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    Wales

    Wales

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    Wales ist mit gut 20.000 Quadratkilometern kleiner als Hessen, packt darauf aber drei Nationalparks, fünf Gebirgszüge und eine durchgehend begehbare Küste. Das Land wurde 1284 von England erobert und 1536 formal eingegliedert, hat seine Sprache aber behalten: Rund ein Fünftel der Bevölkerung spricht Walisisch, im Nordwesten deutlich mehr. Alle Ortsschilder sind zweisprachig, und seit 2023 tragen die Nationalparks offiziell ihre walisischen Namen.Berge, Küste, BurgenDer Norden wird von Eryri beherrscht, dem früheren Snowdonia, mit dem 1.085 Meter hohen Yr Wyddfa. Im Süden liegen die Bannau Brycheiniog, ehemals Brecon Beacons, mit weiten Sandsteinrücken. Dazwischen erstreckt sich das dünn besiedelte Mittelwales. Der Wales Coast Path führt seit 2012 über 1.400 Kilometer einmal um das gesamte Land, das erste derartige Projekt weltweit. Wales hat zudem die höchste Burgendichte Europas: Rund 600 Anlagen, viele davon aus dem Feldzug Eduards I.Industrie und GesangDie Täler südlich von Merthyr Tydfil lieferten im 19. Jahrhundert einen erheblichen Teil der weltweiten Kohleförderung. Der Bergbau ist seit den 1980er Jahren verschwunden, seine Kultur weniger: Die Männerchöre, die Rugby-Begeisterung und das Eisteddfod-Festival gehen auf diese Zeit und ältere bardische Traditionen zurück. Die früheren Industrieanlagen von Blaenavon und die Schieferlandschaft von Nordwales stehen heute auf der Welterbeliste.Wann fahrenWales gehört zu den regenreichsten Gegenden Großbritanniens, an den Westhängen von Eryri fallen über 3.000 Millimeter im Jahr. Mai bis September sind am verlässlichsten. In den Bergen wechselt das Wetter schnell, wasserfeste Kleidung ist ganzjährig kein Luxus.
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    Orte in Wales

    Cardiff

    Cardiff

    Cardiff ist erst seit 1955 offiziell Hauptstadt von Wales und war bis ins 19. Jahrhundert ein unbedeutender Küstenort. Dann machte die Kohle aus den Tälern nördlich davon die Stadt zum größten Kohlehafen der Welt. Die Familie Bute, die Docks und Bergwerke kontrollierte, galt zeitweise als reichste Familie Großbritanniens.Von diesem Geld zeugen das überbordend ausgestaltete Cardiff Castle und das Coal Exchange in der Bay, wo 1904 angeblich der erste Vertrag über eine Million Pfund unterzeichnet wurde. Nach dem Ende des Kohleexports verfielen die Docks; seit den 1990er Jahren ist Cardiff Bay durch einen Staudamm zu einem Süßwasserbecken umgebaut und mit Kulturbauten wie dem Wales Millennium Centre neu besetzt.Das Stadtzentrum ist kompakt und gut zu Fuß zu erschließen, durchzogen von überdachten viktorianischen Einkaufspassagen. An Rugby-Spieltagen im Principality Stadium, das mitten in der Stadt steht, ist Cardiff ein einziger Menschenstrom.
    Pembrokeshire Coast Nationalpark

    Pembrokeshire Coast Nationalpark

    Der Pembrokeshire Coast Nationalpark im Südwesten von Wales ist der einzige Nationalpark Großbritanniens, der überwiegend aus Küste besteht. Er zieht sich als schmales Band über 400 Kilometer Küstenlinie und ist stellenweise nur wenige hundert Meter breit.Das Gestein wechselt auf kurzer Distanz zwischen präkambrischem Vulkanit, altrotem Sandstein und Kalkstein, was Buchten, Felsbögen und Steilklippen dicht nebeneinander entstehen lässt. Der Pembrokeshire Coast Path folgt der gesamten Strecke; wer ihn komplett läuft, überwindet mehr Höhenmeter als beim Aufstieg auf den Everest.Vor der Küste liegen Skomer und Skokholm, zwei Inseln mit einer der größten Kolonien von Schwarzschnabel-Sturmtauchern weltweit; im Frühsommer brüten hier außerdem Zehntausende Papageitaucher. An Land ist die Dichte prähistorischer Denkmäler auffällig, darunter der Dolmen von Pentre Ifan. Die Blausteine von Stonehenge stammen nachweislich aus den Preseli Hills im Norden des Parks.
    Bannau Brycheiniog (Brecon Beacons)

