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    Schlesien
    1bumer / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

    Polen

    Schlesien

    Region

    Die Woiwodschaft Schlesien (województwo śląskie) im Süden Polens entstand 1999 aus den früheren Woiwodschaften Kattowitz, Tschenstochau und Bielitz-Biala (Bielsko-Biała).

    von Felix Gillen

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    Die Woiwodschaft Schlesien (województwo śląskie) im Süden Polens entstand 1999 aus den früheren Woiwodschaften Kattowitz, Tschenstochau und Bielitz-Biala (Bielsko-Biała). Sie umfasst den östlichen Teil Oberschlesiens, einen Teil des Teschener Schlesiens und Gebiete, die historisch zu Kleinpolen gehörten, darunter Tschenstochau (Częstochowa) und das Dąbrowa-Becken. Auf 12.334 Quadratkilometern leben rund 4,3 Millionen Menschen.Ihr Kern ist das Oberschlesische Industriegebiet um Kattowitz (Katowice), Gleiwitz (Gliwice) und Zabrze, das im 19. Jahrhundert mit dem Steinkohlebergbau wuchs. Stillgelegte Zechen sind heute Museen und Kulturorte. Im Norden zieht sich der Krakau-Tschenstochauer Jura mit Burgruinen auf Kalkfelsen durch die Region, im Süden steigen die Schlesischen Beskiden an.
    Kattowitz ist die Hauptstadt der Woiwodschaft und mit 279.190 Einwohnern (2024) ihre größte Stadt. Auf dem Gelände der früheren Zeche Katowice ist eine Kulturzone mit dem Konzerthaus des Nationalen Symphonieorchesters des Polnischen Rundfunks (NOSPR) und dem Schlesischen Museum entstanden, gleich daneben steht die Veranstaltungshalle Spodek. Im Stadtteil Nikiszowiec ist eine Bergarbeitersiedlung aus Backstein erhalten.Zweitgrößte Stadt ist Tschenstochau an der Warthe mit rund 206.000 Einwohnern. Das Paulinerkloster Jasna Góra mit dem Gnadenbild der Schwarzen Madonna zieht jedes Jahr drei bis vier Millionen Pilger und Besucher an.Zwischen beiden Städten liegt der Krakau-Tschenstochauer Jura, durch den der Adlerhorstweg (Szlak Orlich Gniazd) zu Burgruinen aus dem 14. und 15. Jahrhundert führt. Die Industriegeschichte erschließt die Route der Technikdenkmäler (Szlak Zabytków Techniki), zu der das Bergwerk Guido in Zabrze gehört. Das historische Silberbergwerk von Tarnowitz (Tarnowskie Góry) steht seit 2017 auf der Welterbeliste der UNESCO.
    Kattowitz (Katowice)

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    Kattowitz (Katowice)

    Kattowitz (Katowice) ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Schlesien und Mittelpunkt eines Ballungsraums mit mehreren Millionen Einwohnern. Das Dorf wuchs im 19.

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    Tschenstochau (Częstochowa)
    Adam Chamczyk / Wikimedia Commons / CC BY 3.0

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    Tschenstochau (Częstochowa)

    Tschenstochau (Częstochowa) an der Warthe ist mit rund 206.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Woiwodschaft Schlesien.

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    Sehenswürdigkeiten in Schlesien

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    Burg Ogrodzieniec (Zamek Ogrodzieniec)

    Burg Ogrodzieniec (Zamek Ogrodzieniec)

    Die Ruine liegt in Podzamcze rund 2 Kilometer östlich von Ogrodzieniec auf dem Schlossberg, mit 515,5 Metern der höchsten Erhebung des Krakau-Tschenstochauer Juras, und gehört zum Adlerhorstweg. Kasimir der Große ließ hier im 14. Jahrhundert eine Steinburg errichten, Seweryn Boner baute sie 1530 bis 1545 zu einem Renaissanceschloss aus. Nach Bränden durch schwedische Truppen 1655 und 1702 verfiel sie, von 1949 bis 1973 wurde sie als Ruine gesichert. Die Burg war Drehort unter anderem für Andrzej Wajdas „Zemsta“ (2001) und die Netflix-Serie „The Witcher“ (2019). Am Wochenende gibt es Lichtshows, Öffnungszeiten und Tickets stehen auf zamek-ogrodzieniec.pl.
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    Bergwerk Guido in Zabrze

