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    Ostseeküste und Masuren

    Ostseeküste und Masuren

    von Felix Gillen

    Diese Route folgt der polnischen Ostseeküste von Stettin über die Seebäder Swinemünde und Kolberg zu den Wanderdünen bei Łeba und weiter nach Danzig. Von dort geht es über die Marienburg ins Ermland nach Allenstein und in die Masurische Seenplatte nach Nikolaiken und Lötzen. Es ist eine Autoroute: Die Etappen sind meist 60 bis 140 Kilometer lang, in Masuren fährt die Bahn nur einen Teil der Orte an. Strand, Dünen, Hansestädte und Seen wechseln sich ab.

    11 Tage / 10 Nächte
    Juni bis September; im Hochsommer sind Strände und Parkplätze an der Küste voll
    Wohnmobil-geeignet
    9 Stopps

    Warum diese Route?

    Die Route verbindet die zwei großen Wasserlandschaften Nordpolens: die lange Ostseeküste mit Seebädern und Nationalpark und die Seenplatte Masurens. Dazwischen liegen Danzig und die Marienburg als Kulturstopps. Mit dem Auto kommst du auch an Orte, die abseits der Bahnstrecken liegen.

    Geheimtipps

    • Fort Gerhard in Swinemünde: preußische Küstenfestung auf der Wolliner Seite, gleich daneben der höchste Leuchtturm der polnischen Ostseeküste
    • Drehbrücke über den Lötzener Kanal: von 1898, wird bis heute von Hand gedreht
    • Łuknajno-See bei Nikolaiken: Naturreservat, in dem Höckerschwäne brüten und sich im Sommer bis zu rund 2.000 Schwäne zur Mauser sammeln

    An- und Abreise

    Gabelflug / offene Route: Start und Ende liegen an verschiedenen Orten

    Anreise
    Auto · Stettin (Szczecin), über die A6Stettin erreichst du aus Deutschland mit dem Auto über die Autobahn A6. Wer erst vor Ort einen Wagen mieten will: Vom Bahnhof Szczecin Główny gibt es Züge nach Berlin, der Flughafen Stettin-Goleniów liegt außerhalb der Stadt.
    Abreise
    Auto · Lötzen (Giżycko)Von Lötzen nach Warschau sind es laut Routenplaner rund 290 Kilometer auf der Straße. Mit dem eigenen Auto ist der Weg zurück nach Deutschland lang, plane dafür einen eigenen Reisetag oder einen Zwischenstopp ein.

    Reiseverlauf

    Stettin (Szczecin)
    Stopp 1 • 1 Übernachtung

    Stettin (Szczecin)

    Stadt
    Stettin (Szczecin) liegt an der Oder kurz vor ihrer Mündung ins Stettiner Haff und ist mit knapp 390.000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt Polens und Hauptstadt der Woiwodschaft Westpommern. Seit 1278 gehörte die Stadt zur Hanse, ihr Hafen zählt bis heute zu den größten an der Ostsee. Nördlich des Zentrums weitet sich die Oder zum Dammschen See (Jezioro Dąbie). Die Altstadt mit dem Schloss der Pommerschen Herzöge und der Jakobikathedrale liegt am Westufer, darüber die Hakenterrasse mit Blick auf den Fluss. Gegenüber liegen zwischen den Oderarmen die Inseln Lastadie (Łasztownia) und Silberwiese. Daran schließt die Neustadt an, deren breite Alleen nach Pariser Vorbild auf sternförmigen Plätzen wie dem Plac Grunwaldzki zusammenlaufen. Von Berlin aus ist Stettin mit der Bahn gut erreichbar und eignet sich für ein langes Wochenende. Wer Zeit hat, verbindet den Besuch mit der Küste rund um Swinemünde oder Kolberg.
    Start an der Oder: Schloss der Pommerschen Herzöge, Jakobikathedrale und Hakenterrasse mit Blick auf den Fluss.
    4 Sehenswürdigkeiten
    4 Restaurants