    Bannau Brycheiniog (Brecon Beacons)

    Bannau Brycheiniog, bis 2023 als Brecon Beacons geführt, liegt in Südwales und besteht aus vier getrennten Gebirgsabschnitten aus altrotem Sandstein. Die charakteristische Form ist überall dieselbe: sanft ansteigende Südhänge und abrupt abbrechende Nordwände, die Gletscher ausgeschürft haben. Höchster Punkt ist der Pen y Fan mit 886 Metern.Der Rückgriff auf den walisischen Namen war eine bewusste Entscheidung der Parkverwaltung: Beacon verweist auf Signalfeuer und damit auf fossile Brennstoffe, was angesichts der Klimaziele des Parks nicht mehr passend erschien. Bannau bedeutet schlicht Gipfel.Im Süden liegt mit Waterfall Country um Ystradfellte eine Zone, in der Kalkstein und Sandstein aufeinandertreffen; mehrere Wasserfälle stürzen dort über Gesteinsstufen, hinter Sgwd yr Eira lässt sich hindurchgehen. Darunter verlaufen ausgedehnte Höhlensysteme. Der gesamte Park ist als International Dark Sky Reserve ausgewiesen, die Milchstraße ist in klaren Nächten mit bloßem Auge zu sehen.
    Conwy

    Conwy

    Conwy an der Nordküste von Wales ist eine der am vollständigsten erhaltenen befestigten Städte Europas. Eduard I. ließ Burg und Stadtmauer zwischen 1283 und 1287 in nur vier Jahren errichten, als Teil des eisernen Rings von Festungen, mit dem er das eroberte Gwynedd sicherte. Der Baumeister war Jakob von St. Georg aus Savoyen.Die Stadtmauer ist auf 1,3 Kilometern geschlossen erhalten, mit 21 Türmen und drei Toren, und lässt sich in weiten Teilen begehen. Die Burg mit ihren acht Türmen steht auf einem Felsen über der Mündung des Conwy. Beide gehören seit 1986 zum Welterbe.Am Kai steht das Smallest House in Great Britain, 3,05 Meter hoch und 1,8 Meter breit, bis 1900 bewohnt. Über den Fluss führen drei Brücken nebeneinander, darunter Thomas Telfords Hängebrücke von 1826, deren Türme bewusst den Zinnen der Burg nachempfunden sind.
    Eryri (Snowdonia) Nationalpark

    Eryri (Snowdonia) Nationalpark

    Eryri, bis 2023 offiziell Snowdonia, ist der älteste Nationalpark von Wales und umfasst 2.130 Quadratkilometer im Nordwesten des Landes. Anders als deutsche Nationalparks ist er eine Kulturlandschaft: Rund 26.000 Menschen leben darin, mehr als die Hälfte von ihnen spricht Walisisch, und die Hänge werden seit Jahrhunderten beweidet.Der höchste Punkt ist Yr Wyddfa mit 1.085 Metern. Sechs markierte Wege führen hinauf, dazu eine Zahnradbahn von Llanberis. Das Gestein ist überwiegend vulkanischen Ursprungs aus dem Ordovizium, überformt von Gletschern, die die charakteristischen Kare und Trogtäler hinterließen. Der Park ist geologisch so gut aufgeschlossen, dass hier im 19. Jahrhundert wesentliche Teile der Erdgeschichtsforschung entstanden.Prägend ist auch der Schieferabbau. Die Gruben von Blaenau Ffestiniog und Llanberis deckten einst die Dächer halb Europas; die Landschaft mit ihren grauen Abraumhalden steht seit 2021 auf der Welterbeliste. Yr Wyddfa ist stark frequentiert, ruhiger sind die Carneddau im Norden und die Rhinogydd im Süden.

    Sehenswürdigkeiten in Wales

    Entdecke die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen

    Caernarfon Castle

    Caernarfon Castle

    Caernarfon Castle ist die mächtigste der Burgen, mit denen Eduard I. nach 1283 Nordwales sicherte. Sie unterscheidet sich bewusst von den anderen: polygonale statt runder Türme und farbig gebänderte Mauern, ein Zitat der Stadtmauern von Konstantinopel. Die Botschaft war imperial und richtete sich an die unterworfenen Waliser.1301 verlieh Eduard seinem Sohn hier den Titel Prince of Wales, eine Praxis, die bis heute fortgeführt wird; 1969 fand in der Burg die Investitur von Charles statt. Die Anlage wurde nie ganz fertiggestellt, Teile der Innenbebauung fehlen bis heute. Zusammen mit Conwy, Beaumaris und Harlech steht sie auf der Welterbeliste.
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    Portmeirion

