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    Ermland-Masuren
    Kgbo / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

    Polen

    Ermland-Masuren

    Region

    Die Woiwodschaft Ermland-Masuren (Warmińsko-Mazurskie) im Nordosten Polens vereint zwei historische Landschaften.

    von Felix Gillen

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    4. Ermland-Masuren
    Die Woiwodschaft Ermland-Masuren (Warmińsko-Mazurskie) im Nordosten Polens vereint zwei historische Landschaften. Das Ermland (Warmia) im Westen war über Jahrhunderte vom ermländischen Domkapitel geprägt, dessen Burgen und Dome in Allenstein (Olsztyn) und Frauenburg (Frombork) bis heute stehen. Masuren (Mazury) im Osten ist bekannt für die Masurische Seenplatte mit dem Spirdingsee (Śniardwy), dem größten See Polens. Bis 1945 gehörte die Region überwiegend zu Ostpreußen. Für Reisende ist Ermland-Masuren vor allem ein Ziel für Wassersport und Natur: Segeln auf den großen Seen, Ausflugsschiffe zwischen den Seeorten und Kanutouren auf Flüssen wie der Krutynia. Dazu kommen Zeugnisse einer bewegten Geschichte, von Kopernikus über barocke Wallfahrtskirchen bis zu den Ruinen der Wolfsschanze.
    Tor zur Region ist Allenstein (Olsztyn), die Hauptstadt der Woiwodschaft. Die Stadt an der Łyna besitzt eine Altstadt mit Hohem Tor, Burg des Domkapitels und Konkathedrale, dazu mehr als zehn Seen im Stadtgebiet. Hier wohnte Nikolaus Kopernikus ab 1516 als Administrator der Güter des Domkapitels. Von Allenstein aus erreichst du per Bahn auch Lötzen (Giżycko) und weiter Białystok. Im Herzen der Masurischen Seenplatte liegen die beiden wichtigsten Wassersportorte. Nikolaiken (Mikołajki) sitzt an einer Seenenge nahe dem Spirdingsee, hat einen Hafen der Żegluga Mazurska und das Schwanenreservat am Łuknajno-See vor der Tür. Lötzen (Giżycko) zwischen Löwentinsee und Kisajno-See ist bekannt für die Feste Boyen aus dem 19. Jahrhundert und die handbetriebene Drehbrücke über den Lötzener Kanal. Zwischen den Orten lohnen Abstecher: Die Barockbasilika von Heiligelinde (Święta Lipka) gilt als einer der bekanntesten Marienwallfahrtsorte Polens, bei Kętrzyn liegen die Ruinen der Wolfsschanze, und auf der Krutynia führt die beliebteste Kanuroute rund 91 Kilometer von Sorkwity nach Ruciane-Nida. Im Nordwesten, am Frischen Haff, liegt Frauenburg (Frombork), wo Kopernikus ab 1510 fast ununterbrochen bis zu seinem Tod 1543 lebte.
    Nikolaiken (Mikołajki)
    Marek and Ewa Wojciechowscy / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

    Ort 1 von 3

    Nikolaiken (Mikołajki)

    Nikolaiken (Mikołajki) ist eine Kleinstadt mit gut 3.300 Einwohnern im Herzen der Masurischen Seenplatte.

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    Lötzen (Giżycko)

    Ort 2 von 3

    Lötzen (Giżycko)

    Lötzen (Giżycko) ist mit rund 27.000 Einwohnern eine der größeren Städte der Masurischen Seenplatte. Die Stadt liegt auf einer Landenge zwischen dem Löwentinsee (Niegocin) und dem Mauersee-System mit dem Kisajno-See.

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    Allenstein (Olsztyn)
    Monika Towiańska / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

    Ort 3 von 3

    Allenstein (Olsztyn)

    Allenstein (Olsztyn) ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Ermland-Masuren und mit gut 165.000 Einwohnern die größte Stadt der Region. Sie liegt am Fluss Łyna (Alle) im historischen Ermland und wurde 1353 gegründet.