    Geschichte und Architektur

    Hansestadt und Residenz 1278 wurde Stettin in die Hanse aufgenommen, in der Altstadt steht das Schloss der Pommerschen Herzöge, das nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde. Die Jakobikathedrale, gegründet 1187 und nach dem Vorbild der Lübecker Marienkirche errichtet, ist heute die zweithöchste Kirche Polens. Nach den Luftangriffen vom August 1944 bekam ihr Turm erst im 21. Jahrhundert wieder eine Spitze. Die Neustadt wurde mit großen geraden Alleen und Sternplätzen angelegt, deren Grundriss an Paris erinnert, während die Häuser eher nach Berlin aussehen. Zwischen 1902 und 1921 folgte die Hakenterrasse als repräsentativer Abschluss am Fluss. Moderne Architektur Die Philharmonie des Büros Barozzi Veiga aus Barcelona öffnete im September 2014. Ihre eisartige Form und die durchscheinende Glasfassade, die nachts weiß leuchtet, brachten ihr 2015 den Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur ein. Auch der Hauptfriedhof, einer der größten Europas, lohnt einen Spaziergang.
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    Swinemünde (Świnoujście)
    Stopp 2 • 1 Übernachtung

    Swinemünde (Świnoujście)

    Stadt
    Swinemünde (Świnoujście) liegt auf dem Ostteil der Insel Usedom, der Westspitze von Wollin und der kleinen Insel Kaseburg (Karsibór). Usedom und Wollin trennt die Swine. Rund 39.000 Menschen leben hier. Seit der ersten Badesaison im Juli 1824 ist Swinemünde Seebad. Auf der Usedomer Seite liegen die Innenstadt und das Kurviertel mit dem Kurpark von Lenné, Strand und der Promenade, die rund zwölf Kilometer über die Grenze bis nach Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin führt. Auf der Wolliner Seite stehen der höchste Leuchtturm der Ostseeküste, das Fort Gerhard und die Hafenanlagen mit dem LNG-Terminal. Die Lage direkt an der deutschen Grenze macht Swinemünde zum einfachen Abstecher von Usedom aus, für Strandurlaub lohnen sich auch mehrere Tage.
    Rund 110 Kilometer ab Stettin. Innenstadt und Kurviertel liegen auf Usedom; seit Ende Juni 2023 verbindet ein Straßentunnel unter der Swine die Inseln Usedom und Wollin, die kostenlosen Fähren am Warszów bringen vor allem Fußgänger und Radfahrer hinüber.
    3 Sehenswürdigkeiten
    3 Restaurants

    Geschichte und Kultur

    Seebad seit 1824 Im Juli 1824 eröffnete mit der Gründung des See- und Solebads die erste offizielle Badesaison. Ab 1826 legte Peter Joseph Lenné den Kurpark an, der Kurviertel und Innenstadt verbindet. Heute verbindet die Promenade Swinemünde mit Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin auf der deutschen Seite Usedoms. Festungs- und Hafenstadt Die Swinemündung wurde mit mehreren Forts gesichert, darunter das Westfort, die Engelsburg und das Fort Gerhard neben dem Leuchtturm von 1857. Wahrzeichen ist die Mühlenbake von 1874 auf der Westmole. 2023 öffnete der Tunnel unter der Swine, seit 2010 entstand auf Wollin ein Terminal für Flüssiggas.
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    Kolberg (Kołobrzeg)
    Stopp 3 • 1 Übernachtung

    Kolberg (Kołobrzeg)

    Stadt
    Kolberg (Kołobrzeg) liegt an der Mündung der Persante (Parsęta) in die Ostsee und ist mit gut 43.000 Einwohnern ein Sole- und Kurbad mit langer Tradition: Erste Badegäste kamen ab 1800, 1904 zählte die Stadt bereits über 13.000 Kurgäste. Schwache Solequellen begründeten einst die Siedlung und den Reichtum der Stadt, die vor 1361 bis 1610 der Hanse angehörte. Im Jahr 1000 hatte hier mit Bischof Reinbern kurzzeitig ein Bistum seinen Sitz. In der Altstadt stehen der fünfschiffige Dom aus dem 14. Jahrhundert und das Rathaus nach Plänen Schinkels. Im März 1945 wurde die Stadt zu rund 90 Prozent zerstört. Zum Meer hin liegen das Kurviertel und die Promenade, am Hafen stehen der Leuchtturm und die 220 Meter lange Seebrücke. Kolberg eignet sich für Strandurlaub und Kuraufenthalte. Am Hafen verkauft die Fischereigenossenschaft den Fang ihrer Kutter frisch und geräuchert direkt an die Kundschaft.
    Rund 130 Kilometer an der Küste entlang. Dom aus dem 14. Jahrhundert, Kurviertel, Leuchtturm und Seebrücke liegen nah beieinander.
    3 Sehenswürdigkeiten
    3 Restaurants