    Portmeirion

    Portmeirion ist ein privat gebautes Dorf an der Mündung des Dwyryd, das der Architekt Clough Williams-Ellis zwischen 1925 und 1976 als Lebenswerk errichtete. Sein erklärtes Ziel war der Nachweis, dass Bebauung eine schöne Landschaft nicht zerstören muss.Das Ergebnis ist ein Ensemble in mediterranen Pastelltönen mit Kuppeln, Kolonnaden und Piazza, das italienisch wirkt, aber kein bestimmtes Vorbild kopiert. Viele Bauteile rettete Williams-Ellis von Abrissgrundstücken in ganz Großbritannien und fügte sie hier neu zusammen. Bekannt wurde der Ort als Kulisse der Serie Nummer 6. Rundherum liegen subtropische Waldgärten mit Rhododendren und Wegen zum Wasser.
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    Tintern Abbey

    Tintern Abbey

    Tintern Abbey im Tal des Wye war die erste Zisterzienserabtei in Wales, gegründet 1131. Heinrich VIII. löste sie 1536 auf, das Blei wurde vom Dach genommen, und die Anlage verfiel. Übrig blieb das Skelett der Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert: Maßwerkfenster ohne Glas, Mauern ohne Dach, Rasen statt Fußboden.Genau dieser Zustand machte die Ruine im späten 18. Jahrhundert berühmt. Reisende auf der Wye Tour, der ersten organisierten Rundreise Großbritanniens, kamen hierher, um das Pittoreske zu erleben. William Wordsworth schrieb 1798 eines seiner bekanntesten Gedichte über den Ort, J. M. W. Turner malte ihn mehrfach. Die Abtei liegt direkt an der Straße im engen Flusstal, was ihre Wirkung beim Ankommen verstärkt.
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    Yr Wyddfa (Snowdon)

    Yr Wyddfa (Snowdon)

    Yr Wyddfa ist mit 1.085 Metern der höchste Berg von Wales und der höchste südlich der schottischen Highlands. Der walisische Name bedeutet etwa Grabhügel und verweist auf die Sage, der Riese Rhita Gawr liege unter dem Gipfel begraben.Sechs markierte Wege führen hinauf, vom flachen Llanberis Path bis zum ausgesetzten Grat des Crib Goch, der Schwindelfreiheit und Klettererfahrung verlangt. Parallel fährt seit 1896 die Snowdon Mountain Railway als einzige Zahnradbahn Großbritanniens von Llanberis zum Gipfel. Am Berg wächst mit der Snowdon-Lilie eine arktisch-alpine Reliktart, die in Großbritannien nur hier vorkommt. Der Gipfel zählt jährlich weit über 500.000 Besucher, die Wege sind entsprechend belastet.
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    Restaurants in Wales

    Locations in der Umgebung

    Diese Orte liegen in der Nähe — perfekt für weitere Tage oder einen Tagesausflug.

    Bannau Brycheiniog (Brecon Beacons)

    Bannau Brycheiniog (Brecon Beacons)

    Bannau Brycheiniog, bis 2023 als Brecon Beacons geführt, liegt in Südwales und besteht aus vier getrennten Gebirgsabschnitten aus altrotem Sandstein. Die charakteristische Form ist überall dieselbe: sanft ansteigende Südhänge und abrupt abbrechende Nordwände, die Gletscher ausgeschürft haben. Höchster Punkt ist der Pen y Fan mit 886 Metern.Der Rückgriff auf den walisischen Namen war eine bewusste Entscheidung der Parkverwaltung: Beacon verweist auf Signalfeuer und damit auf fossile Brennstoffe, was angesichts der Klimaziele des Parks nicht mehr passend erschien. Bannau bedeutet schlicht Gipfel.Im Süden liegt mit Waterfall Country um Ystradfellte eine Zone, in der Kalkstein und Sandstein aufeinandertreffen; mehrere Wasserfälle stürzen dort über Gesteinsstufen, hinter Sgwd yr Eira lässt sich hindurchgehen. Darunter verlaufen ausgedehnte Höhlensysteme. Der gesamte Park ist als International Dark Sky Reserve ausgewiesen, die Milchstraße ist in klaren Nächten mit bloßem Auge zu sehen.
    Eryri (Snowdonia) Nationalpark