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    Sehenswürdigkeiten in Ermland-Masuren

    Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen

    Wolfsschanze (Wilczy Szaniec)
    Museum

    Wolfsschanze (Wilczy Szaniec)

    Im Wald bei Gierłoż nahe Kętrzyn (Rastenburg) ließ die NS-Führung ab Herbst 1940 durch die Organisation Todt ein Führerhauptquartier mit Bunkern und Baracken auf rund 250 Hektar errichten, durchquert von der Bahnstrecke Kętrzyn–Węgorzewo. Hitler hielt sich hier von Juni 1941 bis November 1944 mit Unterbrechungen auf. Am 20. Juli 1944 scheiterte hier das Attentat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, an das seit 1992 eine Gedenktafel erinnert. In der Nacht zum 25. Januar 1945 sprengten deutsche Pioniere die Anlagen. Die Ruinen sind seit 1959 zugänglich und werden heute als Ort der Geschichte und des Gedenkens besucht.
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    Wallfahrtskirche Heiligelinde (Święta Lipka)
    Kirche

    Wallfahrtskirche Heiligelinde (Święta Lipka)

    Die Basilika liegt zwischen den Seen Wirowe und Dejnowa in der Gemeinde Reszel (Rößel) und gilt als einer der bekanntesten Marienwallfahrtsorte Polens. Die Jesuiten ließen die heutige Barockkirche von 1688 bis 1693 errichten, die Fassade wurde um 1730 vollendet. Bekannt ist die Orgel von Johann Josua Mosengel aus Königsberg aus den Jahren 1719 bis 1721 mit beweglichen Figuren. Seit 1983 ist die Kirche Basilika minor.
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    Domhügel Frauenburg (Frombork)
    Historische Stätte

    Domhügel Frauenburg (Frombork)

    Auf dem befestigten Domhügel von Frauenburg (Frombork) am Frischen Haff steht der gotische Dom, Sitz des ermländischen Domkapitels. Nikolaus Kopernikus lebte und arbeitete hier als Domherr ab 1510 fast ununterbrochen bis zu seinem Tod 1543, schrieb hier sein Hauptwerk De revolutionibus und liegt im Dom begraben. Auf dem Hügel befinden sich das Kopernikus-Museum, im Radziejowski-Turm ein Planetarium und ein Foucaultsches Pendel.
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    Krutynia-Kanuroute

    Krutynia-Kanuroute

    Die Krutynia ist 99 Kilometer lang. Der Kanuweg auf ihr ist rund 91 Kilometer lang, die beliebteste Route führt von Sorkwity über Seen und Flussabschnitte bis Ruciane-Nida, durch die Piska-Heide (Puszcza Piska) und den Masurischen Landschaftspark.
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    Videos & Reiseberichte

    Mit dem Hausboot durch Masuren

    Die SWR-Journalistin Julia Finkernagel steuert ein Hausboot von Danzig durch Ermland-Masuren bis zu den Masurischen Seen, fährt bergauf durch den Oberlandkanal und probiert die ermländische Küche.

    Judith Rakers reist für ARD Reisen durch die Masurische Seenplatte: per Kajak…

    Rundreisen durch die Region

    Ostseeküste und Masuren

    Ostseeküste und Masuren

    Diese Route folgt der polnischen Ostseeküste von Stettin über die Seebäder Swinemünde und Kolberg zu den Wanderdünen bei Łeba und weiter nach Danzig. Von dort geht es über die Marienburg ins Ermland nach Allenstein und in die Masurische Seenplatte nach Nikolaiken und Lötzen. Es ist eine Autoroute: Die Etappen sind meist 60 bis 140 Kilometer lang, in Masuren fährt die Bahn nur einen Teil der Orte an. Strand, Dünen, Hansestädte und Seen wechseln sich ab.

    11 Tage
    9 Stopps
    Gabelflug

    In der Umgebung

    Nikolaiken (Mikołajki)

    Nikolaiken (Mikołajki)

    Nikolaiken (Mikołajki) ist eine Kleinstadt mit gut 3.300 Einwohnern im Herzen der Masurischen Seenplatte. Der Ort liegt an der Engstelle zwischen dem Tałty-See und dem Nikolaiker See, die hier ineinander übergehen, und nur wenige Kilometer vom Spirdingsee (Śniardwy), dem größten See Polens. Erstmals erwähnt wurde Nikolaiken 1444, die Stadtrechte erhielt es 1726. Heute ist Nikolaiken eines der wichtigsten Segelzentren Masurens. Am Ufer reihen sich Marina, Anleger der Ausflugsschiffe und Vermieter von Hausbooten. Das Zentrum ist klein: Rund um den Marktplatz und den Kirchplatz liegen Restaurants und Pensionen, eine 2016 fertiggestellte Fußgängerbrücke verbindet die Uferpromenaden über die Seenenge. Etwa fünf Kilometer östlich liegt der Łuknajno-See, ein Naturreservat und UNESCO-Biosphärenreservat mit einer der größten Höckerschwan-Kolonien Europas. In der Umgebung liegt auch die Krutynia, ein beliebter Fluss für Kanutouren.
    Lötzen (Giżycko)

    Lötzen (Giżycko)