    Geschichte und Kultur

    Salz, Hanse und Dom Die Salzgewinnung machte Kolberg im Mittelalter wohlhabend, die Stadt war bis 1610 Mitglied der Hanse. Davon zeugt der Dom, eine fünfschiffige Hallenkirche, in der die erste Messe 1321 gefeiert wurde. Im Inneren hängt die hölzerne Schlieffen-Krone von 1523, das Chorgestühl stammt aus der Zeit um 1340. Seit 1986 ist der Dom Basilica minor, heute Konkathedrale. Belagerungen und Vermählung mit dem Meer 1807 verteidigten Gneisenau, Schill und Nettelbeck die Stadt gegen die Belagerung durch Napoleons Truppen. Vom 4. bis 18. März 1945 wurde um die Stadt gekämpft, danach lag sie zu etwa 90 Prozent in Trümmern. An die symbolische Vermählung Polens mit dem Meer nach der Einnahme erinnert seit 1963 ein Denkmal an der Promenade. Das Museum der polnischen Waffen erzählt die Militärgeschichte des Landes.
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    Łeba und Słowiński-Nationalpark
    Stopp 4 • 2 Übernachtungen

    Łeba und Słowiński-Nationalpark

    Stadt
    Łeba ist ein kleines Seebad mit rund 3.000 Einwohnern an der Mündung des gleichnamigen Flusses in die Ostsee, etwa 50 Kilometer nordöstlich von Stolp (Słupsk). Seit 1862 ist der Ort Kurbad. Die Lage zwischen Ostsee, Lebasee (Jezioro Łebsko) und Sarbsko-See macht ihn zum Ausgangspunkt für den Słowiński-Nationalpark, der direkt westlich beginnt. Der 1967 gegründete Nationalpark ist bekannt für seine Wanderdünen: Die Łącka-Düne erreicht 42 Meter und bewegt sich bis zu zehn Meter im Jahr. Dazu kommen der Lebasee, mit gut 71 Quadratkilometern der größte Küstensee westlich von Danzig, und der Gardno-See. Seit den 1970er Jahren ist das Gebiet UNESCO-Biosphärenreservat, seit 1995 Ramsar-Feuchtgebiet. Im Ort selbst drehen sich die Tage um Strand, Hafenkanal und Fischbratereien. Für die Düne solltest du einen halben Tag einplanen, am besten früh am Morgen oder am späten Nachmittag.
    Mit rund 175 Kilometern die längste Küstenetappe. Für die Wanderdüne einen halben Tag einplanen, am besten früh oder am späten Nachmittag; die Wege zur Łącka-Düne sind von Mai bis September gebührenpflichtig.
    3 Sehenswürdigkeiten
    3 Restaurants

    Geschichte und Kultur

    Eine Stadt auf der Flucht vor dem Sand Eine pommersche Fischersiedlung bestand hier schon im 11. Jahrhundert, 1282 wird Lebamünde erstmals erwähnt, 1357 erhielt der Ort unter dem Deutschen Orden Stadtrecht. Sturmfluten 1497 und 1558 verlegten die Flussmündung, Wanderdünen bedrohten die Häuser, 1570 wurde die Stadt landeinwärts neu angelegt. Von der alten Nikolaikirche ist nur ein Mauerrest geblieben, die neue Kirche wurde 1592 fertig. Raketen in den Dünen Bei Rąbka am Weg zur Łącka-Düne lag ein deutsches Raketenversuchsgelände, auf dem die Projekte Rheintochter und Rheinbote erprobt wurden. Heute erinnert ein Museum daran. Das Freilichtmuseum in Kluki zeigt dagegen die Lebenswelt der Slowinzen, nach denen der Nationalpark benannt ist.
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    Danzig (Gdańsk)
    Stopp 5 • 2 Übernachtungen

    Danzig (Gdańsk)

