Masowien (Mazowsze) ist mit rund 35.600 km² die flächenmäßig größte Woiwodschaft Polens und zählt etwa 5,5 Millionen Einwohner. Die Region liegt im mittelpolnischen Tiefland zu beiden Seiten der mittleren Weichsel, durchzogen außerdem von Bug, Narew, Bzura und Pilica.
Im Mittelpunkt steht die Hauptstadt Warschau, umgeben von Tiefland, Wäldern und Flusstälern. Am Stadtrand beginnt der Kampinos-Nationalpark mit Dünen und Sümpfen, westlich davon liegt in Żelazowa Wola das Geburtshaus von Fryderyk Chopin.
Die meisten Reisenden kommen wegen Warschau nach Masowien: Die Hauptstadt mit ihrer wiederaufgebauten Altstadt, dem Königsweg bis Wilanów und Museen wie POLIN und dem Museum des Warschauer Aufstands ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Region. Weitere größere Städte sind Radom im Süden und Płock an der Weichsel.
Für Ausflüge ins Grüne bietet sich der Kampinos-Nationalpark an, der 1959 gegründet wurde und seit 2000 UNESCO-Biosphärenreservat ist: Rund 360 km markierte Wanderwege und ein rund 145 km langer Radweg führen durch Kiefernwälder auf Sanddünen und Feuchtwiesen, in denen Elche leben. Etwa 46 km westlich von Warschau erinnert das Museum in Żelazowa Wola an Chopin, der hier 1810 geboren wurde. An Wochenenden finden dort Chopin-Rezitale statt, den aktuellen Spielplan veröffentlicht das Nationale Chopin-Institut.
Warschau (Warszawa) ist seit 1596 Sitz des polnischen Königshofs und seit 1918 wieder Hauptstadt des Landes. Die Stadt an der Weichsel hat rund 1,86 Millionen Einwohner, im Ballungsraum leben je nach Abgrenzung 2,6 bis 3,5 Millionen Menschen. Ihr Gesicht ist von Brüchen geprägt: Nach dem Warschauer Aufstand vom 1. August bis 2. Oktober 1944 und der anschließenden gezielten Zerstörung durch die deutschen Besatzer war die Stadt größtenteils unbewohnbar. Danach entstand eine Mischung aus rekonstruierten Fassaden, sozialistischem Klassizismus und gläsernen Hochhäusern rund um den Kulturpalast.
Die Altstadt wurde nach dem Krieg nach historischen Vorlagen wieder aufgebaut, 1953 feierlich wiedereröffnet und 1980 als UNESCO-Welterbe anerkannt, gerade wegen dieses Wiederaufbaus. Vom Schlossplatz mit der Sigismundsäule und dem rekonstruierten Königsschloss führt der Königsweg über Krakowskie Przedmieście und Nowy Świat nach Süden, vorbei an Adelspalais bis zum Łazienki-Park und weiter zum Barockschloss Wilanów.
Auf dem rechten Weichselufer liegt Praga, das im Krieg deutlich weniger zerstört wurde als das linke Ufer. In alten Fabriken wie dem Koneser-Areal an der Ząbkowska haben sich Lokale, Kulturorte und das Museum des polnischen Wodkas angesiedelt. Am linken Ufer unterhalb der Böschung zieht sich Powiśle mit dem Kopernikus-Wissenschaftszentrum und der Universitätsbibliothek an der Weichsel entlang. Muranów, vor dem Krieg ein überwiegend jüdisches Viertel und ab 1940 Teil des Ghettos, wurde nach 1945 großteils aus dem Schutt des Ghettos neu gebaut; hier steht heute das POLIN-Museum.
Sehenswürdigkeiten in Masowien
Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen
Museum
Chopins Geburtshaus in Żelazowa Wola
Im Seitenflügel des Gutshofs in Żelazowa Wola, rund 46 km westlich von Warschau, kam Fryderyk Chopin 1810 zur Welt. Das Museum ist eine Abteilung des Chopin-Museums des Nationalen Chopin-Instituts. Das Haus umgibt ein 1932 bis 1939 angelegter Park mit einem Chopin-Denkmal von Józef Gosławski. An Wochenenden finden Chopin-Rezitale statt, den Spielplan veröffentlicht das Institut.
Der 1959 gegründete Nationalpark am nordwestlichen Stadtrand von Warschau ist rund 385 km² groß und seit 2000 UNESCO-Biosphärenreservat. Binnendünen mit Kiefern wechseln sich mit Sümpfen und Wiesen ab, der Elch ist das Symbol des Parks. Rund 360 km markierte Wanderwege und ein rund 145 km langer Radweg erschließen das Gebiet, im Wald liegt der Friedhof von Palmiry.
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