und trägt zwei Gesichter: im Norden und Westen eine Steilküste mit Höhlen und der Schiffswrackbucht Navagio, im Süden flache Sandstrände, an denen Unechte Karettschildkröten ihre Eier ablegen. Dazwischen liegt eine fruchtbare Ebene mit Weinbergen und Olivenhainen. Die Venezianer nannten die Insel Fior di Levante.
    Antikes Olympia

    Antikes Olympia

    Antikes Olympia liegt in der Landschaft Elis im Westen der Peloponnes, dort wo der Kladeos in den Alpheios mündet. Von 776 v. Chr. bis 393 n. Chr. wurden hier alle vier Jahre die Olympischen Spiele zu Ehren des Zeus ausgetragen, fast zwölf Jahrhunderte lang. Vom Heiligtum sind Fundamente, umgestürzte Säulentrommeln und das Stadion erhalten, die Skulpturen stehen im Museum gegenüber.
    Epirus

    Epirus

    Epirus im Nordwesten Griechenlands reicht vom Pindos-Gebirge bis an die Küste des Ionischen Meeres. Im Gebirge liegen die Steindörfer der Zagorochoria, die Vikos-Schlucht und alte Bogenbrücken, an der Küste Orte wie Parga und Sivota. Hauptstadt ist Ioannina am Pamvotis-See mit ihrer osmanisch geprägten Burgstadt. Zum Wandern eignen sich Mai, Juni und September am besten, zum Baden der Sommer.

    Quellen & Methode

    • Fotos: Wikimedia Commons, Unsplash, Pexels. Die Urheber stehen jeweils am Bild.
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