    Eryri (Snowdonia) Nationalpark

    Eryri, bis 2023 offiziell Snowdonia, ist der älteste Nationalpark von Wales und umfasst 2.130 Quadratkilometer im Nordwesten des Landes. Anders als deutsche Nationalparks ist er eine Kulturlandschaft: Rund 26.000 Menschen leben darin, mehr als die Hälfte von ihnen spricht Walisisch, und die Hänge werden seit Jahrhunderten beweidet.Der höchste Punkt ist Yr Wyddfa mit 1.085 Metern. Sechs markierte Wege führen hinauf, dazu eine Zahnradbahn von Llanberis. Das Gestein ist überwiegend vulkanischen Ursprungs aus dem Ordovizium, überformt von Gletschern, die die charakteristischen Kare und Trogtäler hinterließen. Der Park ist geologisch so gut aufgeschlossen, dass hier im 19. Jahrhundert wesentliche Teile der Erdgeschichtsforschung entstanden.Prägend ist auch der Schieferabbau. Die Gruben von Blaenau Ffestiniog und Llanberis deckten einst die Dächer halb Europas; die Landschaft mit ihren grauen Abraumhalden steht seit 2021 auf der Welterbeliste. Yr Wyddfa ist stark frequentiert, ruhiger sind die Carneddau im Norden und die Rhinogydd im Süden.
    Cardiff

    Cardiff

    Cardiff ist erst seit 1955 offiziell Hauptstadt von Wales und war bis ins 19. Jahrhundert ein unbedeutender Küstenort. Dann machte die Kohle aus den Tälern nördlich davon die Stadt zum größten Kohlehafen der Welt. Die Familie Bute, die Docks und Bergwerke kontrollierte, galt zeitweise als reichste Familie Großbritanniens.Von diesem Geld zeugen das überbordend ausgestaltete Cardiff Castle und das Coal Exchange in der Bay, wo 1904 angeblich der erste Vertrag über eine Million Pfund unterzeichnet wurde. Nach dem Ende des Kohleexports verfielen die Docks; seit den 1990er Jahren ist Cardiff Bay durch einen Staudamm zu einem Süßwasserbecken umgebaut und mit Kulturbauten wie dem Wales Millennium Centre neu besetzt.Das Stadtzentrum ist kompakt und gut zu Fuß zu erschließen, durchzogen von überdachten viktorianischen Einkaufspassagen. An Rugby-Spieltagen im Principality Stadium, das mitten in der Stadt steht, ist Cardiff ein einziger Menschenstrom.
    Conwy

    Conwy

    Conwy an der Nordküste von Wales ist eine der am vollständigsten erhaltenen befestigten Städte Europas. Eduard I. ließ Burg und Stadtmauer zwischen 1283 und 1287 in nur vier Jahren errichten, als Teil des eisernen Rings von Festungen, mit dem er das eroberte Gwynedd sicherte. Der Baumeister war Jakob von St. Georg aus Savoyen.Die Stadtmauer ist auf 1,3 Kilometern geschlossen erhalten, mit 21 Türmen und drei Toren, und lässt sich in weiten Teilen begehen. Die Burg mit ihren acht Türmen steht auf einem Felsen über der Mündung des Conwy. Beide gehören seit 1986 zum Welterbe.Am Kai steht das Smallest House in Great Britain, 3,05 Meter hoch und 1,8 Meter breit, bis 1900 bewohnt. Über den Fluss führen drei Brücken nebeneinander, darunter Thomas Telfords Hängebrücke von 1826, deren Türme bewusst den Zinnen der Burg nachempfunden sind.
    Pembrokeshire Coast Nationalpark

    Pembrokeshire Coast Nationalpark

    Der Pembrokeshire Coast Nationalpark im Südwesten von Wales ist der einzige Nationalpark Großbritanniens, der überwiegend aus Küste besteht. Er zieht sich als schmales Band über 400 Kilometer Küstenlinie und ist stellenweise nur wenige hundert Meter breit.Das Gestein wechselt auf kurzer Distanz zwischen präkambrischem Vulkanit, altrotem Sandstein und Kalkstein, was Buchten, Felsbögen und Steilklippen dicht nebeneinander entstehen lässt. Der Pembrokeshire Coast Path folgt der gesamten Strecke; wer ihn komplett läuft, überwindet mehr Höhenmeter als beim Aufstieg auf den Everest.Vor der Küste liegen Skomer und Skokholm, zwei Inseln mit einer der größten Kolonien von Schwarzschnabel-Sturmtauchern weltweit; im Frühsommer brüten hier außerdem Zehntausende Papageitaucher. An Land ist die Dichte prähistorischer Denkmäler auffällig, darunter der Dolmen von Pentre Ifan. Die Blausteine von Stonehenge stammen nachweislich aus den Preseli Hills im Norden des Parks.