    Stadt

    Dieser Ort ist ein Highlight der Route

    Danzig (Gdańsk) liegt an der Danziger Bucht, dort, wo die Motława in die Ostsee mündet, westlich der Weichselmündung. Mit knapp 490.000 Einwohnern ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Pommern die sechstgrößte Stadt Polens und bildet mit Sopot und Gdingen (Gdynia) die Dreistadt (Trójmiasto). Jahrhundertelang war Danzig Hansestadt, reich geworden durch Getreidehandel und Bernstein. 1945 lag das Zentrum fast vollständig in Trümmern, wurde aber unter polnischer Leitung wieder aufgebaut. Das Herz bildet die Rechtstadt (Główne Miasto) mit Langgasse, Langem Markt und Frauengasse. Nördlich schließt die Altstadt an, östlich der Motława liegen die Speicherinsel und Langgarten. Weiter nördlich prägen die Werftanlagen das Bild, wo 1980 die Solidarność entstand. Außerhalb des Zentrums liegen Langfuhr (Wrzeszcz) und Oliva (Oliwa). In Oliva stehen das um 1185 gegründete Kloster und die Kathedrale. Ein Wochenende reicht für die Altstadt und die großen Museen. Mit zwei, drei Tagen mehr kannst du die Westerplatte besuchen und mit der S-Bahn nach Sopot oder auf die Halbinsel Hel weiterfahren.
    Rund 110 Kilometer ab Łeba. In der Innenstadt brauchst du kein Auto, lass es an der Unterkunft stehen; nach Sopot fährt die S-Bahn SKM.
    6 Sehenswürdigkeiten
    4 Restaurants

    Kultur und Geschichte

    Hansestadt und Wiederaufbau Danzig war von 1361 bis zum letzten Hansetag 1669 Mitglied der Hanse. Davon erzählen die Giebelhäuser der Langgasse, der Artushof als Treffpunkt der Kaufleute und die Marienkirche, eine der drei größten Backsteinkirchen nördlich der Alpen. Was du heute siehst, ist zu großen Teilen der Wiederaufbau nach 1945. Auf dem Langen Markt wurde im Juni 2024 der 44. Hansetag der Neuzeit eröffnet. Wo das 20. Jahrhundert begann und endete Am 1. September 1939 beschoss das Linienschiff Schleswig-Holstein die polnische Garnison auf der Westerplatte, der Angriff gilt als Beginn des Zweiten Weltkriegs in Europa. Im August 1980 streikten die Arbeiter der Lenin-Werft, aus ihrem Streikkomitee unter Lech Wałęsa die Gewerkschaft Solidarność hervorging. Das Museum des Zweiten Weltkriegs und das Europäische Solidarność-Zentrum erzählen beide Kapitel ausführlich.
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    Marienburg (Malbork)
    Stopp 6 • 0 Übernachtungen

    Marienburg (Malbork)

    Sehenswürdigkeit

    Dieser Ort ist ein Highlight der Route

    Die Marienburg (Malbork) an der Nogat, einem Mündungsarm der Weichsel, gilt als größter Backsteinbau Europas: Auf rund 21 Hektar wurden mehr als 30 Millionen Ziegel verbaut. Der Deutsche Orden errichtete die Anlage zwischen etwa 1270 und 1300, ab 1309 war sie Sitz des Hochmeisters. Seit 1997 gehört sie zum UNESCO-Welterbe, jedes Jahr kommen rund 500.000 Besucher. Die Burg gliedert sich in drei Teile: das Hochschloss mit der Marienkirche, das Mittelschloss mit dem Hochmeisterpalast und dem Großen Remter sowie die Vorburg mit den Wirtschaftsgebäuden. Plane für die Innenräume einen halben Tag ein, ein Ausflug von Danzig aus ist mit Bahn oder Auto gut machbar.
    Stopp auf dem Weg nach Allenstein, von Danzig rund eine Stunde mit dem Auto. Parkplätze liegen in der Nähe der Burg.
    3 Sehenswürdigkeiten
    2 Restaurants

    Geschichte der Ordensburg

    Vom Ordenssitz zur polnischen Königsburg 1309 verlegte der Hochmeister des Deutschen Ordens seinen Sitz an die Nogat. Söldner verkauften die Burg 1456 an den polnischen König, der 1457 in die Burg einzog. 1772 fiel sie an Preußen und wurde im späten 19. Jahrhundert unter Kaiser Wilhelm II. von Conrad Steinbrecht restauriert. Zerstörung und Wiederaufbau Die Kämpfe 1945 zerstörten rund 60 Prozent der Anlage. Polen baute sie nach dem Krieg wieder auf, 1961 wurde das Burgmuseum gegründet. Ein Symbol dieses Wiederaufbaus ist die acht Meter hohe Madonnenfigur der Marienkirche, die nach ihrer Restaurierung 2016 neu geweiht wurde.
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    Allenstein (Olsztyn)
    Stopp 7 • 1 Übernachtung