    Lötzen (Giżycko) ist mit rund 27.000 Einwohnern eine der größeren Städte der Masurischen Seenplatte. Die Stadt liegt auf einer Landenge zwischen dem Löwentinsee (Niegocin) und dem Mauersee-System mit dem Kisajno-See. Erstmals erwähnt wurde Lötzen 1340, die Stadtrechte erhielt es 1612, seit 1868 ist es an die Bahn angeschlossen. Am Ufer des Löwentinsees liegen Häfen, darunter die städtische Ekomarina, sowie der Stadtstrand mit angrenzendem Park. Den Lötzener Kanal (Kanał Łuczański) überspannt eine Drehbrücke von 1898, die bis heute von Hand bewegt wird. Im Westen der Stadt erstreckt sich das weitläufige Gelände der Feste Boyen, dazu kommen der Wasserturm mit Aussichtscafé und der Brunohügel mit dem Bruno-Kreuz von 1909. Lötzen lebt vor allem vom Wassersport. Von hier starten Segeltörns und Ausflugsschiffe über die großen masurischen Seen, und im Sommer finden im Ort Veranstaltungen wie das Festival der Seemannslieder statt.
    Allenstein (Olsztyn)

    Allenstein (Olsztyn)

    Allenstein (Olsztyn) ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Ermland-Masuren und mit gut 165.000 Einwohnern die größte Stadt der Region. Sie liegt am Fluss Łyna (Alle) im historischen Ermland und wurde 1353 gegründet. Über der Altstadt steht die Burg des ermländischen Domkapitels, in der Nikolaus Kopernikus ab 1516 als Administrator der Kapitelgüter wohnte. Seit 1999 ist Allenstein zudem Sitz der Universität Ermland-Masuren. Den Kern bildet die Altstadt (Stare Miasto) mit dem Hohen Tor, Resten der mittelalterlichen Stadtmauer, dem spätgotischen Alten Rathaus und der Konkathedrale St. Jakobus. Um sie herum liegen die Innenstadt (Śródmieście) und Viertel wie Kortowo, Zatorze und Jaroty, insgesamt gliedert sich die Stadt in 23 Stadtteile. Ungewöhnlich für eine Großstadt ist der Anteil an Wasser und Wald: Innerhalb der Stadtgrenzen liegen mehr als zehn Seen, der größte ist der Ukiel mit dem Stadtstrand, dazu kommt ein großer Stadtwald. Allenstein ist deshalb ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Ermland und in die Masurische Seenplatte.
    Podlachien

    Podlachien

    Podlachien (Podlasie) liegt im äußersten Nordosten Polens an der Grenze zu Belarus. Hauptstadt der Woiwodschaft ist Białystok. Die Region ist seit Jahrhunderten von mehreren Kulturen geprägt: Neben der polnischen Mehrheit lebt hier die belarussische Minderheit, orthodoxe Kirchen stehen neben katholischen, und bis zum Zweiten Weltkrieg stellten Juden in vielen Städten einen großen Teil der Bevölkerung. Für Reisende ist Podlachien vor allem ein Ziel für Naturerlebnisse. Im Südosten liegt der Białowieża-Wald mit seinen Wisenten, nordwestlich von Białystok das weite Moor- und Flusstal der Biebrza mit dem größten Nationalpark Polens. Dazwischen liegen kleine Städte wie Tykocin am Narew, deren Geschichte eng mit dem jüdischen Erbe der Region verbunden ist.
    Marienburg (Malbork)

    Marienburg (Malbork)

    Die Marienburg (Malbork) an der Nogat, einem Mündungsarm der Weichsel, gilt als größter Backsteinbau Europas: Auf rund 21 Hektar wurden mehr als 30 Millionen Ziegel verbaut. Der Deutsche Orden errichtete die Anlage zwischen etwa 1270 und 1300, ab 1309 war sie Sitz des Hochmeisters. Seit 1997 gehört sie zum UNESCO-Welterbe, jedes Jahr kommen rund 500.000 Besucher. Die Burg gliedert sich in drei Teile: das Hochschloss mit der Marienkirche, das Mittelschloss mit dem Hochmeisterpalast und dem Großen Remter sowie die Vorburg mit den Wirtschaftsgebäuden. Plane für die Innenräume einen halben Tag ein, ein Ausflug von Danzig aus ist mit Bahn oder Auto gut machbar.

    Quellen & Methode

    • Fotos: Wikimedia Commons, Pexels. Die Urheber stehen jeweils am Bild.
    • Ortsdaten wie Adressen und Bewertungen stammen aus Google Maps.
    • Video-Reportagen: Mit dem Hausboot durch Masuren, Wunderschön! Masuren: Polens Seenparadies
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