    Bergwerk Guido in Zabrze

    Graf Guido Henckel von Donnersmarck erhielt 1855 die Bergbaukonzession für die Grube, die seit 2013 zum Steinkohlenbergbaumuseum in Zabrze (Muzeum Górnictwa Węglowego) gehört. Ein Aufzug bringt Besucher auf die Sohlen in 170 und 320 Metern Tiefe, wo alte Abbaue, eine Barbarakapelle und eine unterirdische Kneipe zu sehen sind. Seit 2020 ist die Grube Teil des Geschichtsdenkmals „Zabrze, Ensemble historischer Steinkohlebergwerke“ und liegt an der Route der Technikdenkmäler. Tickets gibt es online über podziemnaprzygoda.pl.
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    Historisches Silberbergwerk Tarnowitz (UNESCO)

    Historisches Silberbergwerk Tarnowitz (UNESCO)

    Das Bergwerk in Tarnowitz (Tarnowskie Góry), in dem Silber-, Blei- und Zinkerze abgebaut wurden, steht mit seinem unterirdischen Wassersystem seit 2017 auf der Welterbeliste der UNESCO. Die Besucherroute wurde 1976 eröffnet und führt rund 1,7 Kilometer durch Gänge in etwa 40 Metern Tiefe, 270 Meter davon legst du im Boot zurück. Die zweistündige Führung kostet 84 zł, ermäßigt 73 zł (Stand Oktober 2026), Tickets bucht man auf kopalniasrebra.pl. In der Nähe führen einstündige Bootsfahrten durch den Schwarze-Forellen-Stollen (Sztolnia Czarnego Pstrąga).
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    In der Umgebung

    Tschenstochau (Częstochowa)

    Tschenstochau (Częstochowa)

    Tschenstochau (Częstochowa) an der Warthe ist mit rund 206.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Woiwodschaft Schlesien. Bekannt ist sie durch das Paulinerkloster Jasna Góra, das Herzog Władysław von Oppeln (Władysław Opolczyk) 1382 gründete und das mit dem Gnadenbild der Schwarzen Madonna jedes Jahr drei bis vier Millionen Pilger und Besucher anzieht. Die Stadt erhielt 1502 das Magdeburger Recht und 1846 Anschluss an die Warschau-Wiener Eisenbahn.Die rund 1,5 Kilometer lange und 44 Meter breite Allee der Heiligsten Jungfrau Maria (Aleja Najświętszej Maryi Panny) verbindet die Altstadt und die Innenstadt mit dem Klosterberg. Sie beginnt am Plac Daszyńskiego, führt über den Plac Biegańskiego und endet an den Parks unterhalb von Jasna Góra. An ihr liegen Bürgerhäuser aus der Zeit um 1900, die neugotische Kirche des Heiligsten Namens Mariens und das Pilgermuseum. Abseits des Klosters zeigt das Zündholzmuseum ein Stück Industriegeschichte der Stadt.
    Kattowitz (Katowice)

    Kattowitz (Katowice)

    Kattowitz (Katowice) ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Schlesien und Mittelpunkt eines Ballungsraums mit mehreren Millionen Einwohnern. Das Dorf wuchs im 19. Jahrhundert mit Kohle und Erz zur Industriestadt und erhielt 1865 das Stadtrecht. Nach der Volksabstimmung und Teilung Oberschlesiens kam es an Polen und wurde 1922 Hauptstadt der Autonomen Woiwodschaft Schlesien, von 1953 bis 1956 hieß es Stalinogród. Heute leben hier rund 279.000 Menschen.Das Zentrum (Śródmieście) reicht vom Bahnhof bis zum Rynek, in der Nähe liegt die Fußgängerstraße ul. Mariacka mit der neugotischen Marienkirche aus dem 19. Jahrhundert, abends das Zentrum des Nachtlebens. Wenige Gehminuten nördlich stehen die Halle Spodek und die Kulturzone (Strefa Kultury) auf dem Gelände der früheren Zeche Katowice. Im Osten der Stadt sind die Bergarbeitersiedlungen Nikiszowiec und Giszowiec erhalten.Seit 2015 gehört Kattowitz als Musikstadt zum Netzwerk der UNESCO Creative Cities. Neben den Konzerten des NOSPR prägen das OFF Festival im August und das Festival Tauron Nowa Muzyka den Kalender, im Spodek finden die Finals der E-Sport-Turniere Intel Extreme Masters statt.
    Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

    Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

    Die Gedenkstätte und das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau liegen am Rand der Stadt Oświęcim westlich von Krakau (Kraków). Die deutschen Besatzer errichteten das Lager 1940, ab Oktober 1941 entstand Auschwitz II-Birkenau. Nach Schätzungen der Gedenkstätte wurden in Auschwitz rund 1,1 Millionen Menschen ermordet, etwa 1 Million von ihnen Juden. Unter den Opfern waren außerdem rund 70.000 Polen, 21.000 Sinti und Roma, 15.000 sowjetische Kriegsgefangene und etwa 12.000 Häftlinge anderer Nationalitäten.Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das Lager; seit 2005 ist dieser Tag der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Das polnische Parlament gründete das Museum am 2. Juli 1947, seit 1979 steht der Ort auf der UNESCO-Welterbeliste. Das Gelände umfasst rund 191 Hektar: das frühere Stammlager Auschwitz I und das weit größere Birkenau, rund drei Kilometer entfernt; ein kostenloser Pendelbus der Gedenkstätte verbindet beide Teile. Für einen Besuch solltest du mindestens einen halben Tag einplanen.
    Krakau (Kraków)

    Krakau (Kraków)

    Krakau (Kraków) liegt an der Weichsel im Süden Polens und ist mit rund 800.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Bis 1596 war sie Hauptstadt des Königreichs Polen, auf dem Wawelhügel wurden die Könige bis 1734 gekrönt und die meisten von ihnen beigesetzt. Seit 1978 steht das historische Zentrum auf der UNESCO-Welterbeliste: Altstadt, Wawel, Stradom und Kazimierz.Die Altstadt (Stare Miasto) legt sich um den Rynek Główny, dessen Grundriss auf das Jahr 1257 zurückgeht. Ein Grüngürtel, die Planty, liegt an der Stelle der früheren Stadtbefestigung; der historische Königsweg beginnt am Florianstor und führte die Krönungszüge hinauf zum Wawel. Südlich davon liegt Kazimierz, 1335 als eigene Stadt gegründet und über Jahrhunderte Zentrum jüdischen Lebens. Heute mischen sich dort Synagogen, Cafés und Bars.Jenseits der Weichsel folgt Podgórze, wo die deutschen Besatzer 1941 das Ghetto errichteten; im Teil Zabłocie steht die frühere Emaillefabrik Oskar Schindlers. Im Osten ist Nowa Huta eine Industriestadt der sozialistischen Ära, 1951 eingemeindet.
    Wieliczka

    Wieliczka

    Wieliczka liegt rund 13 Kilometer südöstlich von Krakau (Kraków) und lebt seit dem Mittelalter vom Salz. Im 13. Jahrhundert entstanden die ersten Schächte, 1290 erhielt der Ort das Stadtrecht. Der Salzabbau endete 1996; das Bergwerk steht seit 1978 auf der UNESCO-Welterbeliste, 2008 kam die Grube in Bochnia hinzu, 2013 das Salzgrafenschloss. Gemeinsam bilden sie die Welterbestätte Königliche Salzbergwerke Wieliczka und Bochnia.Die meisten Besucher kommen für die Touristenroute unter Tage, doch auch der Ort selbst lohnt einen Rundgang. Am Rynek Górny folgt die Bebauung dem mittelalterlichen Grundriss, der Rynek Dolny war einst Handelsplatz für Salz und liegt am Regis-Schacht. Im Ort stehen außerdem das Salzgrafenschloss, die hölzerne Sebastianskirche und ein Gradierwerk.

    Quellen & Methode

    • Fotos: Wikimedia Commons. Die Urheber stehen jeweils am Bild.
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