    Allenstein (Olsztyn)

    Stadt
    Allenstein (Olsztyn) ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Ermland-Masuren und mit gut 165.000 Einwohnern die größte Stadt der Region. Sie liegt am Fluss Łyna (Alle) im historischen Ermland und wurde 1353 gegründet. Über der Altstadt steht die Burg des ermländischen Domkapitels, in der Nikolaus Kopernikus ab 1516 als Administrator der Kapitelgüter wohnte. Seit 1999 ist Allenstein zudem Sitz der Universität Ermland-Masuren. Den Kern bildet die Altstadt (Stare Miasto) mit dem Hohen Tor, Resten der mittelalterlichen Stadtmauer, dem spätgotischen Alten Rathaus und der Konkathedrale St. Jakobus. Um sie herum liegen die Innenstadt (Śródmieście) und Viertel wie Kortowo, Zatorze und Jaroty, insgesamt gliedert sich die Stadt in 23 Stadtteile. Ungewöhnlich für eine Großstadt ist der Anteil an Wasser und Wald: Innerhalb der Stadtgrenzen liegen mehr als zehn Seen, der größte ist der Ukiel mit dem Stadtstrand, dazu kommt ein großer Stadtwald. Allenstein ist deshalb ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Ermland und in die Masurische Seenplatte.
    Von Malbork rund 140 Kilometer. Altstadt mit Hohem Tor und der Burg, die Kopernikus von 1516 bis 1521 als Administrator verwaltete; dazu der Ukiel-See (Krzywe), mit 412 Hektar einer der Seen im Stadtgebiet.
    5 Sehenswürdigkeiten
    3 Restaurants

    Kultur und Geschichte

    Kopernikus und das Domkapitel Die Geschichte der Stadt ist eng mit dem ermländischen Domkapitel verbunden, das die Burg ab der Mitte des 14. Jahrhunderts errichten ließ. Nikolaus Kopernikus verwaltete von hier aus die Güter des Kapitels und leitete 1521 die Verteidigung der Burg. Im Kreuzgang ist eine astronomische Tafel erhalten, die er 1517 selbst anfertigte. Das Planetarium, eröffnet 1973 zum 500. Geburtstag des Astronomen, knüpft an diese Verbindung an. Museen, Bühnen und Hochschule In der Burg zeigt das Museum für Ermland und Masuren Sammlungen zur Geschichte und Kunst der Region. Das Stefan-Jaracz-Theater wurde 1925 eröffnet, heute ist es die größte Bühne der Stadt. Die 1999 gegründete Universität Ermland-Masuren bringt viele Studierende nach Allenstein, was sich in den Cafés und Kneipen rund um die Altstadt bemerkbar macht.
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    Nikolaiken (Mikołajki)
    Stopp 8 • 1 Übernachtung

    Nikolaiken (Mikołajki)

    Stadt

    Dieser Ort ist ein Highlight der Route

    Nikolaiken (Mikołajki) ist eine Kleinstadt mit gut 3.300 Einwohnern im Herzen der Masurischen Seenplatte. Der Ort liegt an der Engstelle zwischen dem Tałty-See und dem Nikolaiker See, die hier ineinander übergehen, und nur wenige Kilometer vom Spirdingsee (Śniardwy), dem größten See Polens. Erstmals erwähnt wurde Nikolaiken 1444, die Stadtrechte erhielt es 1726. Heute ist Nikolaiken eines der wichtigsten Segelzentren Masurens. Am Ufer reihen sich Marina, Anleger der Ausflugsschiffe und Vermieter von Hausbooten. Das Zentrum ist klein: Rund um den Marktplatz und den Kirchplatz liegen Restaurants und Pensionen, eine 2016 fertiggestellte Fußgängerbrücke verbindet die Uferpromenaden über die Seenenge. Etwa fünf Kilometer östlich liegt der Łuknajno-See, ein Naturreservat und UNESCO-Biosphärenreservat mit einer der größten Höckerschwan-Kolonien Europas. In der Umgebung liegt auch die Krutynia, ein beliebter Fluss für Kanutouren.
    Rund 80 Kilometer ab Allenstein. Segelzentrum am Nikolaiker See, in der Saison legen Ausflugsschiffe der Żegluga Mazurska an. Zum Łuknajno-See sind es etwa fünf Kilometer.
    3 Sehenswürdigkeiten
    3 Restaurants

    Kultur und Geschichte

    Evangelisches Masuren Nikolaiken gehörte bis 1945 zu Ostpreußen und war überwiegend evangelisch geprägt. Die Dreifaltigkeitskirche wurde 1842 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel geweiht und ist bis heute Pfarrkirche der evangelisch-augsburgischen Gemeinde. Im Gebäude der evangelischen Gemeinde zeigt das 1973 gegründete Museum der Polnischen Reformation alte Drucke, Bibeln und Gesangbücher aus Masuren. Der König der Maränen Das Wappen der Stadt zeigt einen gekrönten, mit einer Kette gefesselten Fisch. Er geht auf eine Sage zurück, nach der die Fischer den Fischkönig fingen, der die Fische der Seen vor ihren Netzen schützte, und so wieder Fang hatten. Als Brunnenfigur Król Sielaw, König der Maränen, ist er heute das Wahrzeichen von Nikolaiken. Die Sage erinnert daran, dass die Fischerei, vor allem der Fang der Maräne, hier lange eine wichtige Rolle spielte.
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    Lötzen (Giżycko)
    Stopp 9 • 1 Übernachtung

    Lötzen (Giżycko)

    Stadt
    Lötzen (Giżycko) ist mit rund 27.000 Einwohnern eine der größeren Städte der Masurischen Seenplatte. Die Stadt liegt auf einer Landenge zwischen dem Löwentinsee (Niegocin) und dem Mauersee-System mit dem Kisajno-See. Erstmals erwähnt wurde Lötzen 1340, die Stadtrechte erhielt es 1612, seit 1868 ist es an die Bahn angeschlossen. Am Ufer des Löwentinsees liegen Häfen, darunter die städtische Ekomarina, sowie der Stadtstrand mit angrenzendem Park. Den Lötzener Kanal (Kanał Łuczański) überspannt eine Drehbrücke von 1898, die bis heute von Hand bewegt wird. Im Westen der Stadt erstreckt sich das weitläufige Gelände der Feste Boyen, dazu kommen der Wasserturm mit Aussichtscafé und der Brunohügel mit dem Bruno-Kreuz von 1909. Lötzen lebt vor allem vom Wassersport. Von hier starten Segeltörns und Ausflugsschiffe über die großen masurischen Seen, und im Sommer finden im Ort Veranstaltungen wie das Festival der Seemannslieder statt.
    Nur rund 40 Kilometer von Nikolaiken. Feste Boyen, Drehbrücke und Hafen am Löwentinsee, von hier starten Ausflugsschiffe über die großen Seen.
    4 Sehenswürdigkeiten
    2 Restaurants

    Kultur und Geschichte

    Festungsstadt Die Feste Boyen entstand von 1844 bis 1856 auf Befehl König Friedrich Wilhelms IV. und wurde nach dem preußischen General Hermann von Boyen benannt. Die sternförmige Anlage umfasst rund 100 Hektar und war für etwa 3.000 Soldaten ausgelegt. Drei der sechs Bastionen tragen die Vornamen des Generals, die anderen drei die Begriffe seines Wahlspruchs: Recht, Schwert, Licht. Heute betreut ein Verein die Festung, in der Kaserne am Lötzener Tor gibt es ein Museum und eine Jugendherberge. Vom Ordensschloss zum Wassersportort Die Burg aus dem 14. Jahrhundert, Keimzelle der Stadt, dient heute als Hotel. Bis 1945 gehörte Lötzen zu Ostpreußen, 1946 erhielt es seinen polnischen Namen nach dem Pfarrer Gustav Gisevius. Das Kulturleben organisiert das Giżyckie Centrum Kultury, das auch das Kino Nowa Fala betreibt und das Festival der Seemannslieder (Szanty w Giżycku) ausrichtet.
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    9 Stopps

    Route Zusammenfassung

    Dauer11 Tage
    Stopps9 Orte
    TypGemischt
    Beste ReisezeitJuni bis September; im Hochsommer sind Strände und Parkplätze an der Küste voll